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Gedanken zum Nationalfeiertag Foto: ÖBK/Kuss

Von Militärbischof Dr. Werner Freistetter.

Der Nationalfeiertag spielt seit meiner Kindheit eine besondere Rolle in meinem Leben. Als Sohn eines Offiziers des Österreichischen  Bundesheers war der Nationalfeiertag für mich  immer etwas Besonderes. Ich erinnere mich an die Angelobungen und die Feierlichkeiten in den Kasernen gerne zurück. Auch meine eigene Angelobung als Grundwehrdiener in Salzburg habe ich in guter Erinnerung.

Ich habe meinen Wehrdienst immer als etwas Sinnvolles erachtet und war mit einem gewissen Stolz erfüllt, der Republik dienen zu dürfen. Insbesondere mit der Schlusspassage der Gelöbnisformel des Österreichischen Bundesheers, „…und mit allen meinen Kräften der Republik Österreich und dem österreichischen Volke zu dienen.“, habe ich mich eingehend beschäftigt. Sie hat mich auch in meiner Entscheidung, Priester zu werden, sehr bestärkt, ist doch die Dimension des „Dienens“ oder des „Dienstes“ zentral und für mich im Selbstverständnis als Priester tief verankert.

Ich habe die Gründung der Zweiten Republik und den damit einhergehenden Neuanfang, den es nach 1945 und der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus gegeben hat, immer als großes Geschenk und als etwas nicht Selbstverständliches angesehen. Diese, auf den Grundsätzen der Demokratie und des Rechtsstaates aufgebaute Grundordnung galt und gilt es noch heute zu schützen und zu wahren, damit ein Unrechtsstaat wie der der Nationalsozialisten in Österreich nie wieder Fuß fassen kann.

In einer solchen auf den Prinzipien des Rechtstaats aufgebauten Gesellschaft ist der Dienst der Soldatinnen und Soldaten letztendlich immer ein Friedensdienst. Dies entspricht auch den Leitlinien der Katholischen Kirche und des 2. Vatikanischen Konzils, wie in Gaudium et Spes (79) nachzulesen ist: „Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, betrachte sich als Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker. Indem er diese Aufgabe recht erfüllt, trägt er wahrhaft zur Festigung des Friedens bei.“

In diesem Sinne gilt es an einem Tag wie dem Nationalfeiertag besonders, aber auch an allen anderen Tagen, einen Dank an die Österreichischen Soldatinnen und Soldaten auszusprechen, die in Einsätzen im In- und Ausland maßgeblich zur Erhaltung dieser demokratischen Grundordnung und des Friedens in unserem Land beitragen. Schließen wir sie auch in unsere Gebete ein. Die Katholische Militärseelsorge tut dies mit einem Gottesdienst am Nationsfeiertag in der Michaelerkirche in Wien, zu dem ich Sie alle herzlich einladen möchte. Ich wünsche Ihnen allen einen guten Nationalfeiertag!

 

Dr. Werner Freistetter,

Militärbischof für Österreich.

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