Lourdesbotschaft 2025

Digitale Bibliothek: Friedensethische Positionen der Kirchen

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Quelle: Militärordinariat

2025-03-00
Österreichisches Militärordinariat
- Freistetter, Werner, Militärbischof
Lourdesbotschaft 2025

In einer Zeit, die viele Menschen als dunkel empfinden, in der Kriege in Europa und in seiner unmittelbaren Nachbarschaft wüten und in der die Sorge um den Schutz unseres gemeinsamen Lebensraums immer drängender wird, wollen wir Pilger der Hoffnung sein.

„Pilger der Hoffnung“ ist zugleich das Motto des Heiligen Jahrs, das Papst Franziskus für dieses Jahr 2025 ausgerufen hat. Dabei handelt es sich um eine alte, seit dem Spätmittelalter bezeugte kirchliche Tradition, die auf das jüdische Jubeljahr zurückgeht: Alle 49 Jahre sollen die Schulden erlassen, die Schuldsklaven befreit und „die Gerechtigkeit Gottes in den verschiedenen Lebensbereichen“ (2) wiederhergestellt werden, wie Papst Franziskus in seiner diesjährigen Weltfriedensbotschaft schreibt.

Was ist das aber für eine Hoffnung, die uns in diesem Jahr geschenkt werden soll, die uns neue Perspektiven eröffnet in einer unruhigen, krisenhaften Zeit?

- Hoffnung, die Zukunft eröffnet, gründet immer in der Wahrheit. Nur wenn wir die Augen vor der Wirklichkeit nicht verschließen, ihrer Endlichkeit und Unzulänglichkeit, aber auch ihrem Reichtum und ihrer Schönheit, sind wir bereit für jene Hoffnung, die sich auf das Leben in seiner Fülle richtet und nicht auf den kleinen persönlichen Vorteil; eine Hoffnung, die uns nicht von dem ablenkt, was unsere ganze Aufmerksamkeit erfordern soll, die uns Trost gibt, aber nicht vertröstet.

- Diese Hoffnung kann nur dann zu einem Neuanfang werden, wenn wir bereit sind, uns mit jener Schuld auseinanderzusetzen, an der jeder von uns auf die ein oder andere Weise Anteil hat. „Jeder von uns“, schreibt der Papst, „muss sich in gewisser Weise für die Zerstörung verantwortlich fühlen, der unser gemeinsames Haus ausgesetzt ist“ (4).
Als Beispiele nennt er die „unmenschliche Behandlung von Migranten, die Umweltverschmutzung, die durch Desinformation schuldhaft erzeugte Verwirrung, die Ablehnung jeglicher Art von Dialog und die beträchtliche Finanzierung der Militärindustrie.“ (4)
Nur wenn wir uns unserer eigenen Schuld bewusst werden, können wir auch anderen verzeihen. Konkret fordert Franziskus einen solidarischen Schuldenerlass für jene Staaten, die ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können und die meist auch noch die ökologischen Schulden der weiter entwickelten Länder tragen müssen.

- Christliches Hoffen ist immer gemeinsames Hoffen. Es wurzelt in dem Bewusstsein, eine Kirche und darüber hinaus eine Menschheitsfamilie zu sein und ist immer zugleich Hoffnung auf umfassenden Frieden. Nur der Friede vermag den Menschen Zukunft zu geben, damit sie miteinander ein Leben in Sicherheit, Wohlstand und Würde führen können: Dazu braucht es freilich nicht nur ein Ende des Krieges, sondern eine Abrüstung der Herzen. „Wer sich durch die vorgeschlagenen Gesten auf den Weg der Hoffnung begibt, wird das so sehr ersehnte Ziel des Friedens immer näher sehen können“ (12).

Schließen Sie sich uns an auf diesem Weg der Hoffnung und des Friedens! Kommen Sie mit uns nach Lourdes, um für die Kranken, Verwundeten und Vertriebenen zu beten, um gemeinsam zu feiern und ein Zeichen jener Freundschaft unter den Nationen zu setzen, die die Welt heute so dringend braucht!