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Christkönigssonntag: Der letzte Sonntag im Kirchenjahr.

Christus am Thron Christus am Thron Quelle: heiligenlexikon.de

Der letzte Sonntag vor dem ersten Adventsonntag trägt viele Namen: die evangelischen Christen bezeichnen ihn als Totensonntag oder Ewigkeitssonntag, in der Orthodoxie wird dieser Tag Sonntag vom Jüngsten Gericht genannt – und die Katholiken feiern an diesem Sonntag das Christkönigsfest. Aber was hat es mit diesem Fest und mit seiner politischen Kernaussage auf sich?

Christkönigssonntag – ein Ideenfest mit der Farbe Weiß

Das Christkönigsfest zählt zu den Hochfesten in der katholischen Kirche, wird aber auch in der in der evangelischen, der anglikanischen, in vielen englischsprachigen lutherischen Kirchen und in der orthodoxen Kirche begangen. »Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls« oder »Hochfest Christus, König der Welt« (»Sollemnitas Domini Nostri Iesu Christi Universorum Regis«) -so der vollständige Name dieses Festes, an dem die katholische Kirche die liturgische Farbe Weiß sich anlegt.

Dieser Sonntag zählt zu den Ideenfesten, was bedeutet, dass diesem Fest keine Begebenheit, kein Ereignis, kein konkretes Geschehnis aus dem Leben Jesu zugrunde liegt. Es soll durch dieses Fest eine Glaubenswahrheit ausgedrückt und an die Menschen herangetragen werden.

Christkönig hat immer den gleichen Termin

Das Christkönigsfest fällt jedes Jahr auf den Sonntag vor dem 1. Advent. Mit diesem Sonntag und mit der Feier dieses Hochfestes endet das katholische Kirchenjahr.

Zur Entstehung dieses Festes

Das Christkönigsfest wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt, es zählt daher zu den jungen Festen innerhalb der katholischen Kirche. Papst Pius XI setzte dieses Hochfest 1925 anlässlich des 1600-Jahr-Jubiläums des Konzils von Nicäa 325 mit der Enzyklika „Quas primas“ in den liturgischen Kalender der Kirche ein.

Der ursprüngliche Termin des Christkönigsfestes war direkt vor Allerheiligen, am letzten Sonntag im Oktober. Es wurde anlässlich der Liturgiereform des Zweiten Vatikanums dann auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres verschoben. Damit sollte nochmals stärker verdeutlicht werden, dass Christus, der Herr, der König über Raum und Zeit ist.

Der geschichtliche Hintergrund

Papst Pius XI stellte dieses Hochfest von der Königsherrschaft Jesu ganz bewusst in diese Zeit hinein. Ende 19. und Anfang 20. Jahrhundert befand sich die politische Landschaft Europas in einem starken Umbruchsprozess: Die Auswirkungen und Folgen des Ersten Weltkrieg waren noch weithin sicht- und spürbar und Europa veränderte sein machtpolitisches Gesicht: Monarchien verloren ihre Macht .Sie wurden zum Teil ersetzt und abgelöst von Demokratien. Und auch das Papsttum erfuhr eine massive Veränderung: Es verlor seine ganze weltliche Macht, als 1870 der italienische König in Rom einmarschiert war.

Papst Pius XI. sah durch den Siegeszug der Demokratie den christlichen Glauben und seine eigene Position geschwächt. Er wollte mit diesem Fest den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen und auch dem Laizismus (Trennung von Kirche und Staat) gezielt entgegentreten. Dieses Fest sollte den Gläubigen die Bedeutung von Jesus für Welt und Universum in dieser Umbruchzeit wieder vor Augen führen und den Menschen dieser Zeit Orientierung und Halt geben.

Politische Bedeutung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Tradition auf, dass sich junge Katholikinnen und Katholiken am Dreifaltigkeitssonntag, der Sonntag nach Pfingsten, öffentlich zu Jesus bekannten (Bekenntnissonntag).

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde es für katholische Jugendverbände immer schwieriger, ihre Traditionen und religiösen Gepflogenheiten auszuüben, da diese immer stärkeren Repressalien ausgesetzt wurden. Religiösen Gruppen war es nur noch erlaubt, sich zur rein religiösen Betätigung zu treffen. Damit bekam gerade der Bekenntnissonntag für sie eine besondere Bedeutung, da an diesem Tag die gläubigen Jugendlichen mit speziellen Uniformen und Fahnen ihr Zugehörigsein zu Christus im Gottesdienst und bei Prozessionen bekundeten und zur Schau trugen, damit aber auch auf eine bestimmte Weise ihren Widerstand gegen die nationalsozialistischen Vereine und Verbände zeigten.

1935 kam es zur terminlichen Verlegung des Reichssportfest auf den Sonntag nach Pfingsten. Damit wurde den jungen Christen ganz gezielt die Möglichkeit genommen, den „Bekenntnissonntag“ zu begehen. So wurde ein Alternativtermin gesucht und dieser im Tag des Christkönigsfestes Ende Oktober gefunden. Ein Termin, der einen starken Symbolcharakter bekommen sollte, da mit dem deutlichen Bekenntnis der katholischen Jugendlichen zu Jesus Christus, dem König der Welt, sie dem Führerkult der Nationalsozialisten eine  Absage erteilen konnten.

Die Bedeutung von Christkönig heute

Der Zugang zu diesem Fest wird mit fortschreitender Entfernung der Menschen von der Kirche immer schwieriger. Und doch trägt es nach wie vor ein Potential in sich: Es verweist heute noch darauf, dass christliche Werte die Demokratien des Westens wesentlich mitgeprägt haben und nach wie vor in ihnen gegenwärtig sind. Werte, die heute politisch aber immer mehr in Frage gestellt oder gänzlich ausgeklammert werden. Es sei hier an die Aufnahme von Flüchtlingen, den Schutz des Lebens und das Eintreten für faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen hingewiesen.

Das Christkönigsfest gibt uns immer wieder aufs Neue einen Anstoß, dass wir als Christen im Geiste Jesu dazu aufgerufen sind, dem Königreich Jesu „eine Lanze zu brechen“, in dem auch geflüchtete, alte, kranke, behinderte Menschen ihren ganz eigenen Platz finden können und finden dürfen. Einen Platz, den andere Länder und Regierungen mehr und mehr diesen absprechen.

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