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Literatur zum Krieg: "Das Menschenschlachthaus"

Das Menschenschlachthaus Das Menschenschlachthaus

Wilhelm Lamszus, Lehrer und Reformpädagoge, gilt als ein bedeutender Vertreter der deutschen Antikriegsliteratur. Schon 1881, anlässlich einer Reserveübung, hatte Lamszus begonnen sich mit der Thematik eines zukünftigen Krieges zu beschäftigen und ein Jugendbuch konzipiert, das sich gegen die Kriegsverherrlichung stellen sollte.

Aus diesen Überlegungen entstand schließlich sein bekanntestes Werk, „Das Menschenschlachthaus. Bilder vom kommenden Krieg“, das 1912 veröffentlicht, 1915 jedoch verboten wurde. In diesem lässt Lamszus den Ich-Erzähler eine zunehmende Desillusionierung der anfänglichen Kriegsbegeisterung erfahren und schildert eindrucksvoll die Schrecken eines maschinellen Krieges. Der zweite Teil, „Das Irrenhaus“, der bereits 1914 fertiggestellt war, aber während des Ersten Weltkriegs nicht veröffentlicht wurde, erschien 1919 mit einem Vorwort von Carl von Ossietzky und schildert die Erfahrungen des Erzählers im Lazarett und bei seiner Heimkehr. Was Lamszus‘ „Das Menschenschlachthaus“ aus den Werken seiner Zeit besonders heraushebt, ist die Rolle, die er der Maschine in dem modernen Krieg zuschreibt:

„wir laufen ja nicht einmal gegen Menschen an. Maschinen sind auf uns gezückt. Wir laufen ja nur gegen die Maschinen an. Und die Maschine triumphiert in unser Fleisch hinein. Und die Maschine trinkt das Blut aus unseren Adern und säuft es eimerweise aus. Schon liegen hinter uns die Angeschossenen in Reihen hingemäht und wälzen sich auf ihren Wunden. Und doch stürmt es von hinten nach, zu hunderten, junges, gesundes Menschenfleisch, das die Maschine schlachten wird...“ (S.61-62)

Beachtenswert ist bei der Neuauflage des Menschenschlachthauses aus dem Jahr 2014 im Donat Verlag (in der Reihe Geschichte und Frieden) die Wahl des Titelbildes: ein Werk von Otto Fischer-Trachau (Mitglied der Hamburger Secession und ebenso wie Lamszus lange Zeit in Hamburg lebend), das er während seines Einsatzes als Kriegsberichterstatter im Ersten Weltkrieg angefertigt hat. Die Vorbemerkungen des Herausgebers Andreas Pehnke bieten eine informative Orientierungshilfe zur Einordnung des nachfolgenden Textes.

Wilhelm Lamszus: Das Menschenschlachthaus. Visionen vom Krieg. Neu hrsg. und eingel. von Andreas Pehnke, Bremen 2014. 159 Seiten, Sprache: deutsch

Buchnummer MBBA: 8710

MBBA