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Die Insignien des neuen Bischof der Erzdiözese Wien

Die Insignien des Bischofs Die Insignien des Bischofs Bild: Erzdiözese Wien/Schönlaub

Mit der Amtseinführung eines Bischofs treten Symbole in den Mittelpunkt, die weit mehr sind als liturgischer Schmuck. Die sogenannten Insignien – ursprünglich Abzeichen oder Ehrenzeichen – haben sich im Lauf der Kirchengeschichte zu sichtbaren Zeichen des geistlichen Amtes entwickelt. Sie verweisen auf Auftrag, Verantwortung und die enge Bindung an Kirche und Glauben.

Zu den bischöflichen Insignien zählen der Hirtenstab (Pastorale), die Bischofsmütze (Mitra), der Bischofsring und das Brustkreuz (Pektorale). Als zusätzliches Zeichen seiner Stellung erhält ein Erzbischof das Pallium, das ihm vom Papst verliehen wird.

Der Hirtenstab – Zeichen der Leitung

Der Bischofsstab wird dem neuen Bischof mit den Worten überreicht: „Ich übergebe dir diesen Stab als Zeichen des Hirtenamtes.“ Er macht deutlich, dass der Bischof seiner Diözese vorsteht, Verantwortung übernimmt und für die ihm anvertrauten Menschen Sorge trägt. Der Stab, den der neue Erzbischof künftig verwendet, stammt von Weihbischof Krätzl und wird ihm vom Domkapitel auf Amts- und Lebenszeit übergeben – ein Zeichen des Vertrauens und der Kontinuität.

Die Mitra – Auftrag zu einem aus dem Glauben heraus geführten Leben

Die Mitra gilt heute als Zeichen des bischöflichen Amtes und ist mit dem Wunsch verbunden, der Bischof möge „mit dem Glanz der Heiligkeit“ umgeben sein. Gemeint ist ein Leben, das aus dem Glauben heraus gestaltet wird und in dem Entscheidungen aus dieser Haltung erwachsen. Die Mitra von Erzbischof Grünwidl ist symbolisch gestaltet: Wellenlinien gehen in die sieben Flammen des Heiligen Geistes über – ein Verweis auf geistliche Kraft, Erneuerung und Führung.

Der Bischofsring – Ausdruck der Treue

Der Ring steht für die bleibende Verbundenheit und Treue des Bischofs zur Kirche. Bei der Übergabe heißt es: „Trag diesen Ring als Zeichen deiner Treue.“ Erzbischof Josef entschied sich für eine Nachbildung des Konzilsrings. Dargestellt sind Jesus Christus sowie die Apostelfürsten Petrus und Paulus – Sinnbilder für Auftrag, Zeugnis und kirchliche Einheit.

Das Brustkreuz – ursprünglich ein Zeichen des Schutzes, für Bischof Josef auch ein Bekenntnis zum Guten Hirten

Als Brustkreuz wählte der neue Erzbischof eine Kopie des Pektorales von Papst Franziskus. Es zeigt Christus als Guten Hirten sowie den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube. Das Kreuz wird so zum persönlichen Glaubenszeichen und zugleich zum öffentlichen Bekenntnis zum pastoralen Dienst.

Das Pallium – Verbindung mit dem Papst

Das Pallium ist ein schmaler, weißer Wollschal mit sechs schwarzen Seidenkreuzen. Es dient als Amtszeichen der Metropoliten und symbolisiert die besondere Verbindung des Erzbischofs mit dem Papst. Mit der Verleihung bestätigt der Papst die Jurisdiktion des Erzbischofs innerhalb seiner Kirchenprovinz. Die Herstellung des Palliums folgt einer alten Tradition: Die Wolle stammt von zwei Lämmern, die am Fest der heiligen Agnes am 21. Januar gesegnet werden.

Die Insignien eines Erzbischofs sind damit mehr als sichtbare Zeichen eines Amtes. Sie erzählen von Verantwortung, geistlicher Sendung und der Verwurzelung in einer jahrhundertealten Tradition, die bis heute das kirchliche Leben prägt.