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Geschichte der Militärseelsorge: "Bilder und Texte aus der Soldatenseelsorge 1550-1945"

Bilder und Texte aus der Soldatenseelsorge Bilder und Texte aus der Soldatenseelsorge

Ein kleines Museum der deutschen evangelischen Militärseelsorge in Buchform hat Militärgeneraldekan Reinhard Gramm zusammengestellt: exemplarische Bilder, Berichte und Anekdoten sowie Rechtstexte aus rund 400 Jahren Militärseelsorge bis 1945. Sie kommen großteils ohne Erläuterungen aus, sollen Durchblicke in die Geschichte eröffnen und zu selbständigem Werten und Verknüpfen herausfordern. 

Die Durchblicke können dabei durchaus unterhaltsam sein: etwa wenn sich Friedrich der Große in einem Brief an einen unbekannten Offizier über die „luderische[n] Faffen“ echauffiert, die nur liederliche Sachen machen und sich offenbar besonders als Säufer auszeichnen. (18) Oder wenn ein Feldprediger berichtet, dass sein Zelt 1675 von einer Kugel getroffen wurde und die Hand seines dreijährigen Sohnes, über die die Kugel fuhr, sich vorübergehend schwarz verfärbte.

Dass zu den Aufgaben der Militärseelsorgern neben Gebet und Gottesdienst, der Sorge um Verwundete, Sterbende und zum Tod Verurteilte auch die Motivierung der Soldaten im Kampf gehörte, zeigen lllustrationen eines Andachtsbuchs des späten 17. Jahrhunderts. Nach der Königlich Preußischen Militair-Kirchen-Ordnung von 1832 hat der Militärgeistliche den Truppen in ganz ähnlichem Sinn vor dem Gefecht „ihre Pflichten für König und Vaterland ... vorzuhalten“ (46). Dabei gingen manche Seelsorger in ihrem Eifer sogar der militärischen Führung zu weit. Ein General, Brigadekommandant im Ersten Weltkrieg, wies einen Pfarrer nach dessen Ansprache mit den Worten zurecht: „Für den Patriotismus lassen Sie mich sorgen. Sie sorgen dafür, daß Evangelium gepredigt wird.“ (48)

Die letzten Seiten gehen auf die Wehrmachtsseelsorge während der NS-Zeit ein. Interessant ist dabei etwa, dass der damalige Feldbischof Dohrmann schon im ersten Erlass nach Beginn des Zweiten Weltkriegs angewiesen hat, bei Bestattungen von Gefallenen nicht von Heldentod zu sprechen noch alle Gefallenen selig zu sprechen, sondern den „Ernst des Todes, die Hoffnung der Auferstehung und die todüberwindende Kraft des christlichen Glaubens zu beteuern.“ (58)

Bilder und Texte aus der Soldatenseelsorge 1550-1945, herausgegeben vom Evangelischen Kirchenamt für die Bundeswehr, Bonn 1983, 72 Seiten, Sprache: deutsch

Buchnummer: MBBA 15.563

Link zum Medium im OPAC

MBBA