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Kriegslyrik: "Das eiserne Korps im Felde und Daheim"

Das eiserne Korps im Felde und Daheim Das eiserne Korps im Felde und Daheim

Unter diesem für einen Lyrikband doch ungewöhnlich spröden Titel hat der steirische Priester und promovierte Theologe Georg Gimpl im Ersten Weltkrieg zu Weihnachten 1917 einen schmalen Band mit Gedichten veröffentlicht, die erst von Steirern im Kriegseinsatz handeln, von sich durch besonders tapfere Aktionen auszeichnenden Soldaten, vom Tod im Feld (Gebet eines sterbenden Soldaten) und gegen Ende immer wieder von den Sorgen der Familienangehörigen daheim: Bräuten, Müttern, Kindern.

Die lyrische Sprache ist dabei eher schlicht, konventionell, mit Hang zum Pathos und zur Idylle als Kontrast zu den traumatisierenden Erfahrungen: „‚Lieb‘ Mutter, hörst du den Silberton?/ Jetzt kommt das Christkindlein. Am Stubenfenster klopft es schon,/ Mach‘ auf und lass‘ es ein.‘ […] ‚Nein, nein, auf der Straße eilte wer,/ Der Vater, Kind, kommt nimmermehr./ Der Vater fiel in der blutigen Schlacht,/ Der feiert im Himmel die heilige Nacht.‘“ (S. 35.37)
Ein Gedicht ist allerdings aus militärseelsorglicher Sicht bemerkenswert: Es ist an einen offenbar verwundeten Feldkuraten gerichtet, der vielleicht den verstorbenen Angehörigen beigestanden hat und der auch in Bezug auf Tapferkeit und Nachruhm den Soldaten zugerechnet wird: „Es falten sich die Kinderhände,/ Die um das teu’rste Leben fleh’n:/ ‚Gott schütze ihn! Vielleicht dem Vater/ Hat er ins brechende Aug‘ geseh’n.‘/ Du Steirerheld im Priesterkleide,/ Wir drücken dankend dir die Hand,/ Ist einst von Steirerblut die Rede,/ Wird auch dein Name mitgenannt.“ (S. 34)

Gimpl, Georg: Das eiserne Korps im Felde und Daheim. Gedichte, Graz 1917, 60 Seiten, Sprache: deutsch

Buchnummer: MBBA 17442

MBBA