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Reaktionen

Außergewöhnliche belastende Ereignisse wie Unfälle, Gewalterlebnisse oder Katastrophen rufen bei vielen Menschen vorübergehend starke Reaktionen und Gefühle hervor. Davon können auch Augenzeugen und Einsatzkräfte betroffen sein.

Unmittelbar nach einem solchen Erlebnis treten vielfach folgende Reaktionen auf:

  • Hilflosigkeit
  • Angst
  • Niedergeschlagenheit
  • Schuldgefühle
  • heftige Stimmungsschwankungen
  • Orientierungslosigkeit
  • Ratlosigkeit
  • Unfähigkeit, alltägliche Handlungen auszuführen

Diese und ähnliche Reaktionen sind nach einem außergewöhnlich belastenden Ereignis normal. Die Reaktionen lassen meist nach wenigen Tagen nach.

Manchmal können aber auch zusätzliche Beschwerden auftreten, wie z.B.:

  • starke Nervosität, Schreckhaftigkeit
  • Schlafstörungen, Albträume
  • Gefühl der Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit
  • Erinnerungslücken, Konzentrationsprobleme
  • quälende Erinnerungen oder Bilder, die sich aufdrängen
  • Appetitlosigkeit, starke Müdigkeit
  • verstärktes Bedürfnis nach Alkohol, Nikotin oder Beruhigungsmitteln

Auch diese Reaktionen lassen üblicherweise von Woche zu Woche nach und verschwinden schließlich ganz.

Selbsthilfe

Wer ein besonders belastendes Ereignis erlebt hat, für den kann es hilfreich sein, sich Ruhe zu gönnen. Um das Geschehene zu verarbeiten und sich zu erholen ist es gut, wenn man:

  • vermehrt auf die momentanen Bedürfnisse achtet
  • sich bewusst für die eigenen Bedürfnisse Zeit nimmt
  • mit vertrauten Personen über die eigenen Gefühle spricht
  • versucht, sobald als möglich zum gewohnten Alltagsablauf zurückzukehren
  • damit rechnet, dass die eigenen Erinnerungen und die momentanen Gefühle einem noch länger beschäftigen werden
  • sich bewusst mit jenen Dingen beschäftigt, die einem üblicherweise Freude bereiten und zur Entspannung dienen
  • nicht zögert, auch psychologische und seelsorgliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Angehörigen- und Freundeshilfe

Das Verständnis von Angehörigen und Freunden kann viel dazu beitragen, dass Betroffene mit dem Erlebten besser zu Recht kommen. Oft tut schon das Gefühl, nicht allein zu sein, sehr gut.

Wenn Betroffene über ihre Erlebnisse sprechen, dann hilft:

  • zuhören
  • sich viel Zeit nehmen
  • die Gefühle der Betroffenen ernst nehmen

Nach manchen Ereignissen ist es notwendig, verschiedene Dinge zu organisieren und zu erledigen. Eine praktische Unterstützung kann entlastend wirken. Grundsätzlich ist es jedoch wichtig, die Betroffenen dabei zu unterstützen, dass sie so bald wie möglich den gewohnten Tagesablauf wieder aufnehmen können.

Professionelle Hilfe

Es kommt vor, dass Ereignisse so stark belasten, dass es wichtig wird, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die zuvor beschriebenen normalen Reaktionen länger als 4-6 Wochen andauern.

Besondere Anzeichen sind, wenn:

  • man den Eindruck hat, dass sich die Empfindungen und Gefühle während langer Zeit nicht wieder normalisieren
  • man ständig von Albträumen gequält wird und/oder an Schlafstörungen leidet
  • man häufige ungewollte Erinnerungen an das Ereignis hat
  • man gewisse Situationen oder Orte meidet, die an das Ereignis erinnern
  • man seit dem Ereignis (mehr) raucht, trinkt oder viele Medikamente einnimmt
  • die Arbeitsleistung dauerhaft nachlässt
  • die Beziehungen stark darunter leiden oder sich sexuelle Schwierigkeiten entwickelt haben
  • man mit niemanden über die eigenen Gefühle sprechen kann, obwohl man das Bedürfnis dazu hat

Diese Zeichen sind ernst. Es ist in dieser Situation wichtig, Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen, um ernsthafte Folgeerkrankungen zu vermeiden. Dazu gehören z.B. Beratungsstellen, Psychotherapeuten, Seelsorger und Ärzte.

 

 
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