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Weihnachtsbotschaft 2020 Foto: Kuss/Bischofskonferenz

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lk 2,14)

Weihnachten wird heuer anders sein als in den letzten Jahren: Wegen der Pandemie ist das soziale Leben eingeschränkt, viele Menschen machen sich Sorgen um ihre Beschäftigung, für andere ist die Belastung fast unerträglich geworden; zudem ist die Erinnerung an den Anschlag in der Wiener Innenstadt am Abend des Allerseelentags noch sehr lebendig. Vielleicht ist jetzt aber auch eine gute Zeit, über das nachzudenken, was an diesem Fest abseits der schönen Stimmung und der gewohnten festlichen Zusammenkünfte für uns wichtig ist.

Die Geschichte von der Geburt Jesu hat mich schon als Kind berührt, die Suche nach einem Platz zum Schlafen, die Geburt in der Nacht, das Fest um die Krippe. Später war es dann vor allem die große Weite der Perspektive, die die Erzählungen von der Kindheit Jesu auszeichnen: Der römische Kaiser Augustus wird genannt, Friede auf Erden verheißen, von fernen Ländern kommen auf wundersame Weise Menschen herbei und suchen den Neugeborenen.

Die Weite und universale Offenheit des christlichen Glaubens, die Frage nach dem Frieden, die Perspektive einer Länder, Kulturen, Religionen überschreitenden Geschwisterlichkeit aller Menschen macht Papst Franziskus zum zentralen Thema seiner neuen Enzyklika „Fratelli tutti“.

In diesem Zusammenhang geht er auch auf die aktuelle Pandemie ein: Für eine gewisse Zeit hat die Pandemie, die eine globale Tragödie ist, „wirklich das Bewusstsein geweckt, eine weltweite Gemeinschaft in einem Boot zu sein“ (32). Sie hat falsche Sicherheiten offengelegt (7) und kommt unserer Anmaßung, Herren des Lebens und von allem, was ist, zu sein, in die Quere. Entscheidend wird sein, dass wir daraus lernen und nicht noch mehr „in einen fieberhaften Konsumismus und in neue Formen der egoistischen Selbsterhaltung“ (35) verfallen. Dass gerade bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie eine „Unfähigkeit hinsichtlich eines gemeinsamen Handelns“ zutage getreten und es zu einer weitgehenden Zersplitterung gekommen ist (7), stimmt in dieser Frage nicht sehr zuversichtlich.

Insgesamt zeichnet der Papst aber bei aller Kritik an verschiedenen globalen Entwicklungen, die der  Achtung der Würde des Einzelnen und dem fortschreitenden Bewusstsein der Geschwisterlichkeit unter den Menschen entgegenstehen – er nennt u.a. ein auf Profit ausgerichtetes, ausbeutendes Wirtschaftsmodell auf globaler Ebene, Menschenhandel und Sklaverei, Kriege und Gewaltsituationen, der Umgang mit Flüchtlingen und Migranten und Täuschungen moderner Kommunikationsformen –, ein Bild der Hoffnung. Gott hat sich von der Welt nicht abgewandt, sondern fährt „fort, unter die Menschheit Samen des Guten zu säen“ (54). Gerade auch in der Tragödie der Pandemie haben Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Supermarktangestellte, ehrenamtliche Helfer, Priester und Ordensleute und viele andere ihren Dienst in dem Bewusstsein geleistet, „dass niemand sich allein rettet“ (54).

Wie viel Hoffnung und Freude Gott gerade dann schenkt, wenn Menschen sich ganz in den Dienst der Armen, Kranken, von allen Vergessenen stellen, zeigt das Beispiel des heiligen Franziskus von Assisi. Seine eigene Armut und seine Entscheidung für ein einfaches Leben empfand er als Befreiung. So wurde er allen, denen er begegnete, Reichen wie Armen, Gesunden wie Kranken, Mächtigen wie am Rand Stehenden zum Bruder, zum Zeichen für die Liebe Gottes. Und sie haben ihn als fröhlichen Menschen erlebt.

Der Papst sieht Franziskus als ganz wichtigen Zeugen für seine visionären Bilder der Verwirklichung universaler Geschwisterlichkeit: Die ersten Worte seiner Enzyklika sind Worte des Heiligen, und er erzählt zu Beginn die Geschichte von seinem territoriale, sprachliche, kulturelle und religiöse Grenzen überschreitenden Besuch bei Sultan Malik-al-Kamil in Ägypten (3).

Auch der wichtigste Gesprächspartner des Papstes zu den Themen der Enzyklika ist ein Muslim, Großimam Ahmad Al-Tayyeb. Er sammelt und entwickelt in ihr, wie er ausdrücklich sagt, prinzipielle Themen aus einem mit dem islamischen Theologen gemeinsam verfassten Dokument. Zudem hat er Zusendungen von Menschen und Gruppen aus aller Welt aufgenommen. (5) Der Text ist aber nicht nur aus einer Gesprächssituation heraus erwachsen, der Papst versteht auch das Ergebnis als Gesprächsbeitrag, der für den Dialog mit allen Menschen guten Willens offen sein soll (6) – ganz im Sinn des heiligen Franziskus, der keine Wortgefechte führte, „um seine Lehren aufzudrängen“, sondern die Liebe Gottes mitteilte (4).

Die demütige und geschwisterliche Liebe zu den Mitmenschen und Mitgeschöpfen ist die Antwort der Menschen, die in der Nachfolge Christi stehen, auf die Weite und Schönheit der Liebe Gottes. Deshalb ist für Franziskus das Geheimnis der Inkarnation so wichtig, der Menschwerdung Christi als liebender Entäußerung, wie sie in der Krippe sichtbar und spürbar zum Ausdruck kommen soll. In der winterlichen Kälte des Waldes, in der Grotte von Greccio, wurde eine einfache Krippe hergerichtet, Heu hineingelegt, Tiere hineingeführt. Dort feierte Franziskus mit den Brüdern und vielen Menschen aus der Gegend das Weihnachtsfest. In der Einfachheit und Armut des Kindes Jesus sah er die alles umfassende Liebe Gottes am deutlichsten ausgedrückt. Im äußersten Verzicht, in der leiblichen Hingabe, im Leiden des Kreuzes, das er ganz eng mit der Krippe zusammensieht, liegt die ganze Welt.

Beten wir zu Weihnachten für unsere Schwestern und Brüder, die mit Krankheiten und Armut zu kämpfen haben, die an den Folgen von Krieg, Terror und Gewalt leiden. Beten wir auch für alle, die andere unterstützen, weil sie Menschen sind und Hilfe brauchen. Besonders denke ich dabei zu Weihnachten an unsere Soldatinnen und Soldaten, die bei der Bewältigung der Herausforderung durch die Pandemie wertvolle Unterstützung leisten und die sich in internationalen Missionen für ein friedliches und sicheres Umfeld für andere Menschen einsetzen. Sie tragen dabei auf ihre Weise zum Aufbau einer friedlichen, rechtlich geordneten, geschwisterlichen Welt bei.  

Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Hier finden Sie die Weihnachtsbotschaft des Militärbischofs zum Download!

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