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Im Zentrum der Beziehung des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt steht aus biblischer Sicht ein großer Verlust: der Verlust eines selbstverständlichen Lebens in der Fülle der Schöpfung Gottes, der Verlust der Unschuld im Umgang mit Gott und den Mitmenschen.

Als die ersten Menschen dem Wort Gottes nicht folgen und vom Baum in der Mitte essen, beginnen sie sich ihrer Nacktheit zu schämen und sich vor Gott zu verbergen. Ein Leben in paradiesischer Harmonie ist nicht mehr möglich, sie müssen arbeiten und der Natur mühsam abringen, was sie zum Leben brauchen. (Gen 3)

Der Eingriff des Menschen in die natürliche Umwelt ist dann einerseits überlebensnotwendig, Ursprung von Kultur, Zivilisation und technischem Fortschritt, andererseits tritt er oft eng verbunden auf mit Konkurrenzstreben und zwischenmenschlicher Gewalt: Bereits der Sohn der ersten Menschen wird in der Darstellung des Buches Genesis aus Neid und Enttäuschung zum Mörder seines Bruders. (Gen 4,8)

Der Prophet Jesaja warnt die Reichen und Mächtigen, die alles Land für sich beanspruchen, vor der Entvölkerung ihrer Wohnsitze und der Verödung des Landes: „Wehe denen, die Haus an Haus reihen und Feld an Feld fügen, bis kein Platz mehr da ist und ihr allein die Bewohner seid inmitten des Landes. In meinen Ohren schwur der HERR der Heerscharen: Wahrhaftig, viele Häuser werden veröden. So groß und schön sie auch sind: Sie werden unbewohnt sein.“ (Jes 5,8f.)

In aller Deutlichkeit spricht der Prophet Habakuk aus, dass der, der seinen Zorn an seinem Nächsten und seiner Umwelt auslässt, die Folgen selbst zu spüren bekommt: „Denn die Gewalttat am Libanon wird dich bedecken und die Vernichtung der Tiere wird dich tödlich erschrecken; wegen der Bluttaten am Menschen und wegen der Gewalttaten an Land, Stadt und all ihren Bewohnern.“ (Hab 2,17)

Jesus erneuert und radikalisiert die Kritik der Propheten am Umgang mit Armen und Rechtlosen in der Gemeinschaft: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ (Mk 10,25) Dennoch steht bei Jesus nicht die Verurteilung bestimmter Bevölkerungsgruppen und der Aufruf zu radikaler Askese im Zentrum seiner Botschaft, sondern die Freude über den Anbruch des Reichs Gottes. In dieser Freude, in dieser Liebe zu Gott und den Menschen zu leben ist leicht, und sie befreit den Menschen auch von der Gier, von der übertriebenen Sorge um die irdischen Güter. Im Wort über die Vögel des Himmels finden sich Anklänge an die Unbekümmertheit paradiesischen Lebens: „Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“
(Mt 6,26)

Zuletzt haben die Beiträge auf der Bischofssynode zu Amazonien vom 6. bis 27. Oktober auf das Ineinander von Gier und Gewalt, von sozialer und ökologischer Ausbeutung aufmerksam gemacht.

Es gibt für uns keinen Weg in die Unmittelbarkeit paradiesischer Unschuld, weder in theologischer noch in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht. Entscheidend für die Zukunft der Menschheit wird sein, dass wir in einer gemeinsamen Anstrengung auch auf politischer Ebene unseren Umgang mit den Ressourcen dieser Erde neu und gerechter ordnen.

Ich möchte Sie einladen, diese Zeit des Fastens und der Vorfreude auf das Fest der Menschwerdung Gottes zum Anlass zu nehmen, über unseren eigenen Lebensstil nachzudenken. Bitten wir Gott um das Geschenk, in der Nachfolge Jesu einfacher und bescheidener zu leben und die Gaben der Schöpfung in Dankbarkeit und Freude gemeinsam genießen zu können.

 

Dr. Werner FREISTETTER

Militärbischof für Österreich und

Apostolischer Administrator der

Diözese Gurk in Klagenfurt

 

Die Botschaft zum Download finden Sie hier!

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