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Informationen aus der Kirche

Informationen aus der Kirche (5)


Fronleichnam zählt zu den höchsten Feiertagen innerhalb des römisch-katholischen Kirchenjahres. Dieser Festtag trägt auch den Namen »Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi«. Die lateinische Bezeichnung lautet »Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi«, in anderen Sprachen trägt dieser Feiertag den Namen »Corpus Christi«.
 
Wann wird Fronleichnam gefeiert?
Fronleichnam ist ein beweglicher Festtag. Wann dieser begangen wird, hängt vom Ostertermin ab, der von Jahr zu Jahr variiert. Am 60. Tag nach dem Ostersonntag wird das Fronleichnamsfest gefeiert, d.h., dass der Termin dafür der zweite Donnerstag nach Pfingsten bzw. der Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag ist.
 
Woher stammt der Name Fronleichnam?
Die Bezeichnung Fronleichnam leitet sich von den mittelhochdeutschen Wörtern vron (Herr, Herrschaft) und lichnam (Leib) ab und bedeutet „Leib des Herrn“.
Der Blick auf den Namen des Feiertags mag durchaus etwas verwirrend sei. Es schwingt bei diesem Festtag aber nichts von Fron im Sinne von Arbeit und Zwang, noch was von Leichnam als leblosem Körper mit. Genau das Gegenteil ist hier der Fall: Fronleichnam beschreibt ein lebendiges Fest zu Ehren des Leibes des Herrn.
 
Was feiern Katholiken an Fronleichnam?
An diesem Tag steht Jesus Christus im Zentrum. Begangen wird hier ein Fest der Dankbarkeit für die leibliche Gegenwart Jesu in Brot und Wein. Es geht hier um die besondere Gemeinschaft der Gläubigen mit ihm im Abendmahl.
Erinnerung an Gründonnerstag
Das Fronleichnamsfest hängt aufs Engste zusammen mit dem letzten Abendmahl Jesu und der Einsetzung der Eucharistie. Mit den Worten »Dies ist mein Leib« … »Dies ist mein Blut« verteilte Jesus am Abend des Gründonnerstages beim letzten Abendmahl Brot und reichte Wein an die Jünger. So ist nach katholischem Glaubensverständnis Jesus in den Gestalten von Brot und Wein in der Eucharistie real körperlich anwesend.
 
Brauchtum am Fronleichnamsfest
Das Fronleichnam ist das volkstümlichste religiöse Fest, das auf besonders prunkvolle und aufwendige Weise mit Prozessionen gefeiert wird und an dem sich neben den verschiedenen Kirchengruppen oft auch örtliche Vereine und Gruppen wie Musikverein, freiwillige Feuerwehr und Kindergärten beteiligen.
Heuer wird aufgrund von der Coronapandemie all dies nicht so in gewohnter Weise stattfinden können. Die österreichische Bischofskonferenz hat dazu folgende Regelungen erlassen: 
− Die Regeln und Hinweise für die Gottesdienste in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel sind auch hier anzuwenden. 
− Gemeinsames Singen und Sprechen der Gemeinde bleiben wie im Kirchenraum derzeit noch stark eingeschränkt.
− Zur musikalischen Gestaltung können eine Musikkapelle, ein Chor und verschiedene Ensembles beitragen. Die dafür geltenden rechtlichen Bestimmungen sind zu beachten. Ein entsprechend größerer Abstand zueinander und zur feiernden Gemeinde ist einzuhalten.
− Die Größe und die Zusammensetzung der feiernden Gemeinde (bei der Eucharistiefeier und bei einer allfälligen Prozession) sollen in etwa der üblichen Gottesdienstgemeinde entsprechen.
− Die übliche feierliche Form der Prozession kann so in diesem Jahr nicht stattfinden.
− Bei günstigem Wetter ist es möglich, dass die Eucharistie unter freiem Himmel gefeiert wird. Findet die Messe unweit der Kirche statt, kann anschließend das Allerheiligste in einfacher Form dorthin übertragen werden.
− Lokale Gewohnheiten für schlichte Formen von (in diesem Jahr möglichst nur einer) Statio und Prozession können, sofern alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden, aufgegriffen bzw. adaptiert werden.
Die Einschätzung der Möglichkeiten, eine Durchführung in solchen Fällen verantworten zu können, liegt bei den Pfarrgemeinden.
 
Zur Entstehung des Feiertags
Während bei Festen wie Weihnachten oder Ostern ein konkretes Heilsereignis aus dem Leben Jesu gefeiert wird, steht bei Fronleichnam eine Glaubenswahrheit im Zentrum. Somit zählt Fronleichnam zu den Ideenfesten.
Der Ursprung dieses Festes lässt sich im 13. Jahrhundert ausmachen. Die Augustinernonne Juliana von Lüttich hatte eine Vision: Sie berichtet, dass sie im Traum den Mond gesehen hat, der an einer Stelle einen dunklen Fleck hatte. Gedeutet wurde diese Vision so, dass ein Fest zu Ehren des Altarsakraments der Kirche fehlt.
1246 führte Bischof Robert von Lüttich das Fest der leiblichen Gegenwart Christi in der Eucharistie in seinem Bistum ein. Im Jahr 1264 wurde dieses Fest von Papst Urban IV. zu einem Fest der Gesamtkirche erhoben.
 
Das wundersame Zeichen der blutenden Hostien von Bolsena
Wohl mitausschlaggebend für diese Entwicklung war das Blutwunder von Bolsena im Jahr 1263: Hier soll der Priester Peter von Prag im Verlauf der Feier der Heiligen Messe Blutstropfen auf den geweihten Hostien entdeckt haben. Dies soll dazu geführt haben, dass die Zweifel dieses Priesters am Dogma der Transsubstantiation, d.h. der Wandlung von Brot zu Leib Christi und Wein zu Blut Christi, durch die „blutenden“ Hostien gewandelt wurden.
Die blutenden Hostien brachte man zu Papst Urban IV. Dieser legte daraufhin den zweiten Donnerstag nach Pfingsten als Datum für das Fest der Eucharistie fest. Es sollte allerdings noch bis ins 14. Jahrhundert dauern, bis das Fest in der gesamten Kirche „ankam“.
 

Am Gründonnerstag gedenkt die Kirche des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung. Der Gründonnerstag zählt zu den drei Kartagen im engeren Sinn. Mit der Vesper beginnt am Abend des Gründonnerstags das so genannte Triduum Sacrum (oder Triduum Paschale), also die Feier der drei österlichen Tage (Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag). Als Gedächtnistag des letzten Abendmahls und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst kommt dem Gründonnerstag ein hoher Rang in der Liturgie zu.

Die Herkunft des Namens "Gründonnerstag" ist nicht völlig geklärt. Er leitet sich aber wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Wort "greinen" ab, das so viel wie weinen bedeutet. Am Gründonnerstag wurden die Büßer - die Weinenden - die noch am Aschermittwoch vom Gottesdienst der Gemeinde ausgeschlossen waren, wieder in diese aufgenommen. In vielen Familien ist es bis heute Brauch, am Gründonnerstag Spinat zu essen, in einigen Gegenden wird Kräutersuppe gekocht.

Eine wichtige Tradition im Gottesdienst am Gründonnerstag ist die Fußwaschung. Die Fußwaschung war ein Liebesdienst Jesu an seinen Jüngern und nach alter Tradition Teil der Gründonnerstagsliturgie.

Am Karfreitag gedenken Christen des Kreuztods Jesu. Der Karfreitag wird auch „Stiller“ oder „Hoher Freitag“ genannt. In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fast- und Abstinenztag. Unter Einbeziehung des Gründonnerstagabends ist der Karfreitag der erste Tag der österlichen Dreitagefeier (Triduum Sacrum oder Triduum paschale), die in ihrer Gesamtheit in allen christlichen Konfessionen das höchste Fest des Kirchenjahres darstellt und wie ein einziger Gottesdienst als das Pascha-Mysterium gefeiert wird.

Im Mittelpunkt der Feier am Karfreitag steht die Leidensgeschichte Jesu. Der am Karfreitag in vielen Pfarren gegangene Kreuzweg beschreibt dabei die Stationen des Leidens Jesu, von seiner Verurteilung bis zur Grablegung. Die Karfreitagsliturgie findet im Idealfall um 15.00 Uhr, der Sterbestunde Jesus, statt. Es ist ein von Stille geprägter Gottesdienst, so wird nur a capella gesungen und es läuten keine Glocken.

Am Karfreitag gibt es keine Heilige Messe, es darf keine Eucharistiefeier stattfinden. In vielen Pfarren wird auch auf die Kommunionfeier verzichtet, denn am Todestag Jesu soll der Mensch es aushalten den Leib Christi nicht empfangen zu können. Ein wichtiger Bestandteil der Karfreitagliturgie sind die Großen Fürbitten, in denen Gott für seine Erlösungstat gedankt und um die Erlösung aller Menschen, auch jener die nicht an ihn glauben, gebetet wird. Die Messgewänder der Priester am Karfreitag sind rot wie an den Märtyrertagen.

Der Palmsonntag bildet den sechsten und letzten Sonntag in der Fastenzeit und ist gleichzeitig der Beginn der Karwoche. Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Zum Zeichen seines Königtums jubelte das Volk ihm zu und streute dem nach Jerusalem Kommenden Palmzweige. Palmen wurden vielerorts als heilige Bäume verehrt, waren etwa in Delos dem Apollon heilig. Im Mittelmeerraum galten sie von alters her als Sinnbild des Lebens und des Sieges, in Israel insbesondere auch das Symbol für die Unabhängigkeit und den siegreichen König. Von daher stellte der so gestaltete Einzug in Jerusalem auch für die Römer eine besondere Provokation dar. Der Esel wiederum war ein Sinnbild des gewaltlosen Friedenskönigs und der Bescheidenheit.

In der katholischen Kirche findet am Palmsonntag auch die sogenannte Palmweihe und Prozession statt. Sie wird im Gedächtnis an Einzug Jesu Christi in Jerusalem gefeiert, als Christus auf einem Esel in Jerusalem einzog und ihm mit Palmwedeln und dem Ruf „Hosanna dem Sohne Davids!“ als Messias gehuldigt wurde.

Die Osternacht, die Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag, ist im Kirchenjahr die „Nacht der Nächte“: eine Nacht des Wachens und Betens zum Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und damit an den Durchgang vom Tod ins Leben.

Am Anfang wird das Osterfeuer vor der Kirche wird die Osterkerze entzündet- damit beginnt die Feier der Osternacht. Dann zieht die Gemeinde mit der Osterkreze in die nicht beleuchtete Kirche ein, dreimal bleibt die Prozession stehen und antwortet auf den Ruf: "Christus, das Licht" mit: "Dank sei Gott". Der Übergang vom Dunkel zum Licht, die Symbolik von Licht und Finsternis, fasst zusammen, was in der Osternacht gefeiert wird: Die Auferweckung Jesu von den Toten.

Die Osternachtsfeier ist lang, sie schließt alles ein, was für die Glaubenden mit der Auferstehung Jesu verbunden ist: In insgesamt zehn möglichen Lesungen aus der Bibel wird die gesamte Heilsgeschichte vergegenwärtigt und auf den Höhepunkt, die Auferstehung Jesu, hingeführt.

Das ist einerseits der Rückblick auf die Geschichte Gottes mit den Menschen, andererseits der Vorausblick, die Hoffnung auf Rettung aller Menschen.

Durch die zahlreichen Lesungen aus dem Alten Testament soll aufgezeigt werden, dass Gott schon in der Vergangenheit rettend gewirkt hat. Er hat die Israeliten aus dem Sklavendasein in Ägypten befreit, Abraham davor bewahrt, seinen Sohn zu opfern, die Gefangenen aus Babylon zurückgeführt - und er behütet die Schöpfung vom ersten Tag an davor, im Chaos unterzugehen. Die Auferweckung Jesu von den Toten ist - wenn man all diese Ereignisse bedenkt - eine Bestätigung für Gottes behütendes und rettendes Wirken.

Den Höhepunkt der Osternachtfeier bildet die Eucharestiefeier. In der Regel bringen bei der Gabenbereitung die Neugetauften die Gaben zum Altar; dies können aber auch die Ministranten oder andere Gemeindemitglieder tun, häufig auch hier jedoch in besonders feierlicher Prozession. Für die Heilige Kommunion empfiehlt die Gottesdienstkongregation: „Es ist angebracht, der Kommunion in der Osternacht die Fülle des eucharistischen Zeichens zu geben, indem man sie unter den Gestalten von Brot und Wein reicht.“

Der feierliche Segen schließt diesen festlichen und frohen Gottesdienst ab. Vielerorts schließt sich an die Liturgie ein gemeinsames Ostermahl oder bei morgendlicher Feier ein festliches Frühstück an, in dem die alte Tradition der Agape weiterleben soll. Der Verzehr von zuvor gesegneten Osterspeisen und das Teilen der Ostereier bzw. das „Eierpecken“ sind ebenfalls Teil der volkstümlichen Osterbräuche.

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