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Die Osterfeiern 2020 werden "unter Pandemie-Bedingungen" stattfinden müssen, und was dies heuer bedeutet, haben die österreichischen Bischöfe jetzt in "grundsätzlichen Vorüberlegungen für alle Feiern vom Palmsonntag bis zur Osternacht" dargelegt. Die gegenwärtige Ausnahmesituation erfordere, die Osterliturgien in kleiner Besetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu feiern: Jeder gesunde Priester bzw. Pfarrer, der einer Gemeinde vorsteht und einen geeigneten Kirchenraum zur Verfügung hat, solle vier Gläubige bitten, "die erklärterweise gesund sind und nicht einer Risikogruppe angehören", mit ihm die Osterwoche liturgisch zu begehen. Idealerweise soll diese Gemeinschaft für alle Feiern ab dem Palmsonntag dieselbe bleiben, raten die Bischöfe.

Das Gros der Katholikinnen und Katholiken soll das zentrale christliche Fest zuhause unter Nutzung von Medien und Internet oder aber als "Hauskirche" feiernd mitvollziehen. Quasi als motivierende Richtschnur der heuer drastisch eingeschränkten Osterfeierlichkeiten stellen die Bischöfe ihren Vorgaben ein Wort aus dem Philipperbrief im Neuen Testament voran: "Ich habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden: Ich weiß Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben" (vgl. Phil 4,11-12).

"Besondere Zeiten erfordern besondere Lösungen", heißt es eingangs lapidar zu den teils detaillierten Handlungsempfehlungen der Bischofskonferenz. Ausgearbeitet hat diese österreichweite Rahmenordnung für die Kar- und Osterliturgien das Österreichische Liturgische Institut unter Mitwirkung des Referatsbischofs für Liturgie, Anton Leichtfried (St. Pölten). Jede der zehn österreichischen Diözesen kann noch eigene Richtlinien erlassen, die Vorgaben sind schnellstmöglich allen Pfarren mitzuteilen.

Auch medial vermittelte Feiern wirksam

Die an die gegenwärtige Situation angepasste Übertragung von Sonn- und Feiertagsgottesdiensten biete den Gläubigen Gelegenheit, sich an ihren Lebensorten als "physisch präsente, aber nicht füreinander sichtbare (virtuelle) und räumlich getrennte" Gemeinschaft zu verstehen, heißt es in dem Text. Obwohl Liturgie zunächst und von ihrem Wesen her lebendige gottesdienstliche Feier sei und die Präsenz einer konkreten Feiergemeinde erfordere, sind laut den Bischöfen "Berechtigung und Bedeutung von medial übertragenen Gottesdiensten längst unumstritten".

Sie verweisen auch auf den Päpstlichen Segen "Urbi et orbi", der verdeutliche, dass das medial zugesprochene Wort Gottes, das Gebet, der Lobpreis sowie der Schutz und die Hilfe Gottes "auch über die Grenzen der physisch versammelten Gemeinschaft hinaus wirksam sind".

Kleine Feiergruppe kein "heiliger Rest"

Zu den von den Pfarrern bzw. Priestern auszuwählenden vier Gläubigen halten die Bischöfe fest, diese kleine Gemeinschaft repräsentiere die große, die wegen des Versammlungsverbotes zu Ostern nicht in die Kirchen kommen kann. Diese Feiergruppe seien weder "Auserwählte" noch "heiliger Rest", sondern Repräsentantinnen und Repräsentanten. Dies gelte es auch innerhalb der Pfarrgemeinden zu kommunizieren. Auch über die gottesdienstlichen Zeiten, in denen sich die Gruppe versammelt. solle informiert werden, damit sich die Vertretenen während dieser Zeit "als Hauskirche mit dem Wort Gottes, dem Bibelgespräch, dem gemeinsamen Beten oder im Lobpreis im Glauben verbunden wissen können", heißt es in der Rahmenordnung.

Als Schauplatz sei ein Kirchenraum - sinnvollerweise der Altarraum - zu wählen, der sich für die nötige Distanz und gemeinsame Feier eignet; der vorgeschriebene Abstand von zumindest einem Meter zueinander sei einzuhalten. Die Zugänge zur Kirche sind während der Osterliturgie verschlossen zu halten, "sodass für diese Zeit kein Zutritt für einen nicht von vornherein bestimmten Personenkreis besteht", so die Direktive an die Priester.

Die nötigen liturgischen Dienste sollten von Priester und ausgewähltem Quartett geleistet werden können - also Lektor oder Lektorin, Kantor oder Kantorin, Ministrant oder Ministrantin seien vorzusehen. Auch der Gesang soll der Liturgie entsprechend gepflegt werden. Die Kommunion soll nur in Brotgestalt ausgeteilt werden, in Form einer größeren Hostie, die entsprechend der Anzahl der Mitfeiernden geteilt wird.

Von Palmsonntag bis zur Osternacht

Es folgen in der Rahmenordnung genauere Richtlinien die einzelnen Festtage Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternacht am Karsamstagabend betreffend. Durchgehende Aufforderung dabei: Achten auf Hygiene und Ansteckungsgefahr. So sind z.B. am Karfreitag der sonst übliche Kuss des Kreuzes und dessen Berührung nacheinander untersagt: "Es reicht die Kniebeuge, eine Verneigung zur Verehrung oder auch das Ausharren in Stille", so die Bischöfe.

Besondere Bedeutung komme heuer den Fürbitten zu. Die Rahmenordnung enthält dazu sogar eine Formulierungsvorschlag für das Gebet der großen Fürbitten: "Schwestern und Brüder, stärker als sonst erfahren wir in diesen Tagen, wie wenig wir das Leben in der Hand haben. Geben wir dem besonders heute seinen leibhaftigen Ausdruck: solidarisch mit denen, die niedergedrückt sind, knien wir bei jeder Bitte nieder zum Gebet in Stille."

Für den Palmsonntag wird der kleinen Feiergruppe eine Palmprozession empfohlen, die jedenfalls im Kircheninneren mit Beginn beim Portal stattzufinden habe. Auf die traditionelle Fußwaschung, die am Gründonnerstag seit 1956 Teil der Messfeier vom letzten Abendmahl ist, wird heuer verzichtet. Die in der Karwoche gefeierten Chrisammessen verschiebt die Bischofskonferenz auf die Zeit nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Corona-Virus.

Zur Osternacht heißt es: "Wo es die räumlichen Verhältnisse nicht verantwortbar zulassen, kann auf das Osterfeuer verzichtet werden. Die Osterkerze wird in diesem Falle mit einem frischen Zündholz entzündet." Am Ostersonntag soll nach dem Wunsch der Bischöfe auf jeden Fall dafür gesorgt sein, dass die Osterkerze in allen Kirchen entzündet wurde. "Das Licht kann idealer Weise aus einer Feier stammen, die zuvor in einer hauskirchlichen Feier gestaltet worden war."

Für die Hauskirche stellen die Liturgiereferate der Diözesen die Handreichung "Hausgebete - Feiern in der Familie" zur Verfügung. Darin enthalten sind u.a. ein Hausgebet mit Segnung der Palmzweige, eine Ölbergandacht am Gründonnerstag, eine Feierandacht in der Osternacht mit Lichtlobpreis und Danksagung für die Nacht der Nächte, ein Segen der Osterspeisen. Viele weitere Angebote von Liedern, Gebeten und Andachten stehen im Gotteslob zur Verfügung.

Weiters fordert die Bischofskonferenz die Gemeinden auf, jedenfalls die Glocken zu läuten, wenn sie Gottesdienst feiern und jeweils während des Gloria am Gründonnerstag und in der Osternacht.

Bischöfliche Ad-hoc-Kommission

Vorbereitet wurden die Beschlüsse der Bischofskonferenz durch eine bischöfliche Ad-hoc-Kommission, die vor zehn Tagen auf Basis eines schriftlichen Umlaufbeschlusses unter den Mitgliedern der Bischofskonferenz eingesetzt wurde. Ihre Aufgabe ist, sich bis zur nächsten Vollversammlung der Bischöfe allen wichtigen und unaufschiebbaren Fragen zu widmen, die sich insbesondere aufgrund der Pandemie stellen.

Der Kommission gehören Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof Franz Lackner, Bischof Manfred Scheuer und Bischof Wilhelm Krautwaschl an. Kommuniziert wird via Telefonkonferenz. Die Ad-hoc-Kommission hat diese Woche am Dienstag auf diese Weise getagt und die entsprechenden Beschlüsse vorbereitet, die dann im Rundlauf unter allen Mitgliedern der Bischofskonferenz gefasst wurden.

Bereits vor zehn Tagen wurde beschlossen, dass Kardinal Schönborn bis auf Weiteres Vorsitzender der Bischofskonferenz bleibt. Er wird dabei durch seinen Stellvertreter Erzbischof Lackner unterstützt und wo nötig entlastet.

Die Österreichische Bischofskonferenz hat die für den kirchlichen Bereich geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bekräftigt und konkretisiert. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung wird nochmals verbindlich festgehalten, dass bis auf Weiteres alle öffentlichen Gottesdienste und religiöse Versammlungen untersagt sind und abgesagt werden. Daher hat die Bischofskonferenz entschieden, dass die Erstkommunionen und Firmungen verschoben werden. Auch der österreichweite Pfarrgemeinderäte-Kongress (21.-23. Mai) findet nicht statt. Über eine alternative Durchführung werde bei der nächsten Vollversammlung beraten. Zudem wird die "Lange Nacht der Kirchen" (5. Juni) - in Absprache mit den anderen Kirchen in Österreich - für heuer abgesagt.

Kathpress dokumentiert im Folgenden die Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz im Wortlaut:

Gott, richte uns wieder auf (Ps 80,4)

Ein Wort der Zuversicht und Hoffnung in der Corona-Krise

Wir alle sind von der aktuellen Pandemie intensiv betroffen und erleben eine Ausnahmesituation, die es in dieser Weise noch nie gegeben hat. Als Bischöfe Österreichs sprechen wir allen Kranken und deren Angehörigen Trost zu und versichern, sie verlässlich in unsere Gebete einzuschließen. Allen, die für Kranke, Pflegebedürftige und besonders schutzbedürftige Personen tätig sind und dabei außerordentlichen Belastungen ausgesetzt sind, gilt unser herzlicher Dank. Sie leisten einen unschätzbaren Dienst! Ebenso gebührt hoher Respekt und Dankbarkeit allen Personen, die aktuell die Versorgung und Sicherheit unseres Landes und das Funktionieren des Staates aufrechterhalten.

Die Katholische Kirche unterstützt im vollen Umfang die staatlichen Maßnahmen und will dazu beitragen, dass die Krise möglichst rasch gemeinsam bewältigt werden kann. Unser Glaube an Jesus Christus ist dazu eine kostbare Hilfe, eine Quelle der Geduld und eine unersetzbare Solidaritätskraft, die es jetzt ganz dringend braucht. Wir möchten in ökumenischer Verbundenheit mit allen Gläubigen unseres Landes alles tun, um das Leben von Menschen zu schützen, gleichzeitig aber auch deren seelische Gesundheit nicht aus den Augen verlieren.

Für andere da zu sein und dabei den körperlichen Kontakt zu meiden, rettet jetzt Leben. Diese Haltung entspricht in der gegenwärtigen Situation einer richtig verstandenen christlichen Selbst- und Nächstenliebe. Das Wort Gottes und das Gebet sind aktuell die wichtigste geistliche Nahrung, die wir alle für diese Haltung benötigen. Die Pfarren erweisen sich nun auch ohne gemeinsame Gottesdienste als lebendiges Netzwerk. Alle, die einen kirchlichen Dienst ausüben, sind jetzt besonders in ihrer Kreativität gefordert, ohne physischen Kontakt dennoch für die Menschen erreichbar und da zu sein und dabei alle zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle zu nutzen. Wir möchten alle Gläubigen des Landes bitten, in dieser Ausnahmesituation Hauskirche zu leben und die äußere Einschränkung vertrauter Lebensgewohnheiten als Chance wahrzunehmen, sich und andere innerlich zu stärken. Dabei kann uns das vertraute tägliche Glockengeläut Hoffnung geben und an das Gebet erinnern.

Das Leben von Menschen zu schützen und sich gleichzeitig um das Heil der Seelen zu sorgen, ist das oberste Gebot für die Katholische Kirche. Aus diesem Grund hat die Österreichische Bischofskonferenz nach Vereinbarung mit der Bundesregierung einschneidende Maßnahmen getroffen. So gilt seit Montag, 16. März, dass öffentliche Gottesdienste und Versammlungen weitestgehend ausgesetzt und kirchliche Familienfeiern wie Taufen und Hochzeiten verschoben werden. Die vereinbarten Maßnahmen dienen dem Schutz der älteren und besonders gefährdeten Menschen und sollen für die nächsten Wochen Gültigkeit haben.

Daher bekräftigen die österreichischen Bischöfe:

- Die staatlichen Anordnungen sind strikt zu befolgen, ebenso die diözesanen Vorschriften.

- Hygienemaßnahmen, körperliche Distanz und Vermeidung von Ansammlungen sind entscheidend zur Eindämmung der Pandemie. Der Schutz der Risikogruppen hat dabei oberste Priorität.

- Wer Krankheitssymptome hat oder zu den Risikogruppen gehört, bleibt zu Hause. Das gilt auch für das gesamte kirchliche Personal.

Für den kirchlichen Bereich halten die Bischöfe zusätzlich bis auf Weiteres fest:

- Alle öffentlichen Gottesdienste und religiösen Versammlungen sind untersagt.

- Sämtliche kirchliche Veranstaltungen, die mit Versammlungen verbunden sind, werden abgesagt.

- Die Bischöfe haben daher entschieden, dass der österreichweite Pfarrgemeinderäte-Kongress (21.-23. Mai) nicht stattfindet. Über eine alternative Durchführung wird bei der nächsten Vollversammlung beraten. Zudem wird die "Lange Nacht der Kirchen" (5. Juni) in Absprache mit den anderen christlichen Kirchen für heuer abgesagt.

- Pfarrkirchen sollen auch in der Zeit restriktiver Ausgangsbeschränkungen als Orte der Hoffnung nach Möglichkeit offen gehalten werden. Sie stehen allen Menschen für das individuelle Gebet zur Verfügung und sind damit Teil einer seelischen Grundversorgung zum Wohl der gesamten Bevölkerung.

- Die Bischöfe entbinden von der Sonntagspflicht. Die Eucharistiefeier darf und soll von den Priestern stellvertretend für die Anliegen der Welt und der Gemeinde gefeiert werden. Die Gläubigen sollen über die Medien den Sonntagsgottesdienst mitfeiern und die Angebote des ORF, anderer Medien und der Kirche dafür nützen.

- Sämtliche Taufen, Erstkommunionfeiern, Firmungen und Hochzeiten werden verschoben. Die Erstkommunion und Firmung können frühestens nach der behördlichen Freigabe von regulären Versammlungen stattfinden. Um aber eine angemessene Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen auf den Empfang der Sakramente zu gewährleisten, mögen die Pfarren die Termine (wo notwendig in Abstimmung mit dem Ordinariat) nach der Freigabe neu bestimmen.

- Begräbnisfeiern können unter strengen Auflagen stattfinden. Sie werden schlicht und mit so wenigen Personen wie möglich im Freien gefeiert.

- Grundsätzlich wird die Krankenkommunion nicht mehr nach Hause gebracht. Die einzige Ausnahme dafür ist das Viaticum (Wegzehrung/Sterbekommunion).

- Die Bischöfe erinnern an das Gebot, das Beichtsakrament jährlich zu empfangen, entbinden aber gleichzeitig von der Empfehlung der Beichte vor Ostern. Wer einen schwerwiegenden und dringenden Grund für die Beichte hat, soll sich telefonisch an einen Priester wenden, der gemeinsam mit ihm einen Weg dafür suchen wird. Wer regelmäßig zur Beichte geht (Andachtsbeichte), soll diese Praxis vorübergehend aussetzen.

Die Bischöfe danken nochmals allen, die gegen die Pandemie und ihre Folgen für das Leben der Menschen und für das Gemeinwohl kämpfen. Alle können dazu beitragen, dass wir trotz gebotener körperlicher Distanz einander dennoch im Herzen nahe sind und einander beistehen. Familien leisten Großes in diesen Tagen und sind zugleich gefordert, dass die gebotene Nähe nicht in Enge und Konflikt umschlägt. Wir sind daher aufgerufen zu Barmherzigkeit, gelebter Sanftmut, Geduld, Achtsamkeit und Dankbarkeit sowie zum gemeinsamen Beten in der Familie. Menschen, die alleine leben, brauchen unsere Aufmerksamkeit und den Blick auf Lösungen. Sich innerhalb der gebotenen physischen Distanz um sie zu sorgen, ist eine große gesellschaftliche Aufgabe und umschließt Familie, Nachbarn, Freunde und die öffentliche Hand. Gebet und Glaube in Verbundenheit sind gerade in Notsituationen Kraftquellen des Lebens. In dieser Haltung und gestärkt durch ein religiöses Leben werden wir sicher die gegenwärtige Krise gemeinsam meistern können.

Die Österreichische Bischofskonferenz hat die für den kirchlichen Bereich geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bekräftigt und konkretisiert. In einer am Donnerstag beschlossenen und am Freitag veröffentlichten Erklärung wird nochmals verbindlich festgehalten, dass bis auf Weiteres alle öffentlichen Gottesdienste und religiöse Versammlungen untersagt sind und abgesagt werden. Daher hat die Bischofskonferenz entschieden, dass die Erstkommunionen und Firmungen verschoben werden. Auch der österreichweite Pfarrgemeinderäte-Kongress (21.-23. Mai) findet nicht statt. Über eine alternative Durchführung werde bei der nächsten Vollversammlung beraten. Zudem wird die "Lange Nacht der Kirchen" (5. Juni) - in Absprache mit den anderen Kirchen in Österreich - für heuer abgesagt.

Alle öffentlichen Gottesdienste und religiöse Versammlungen sind zwar bis auf Weiteres untersagt, Pfarrkirchen sollen aber auch in der Zeit restriktiver Ausgangsbeschränkungen als "Orte der Hoffnung" nach Möglichkeit offen gehalten werden, heißt es in der Erklärung. Die Kirchen stünden allen Menschen für das individuelle Gebet zur Verfügung und seien damit "Teil einer seelischen Grundversorgung zum Wohl der gesamten Bevölkerung", halten die Bischöfe fest.

Die Bischöfe entbinden die Gläubigen von der Sonntagspflicht. "Die Eucharistiefeier darf und soll von den Priestern stellvertretend für die Anliegen der Welt und der Gemeinde gefeiert werden", heißt es wörtlich. Die Gläubigen sollen über die Medien den Sonntagsgottesdienst mitfeiern und die Angebote des ORF, anderer Medien und der Kirche dafür nützen.

Sämtliche Taufen, Erstkommunionfeiern, Firmungen und Hochzeiten werden verschoben. Begräbnisfeiern können aber unter strengen Auflagen stattfinden. Sie sollen schlicht und mit so wenigen Personen wie möglich im Freien gefeiert werden. Erstkommunion und Firmung können frühestens nach der behördlichen Freigabe von regulären Versammlungen stattfinden, so die Bischöfe weiter. Um eine angemessene Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen auf den Empfang der Sakramente zu gewährleisten, mögen die Pfarren die Termine nach der Freigabe neu bestimmen.

Krankenkommunion und Beichte

Die Bischöfe haben auch die Handhabung des Sakraments der Krankenkommunion präzisiert. Grundsätzlich wird diese nicht mehr nach Hause gebracht, einzige Ausnahme: das Viaticum (Wegzehrung/Sterbekommunion).

Hinsichtlich des Bußsakraments erinnern die Bischöfe zum einen an das Gebot, das Beichtsakrament jährlich zu empfangen, sie entbinden aber gleichzeitig von der Empfehlung der Beichte vor Ostern. Wer einen schwerwiegenden und dringenden Grund für die Beichte hat, solle sich telefonisch an einen Priester wenden, der gemeinsam mit der betreffenden Person "einen Weg dafür suchen wird". Wer regelmäßig zur Beichte geht (Andachtsbeichte), solle diese Praxis vorübergehend aussetzen.

Anordnungen sind strikt zu befolgen

Die österreichischen Bischöfe betonen grundsätzlich, dass die staatlichen Anordnungen ebenso wie die diözesanen strikt zu befolgen sind. Dies beinhaltet u.a.: "Wer Krankheitssymptome hat oder zu den Risikogruppen gehört, bleibt zu Hause. Das gilt auch für das gesamte kirchliche Personal."

Die Bischöfe danken zugleich allen, die gegen die Pandemie kämpfen und sich für Kranke, die Versorgung und Sicherheit des Landes und das Funktionieren des Staates einsetzen. "Für andere da zu sein und dabei den körperlichen Kontakt zu meiden, rettet jetzt Leben. Diese Haltung entspricht in der gegenwärtigen Situation einer richtig verstandenen christlichen Selbst- und Nächstenliebe", heißt es in dem bischöflichen "Wort der Zuversicht und Hoffnung in der Corona-Krise".

Alle könnten dazu beitragen, "dass wir trotz gebotener körperlicher Distanz einander dennoch im Herzen nahe sind und einander beistehen". Ausdrücklich würdigen die Bischöfe die Familien, die Großes in diesen Tagen leisten und zugleich gefordert seien, "dass die gebotene Nähe nicht in Enge und Konflikt umschlägt". Nötig seien daher Barmherzigkeit, gelebte Sanftmut, Geduld, Achtsamkeit und Dankbarkeit sowie das gemeinsame Beten in der Familie. Es sei zudem Aufgabe von Familie, Nachbarn, Freunden und der öffentlichen Hand, sich um alleine lebende Menschen zu sorgen, freilich "innerhalb der gebotenen physischen Distanz".

Abschließend halten die Bischöfe fest: "Gebet und Glaube in Verbundenheit sind gerade in Notsituationen Kraftquellen des Lebens. In dieser Haltung und gestärkt durch ein religiöses Leben werden wir sicher die gegenwärtige Krise gemeinsam meistern können."

Bischöfliche Ad-hoc-Kommission

Vorbereitet wurden die Beschlüsse der Bischofskonferenz erstmals durch eine bischöfliche Ad-hoc-Kommission. Sie wurde am vergangenen Wochenende auf Basis eines schriftlichen Umlaufbeschlusses unter den Mitgliedern der Bischofskonferenz eingesetzt. Ihre Aufgabe ist, sich bis zur nächsten Vollversammlung der Bischöfe allen wichtigen und unaufschiebbaren Fragen zu widmen, die sich insbesondere aufgrund der Pandemie stellen.

Der Kommission gehören Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof Franz Lackner, Bischof Manfred Scheuer und Bischof Wilhelm Krautwaschl an. Kommuniziert wird via Telefon- bzw. Videokonferenz. Die Ad-hoc-Kommission hat diese Woche bereits auf diese Weise getagt und die entsprechenden Beschlüsse vorbereitet, die dann im Rundlauf unter allen Mitgliedern der Bischofskonferenz gefasst wurden.

Bereits letzte Woche wurde beschlossen, dass Kardinal Schönborn bis auf Weiteres Vorsitzender der Bischofskonferenz bleibt. Er wird dabei durch seinen Stellvertreter Erzbischof Lackner unterstützt und wo nötig entlastet.

Die Corona-Krise wird das Angesicht der Erde verändern", so Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag in der ORF-Pressestunde. Er hoffe freilich sehr zum Positiven, "dass es zu einem Umdenken in Wirtschaftsfragen aber auch im jeweils eigenen persönlichen Lebensstil kommen wird". Die Globalisierung brauche dringende Korrekturen. Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof: "Muss man über das Wochenende nach London zum Shoppen fliegen? Muss man Weihnachten auf den Malediven verbringen? Muss man Luxuskreuzfahrten mit 4.000 Menschen auf einem Schiff machen. Müssen täglich 200.000 Flugzeuge in der Luft sein?"

Schönborn sprach sich für ein neues Verhältnis von Internationalität und Regionalität aus. Aktuelle Tendenzen der nationalen Abschottung wies er zugleich ausdrücklich zurück. Es brauche vielmehr wesentlich mehr internationale Solidarität. Als positives Beispiel für Solidarität über Grenzen hinweg nannte der Kardinal die Hilfslieferung von Schutzkleidungen aus China nach Österreich, die dieser Tage erfolgen soll. Österreich hatte vor Kurzem selbst eine ähnliche Hilfslieferung an China geschickt, als diese dort dringend benötigt wurde. Schönborn: "Das sind Signale, die die Welt heute braucht."

Schönborn dankte auch den vielen Spendern, die einem Aufruf der Caritas und anderer Hilfsorganisationen nachgekommen waren. Mit ihren Spenden habe vielen Flüchtlingen auf den griechischen Inseln geholfen werden können. Die EU habe hier ihre solidarische Verpflichtung sträflich vernachlässigt.

Klein- und Mittelbetriebe stärken

Bei allen Hilfspaketen, die nun in Österreich geschnürt werden, sei es wichtig, dass auf die Ärmsten und Schwächsten der Gesellschaft nicht vergessen wird, so der Kardinal weiter. Zudem gelte es vor allem auch, die vielen Klein- und Mittelbetriebe im Land zu stärken, "denn die sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft". Schönborn lobte sowohl die Regierung als auch die Opposition und vor allem auch die Sozialpartner, die aufeinander zugehen würden. Man sehe, wie wichtig eine gute Sozialpartnerschaft im Land sei, "und das gibt mir auch Hoffnung für die Zukunft", so Schönborn.

Die Kirche werde auch in ihren wirtschaftlichen Aktivitäten Maßnahmen und Empfehlungen der Regierung bzw. der Sozialpartner mittragen, sagte der Kardinal. Kommende Woche werde es diesbezüglich entsprechende innerkirchliche Beratungen der Verantwortlichen auf Österreichebene geben. Freilich müsse die Kirche auch weiterhin Löhne und auch Priesterpensionen zahlen. Für Menschen, die Problemem mit der Bezahlung des Kirchenbeitrags haben, habe man sich auch schon vor der Krise stets um individuell Lösungen bemüht.

Einen besonderen Dank wolle er auch all jenen Menschen aussprechen, deren Dienste gerade jetzt für das weitere Funktionieren der Gesellschaft so dringend gebraucht würden, und die bisher dafür aber wohl zu wenige Respekt bekommen hätten, sagte der Erzbischof. Mehr gegenseitige Wertschätzung und eine Zuwachs an Menschlichkeit - das seien hoffentlich einige positive Veränderungen, die sich aus der gegenwärtigen Krise ergeben würden.

Herausforderungen für Familien

Kardinal Schönborn kam in der Pressestunde auch auf die aktuell großen Herausforderungen für die Familien zu sprechen. Die Ausgangsbeschränkungen seien für viele, vor allem in beengten Wohnverhältnissen, mit großen Belastungen verbunden. "So viel sind Familien höchstens in den Ferien zusammen." Die unfreiwillige schwieirige Situation sollte man aber auch als Chance wahrnehmen und sehen, "wie unglaublich wichtig es ist, in der Familie gemeinsam Zeit zu haben".

Man könne in einer solchen Zeit die ganz einfachen menschlichen Tugenden üben, so Schönborn, der in diesem Zusammenhang vor allem zur gegenseitigen Rücksichtnahme ermutigte. Papst Franziskus habe drei wichtige Worte genannt, damit das Zusammenleben gut funktioneren kann: "Danke, Bitte und Verzeih." Schönborn: "Wenn das in den Familien praktiziert wird, dann kann sich eine Familie auch wieder neu zusammenfinden."

Der Erzbischof nahm aber auch die vielen alten und einsamen Menschen in den Blick, von denen viele aufgrund der aktuellen Situation ihre Familienangehörigen nicht physisch sehen könnten. Umso dankbarer müsse man über die Möglichkeiten der modernen Kommunikationsmittel sein, sagte der Kardinal. Er zeigte sich zudem beeindruckt über die große Hilfsbereitschaft der jüngeren Menschen gegenüber den älteren. "Diese Hilfsbereitschaft zu sehen und zu erleben, das ist sehr tröstlich."

Gottesdienstübertragungen ermöglichen Mitfeier

Auf die derzeit stattfindenden Messen der Priester ohne Gläubige, von denen nicht wenige via Internet übertragen werden, sagte der Kardinal, dass dies sicher kein Zukunftsmodell sondern nur ein Notmodell sei. Freilich sei er sehr dankbar für die vielen Möglichkeiten der modernen Medien und Kommunikationsmittel. So gelinge es, "in dieser Notzeit ein Netzwerk der Verbundenheit und des Gebetes zu knüpfen". So manche theologische Spekulationen ob der auch negativ als "Geistermessen" bezeichneten Gottesdienste halte er für unabgebracht. "In außerordentlichen Situationen braucht es außerordentliche Mittel", so Schönborn wörtlich. Er wies zugleich darauf hin, dass auch schon vor der Krise jeden Sonntag bis zu 700.000 Menschen den ORF-Radiogottesdienst mitfeiern würden.

Die katholische Kirche stehe hinter den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und deshalb habe die Bischofskonferenz auch für den eigenen innerkirchlichen Bereich entsprechende Maßnahmen erlassen, erläuterte der Vorsitzende der Bischofskonferenz weiter. So seien alle öffentlichen Gottesdienste und religiöse Versammlungen bis auf Weiteres untersagt, sämtliche Taufen, Erstkommunionfeiern, Firmungen und Hochzeiten müssten verschoben werden. Begräbnisfeiern könnten und müssten aber unter strengen Auflagen stattfinden.

Auf das kommende Osterfest angesprochen, dass ohne öffentliche Feiern und Gottesdienste stattfinden wird, meinte Schönborn: "Ostern und die Aufersteheung kommen trotzdem! Das Leben ist stärker als der Tod. Das Gute ist Stärker als das Böse. Das ist und bleibt die Botschaft von Ostern."

Auf seine persönliche Situation hin befragt, sagte Schönborn, dass er nun auch nicht außer Haus gehe. Die Pressestunde wurde deshalb auch aus dem Erzbischöflichen Palais ausgestrahlt. Aufgrund seiner Krebsoperation und seines Lungeninfarkts im vergagenen Jahr aber auch wegen seines Alters zähle er auch zur Corona-Risikogruppe, so der Kardinal. Es gehe ihm freilich gut und es sei für ihn auch selbstverständlich, dass er in dieser schwierigen Zeit weiterhin Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz bleibe. Er hoffe, dass bei der nächsten Vollversammlung der Bischöfe im Juni dann ein Nachfolger gewählt werden kann.

Auch wenn jeder verständlicherweise Angst habe, wolle er den Menschen doch auch ein Wort des Mutes zusprechen, so der Kardinal. Und er zitierte den Wiener Stadtpatron, den hl. Klemens Maria Hofbauer (1751-1820): "Nur Mut, Gott lenkt alles." Schönborn dazu: "Das ist die Botschaft, die wir brauchen."
 
 
Die katholische, evangelische und orthodoxe Kirche haben angesichts der Coronakrise zu einer gemeinsamen österreichweiten Gebetsaktion aufgerufen. Die Gläubigen aller Konfessionen sind eingeladen, ab Samstag täglich um 20 Uhr eine Kerze anzuzünden und ins Fenster zu stellen sowie das Vaterunser zu beten - jenes von Jesus selbst überlieferte Gebet, das allen Christen unabhängig ihrer Kirchenzugehörigkeit gemeinsam ist. Die Priester bzw. Geistlichen sind eingeladen, einen Segen zu sprechen. Darüber hinaus wollen die Kirchen dazu animieren, die Aktion auch via Social Media mit dem Hashtag #lichterderhoffnung auf möglichst vielen Plattformen bekanntzumachen und Fotos und Beiträge von der Aktion zu posten.
"Setzen wir in dieser schwierigen Situation auch ein gemeinsames Zeichen des Zusammenhalts und der Verbundenheit. Jesus ruft uns alle auf, Licht der Welt zu sein", warb der Salzburger Erzbischof Franz Lackner für die Aktion.
"Christinnen und Christen wissen sich im Gebet weltweit verbunden über Grenzen hinweg, auch über solche, die durch diese Pandemie gesetzt werden", zeigte sich der lutherische Bischof Michael Chalupka überzeugt: "Räumlich getrennt sind wir füreinander da und schenken einander Trost durch den Schein des Lichts."
Metropolit Arsenios (Kardamakis) betont für die orthodoxe Kirche in Österreich: "Wir beten räumlich getrennt, aber mit den Herzen verbunden und über alle kirchlichen Grenzen hinweg zu unserem Herrn und Gott, uns alle zu beschützen und zu stärken, die Kranken zu heilen, den Ärzten und Krankenpflegern beizustehen und uns Seine reiche Gnade zu schenken."
"Starkes ökumenisches Zeichen"
Aus Kärnten kommt eine gemeinsame Unterstützungserklärung der Aktion von Bischof Josef Marketz und Superintendent Manfred Sauer: "Wir freuen uns über dieses starke gemeinsame ökumenische Zeichen: ein Licht zu entzünden gegen Angst und Dunkelheit und Kraft zu schöpfen aus dem Gebet. Bei aller Distanz, die wir jetzt wahren müssen, werden durch die Lichter und Gebete Nähe, Hoffnung und Solidarität weiter wachsen, davon sind wir tief überzeugt."
Auch der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz rief zur Teilnehme an der Aktion auf: "Wir antworten mit unserem Gebet auf die Hauptabendnachrichten, wir erzählen Gott von unseren Sorgen und Freuden und verbinden uns in einem engen Gebetsnetz über ganz Österreich. Ein gemeinsames Vaterunser und ein anschließendes Segensgebet oder ein paar persönliche Worte tragen uns in den Abend."
"Besonders in schwierigen Zeiten macht uns das gemeinsame Gebet noch stärker", betonte der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl. Auch er hob die ökumenische Verbundenheit positiv hervor.
"Bescheiden und trotzig gegen Resignation"
Eine Unterstützungserklärung zur Aktion kam auch vom Innsbrucker Bischof Hermann Glettler: "Brennende Kerzen in den Fenstern sind kleine christliche Hoffnungszeichen, bescheiden und trotzig gegen Resignation und Verbitterung - schöne Vorboten von Ostern."
"Sehr herzlich lade ich die Christen und Christinnen in Oberösterreich zu diesem Zeichen der Verbundenheit, der Gemeinschaft und der Hoffnung in der Corona-Pandemie ein", erklärte der Linzer Bischof Manfred Scheuer. Das Gebet sei eine Kraft der Hoffnung und der Solidarität. Scheuer: "Im Gebet vertrauen wir einander Gott an. Besonders bitte ich um das Gebet für die Kranken und Vereinsamten, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen und für alle, die für die Grundversorgung arbeiten und die sich in diesen Tagen für das Gemeinwohl engagieren.“
... die es seit der Urkirche schon immer gegeben hat.“
 
Militärdekan Alexander Wessely im Gespräch mit dem evangelischen Militärpfarrer Wilfried Schey
 
In diesen Tagen ist viel los in der Kaserne in Güssing, denn obwohl sich zwei Kompanien im Assistenzeinsatz befinden und eine im Auslandseinsatz Kräfte stellt, wird gerade eines der unzähligen „Zwischenkontingente“ für andere Truppenkörper Österreichs ausgebildet.
An diesem Tag steht auch der sogenannte "Lebenskundliche Unterricht" für die neu eingerückten Rekruten des ET 3/20 (Einrückungstermin März 2020) an, zu dem der katholische und der evangelische Militärpfarrer des Burgenlandes angereist sind.
In einer kurzen Pause zwischen den Unterrichtseinheiten geht sich ein „schneller“ Kaffee aus. Neben kurzen Absprachen in Bezug auf nächste gemeinsame Veranstaltungen und Aktivitäten beider Militärpfarren ist natürlich der Corona-Virus das beherrschende Thema. Besonders der evangelische Militärpfarrer, Militäroberpfarrer Wilfried Schey, hat sich umfassend in die Thematik eingelesen.
Generell liest der gebürtige Weppersdorfer viel und interessiert sich weit über den theologischen Tellerrand hinaus über unzählige Themen ein. Dass er Pfarrer werden würde, hat ihm sein damaliger Pfarrer im Ort schon als er acht Jahre alt war „prophezeit“ und so studierte Schey tatsächlich nach seiner Matura im Jahr 1979 in Oberpullendorf Theologie. Das Studium, welches er in Wien und Kiel absolvierte, schloss er schließlich 1984 ab. „Ich habe damals im exegetisch historischen Bereich über das Thema der Diakonie gearbeitet,“ erinnert sich Schey über seine Studienzeit, „eine weitere kleine Arbeit habe ich im systematisch-praktischen Kirchenrecht geschrieben. Hier war das Thema „Versöhnung“, denn die Friedensbewegung war ja damals ein großes Thema“, erzählt er. Nachdem er einen Schluck Kaffee genommen hat, fügt er lachend hinzu: „Bei meiner Pfarramtsprüfung habe ich zunächst zu wenig geschrieben und bei den Prüfungen habe ich nicht wirklich geglänzt, aber offenbar habe ich es geschafft.“
Der weitere Werdegang von Wilfried Schey, der eigentlich Dorfpfarrer im Burgenland werden wollte, war dann doch etwas anders und komplizierter, als er es sich zunächst vorgestellt hatte. „Ich wollte eigentlich hier wirken, einfach mit den Leuten zusammenleben, aber es ist anders gekommen,“ schildert Schey seinen Start in sein Pfarrerleben. „Ich bin zunächst in die Obersteiermark versetzt worden und schließlich nach Oberkärnten.“
Zunächst wollte er seine wenigen Umzugskartons nicht einmal richtig auspacken. „Es waren eher Bananenschachteln mit Büchern, Gewand und einigen Habseligkeiten, denn ich wollte ja nicht lange bleiben“, erinnert er sich. Schließlich wurden es 27 Jahre im südlichsten Bundesland Österreichs. In dieser Zeit lernte er schließlich auch seine Frau kennen und gründete eine Familie. Erst nachdem die drei Kinder wieder außer Haus waren, zog Wilfried Schey mit seiner Frau zurück ins Burgenland und wurde in Neuhaus am Klausenbach, bekannt durch die fast baugleichen Kirchen – die katholische und die evangelische Kirche auf gegenüberliegenden Hängen - Gemeindepfarrer. „Von der katholischen Gemeinde getrennt durch den `Ökumenischen Graben`,“ fügt Schey lachend hinzu, wenngleich das zu seiner Zeit als Pfarrer nicht mehr wirklich der Fall war, sondern ein gutes ökumenisches Klima vorherrschte. Nach dieser Pfarrerstelle wurde er schließlich evangelischer Militärpfarrer im Burgenland, wenngleich er schon zu seiner Zeit in Kärnten mit der Militärseelsorge in Kontakt kam.
„Ich wurde damals gefragt, ob ich nicht Milizpfarrer werden könnte, um die evangelischen Soldaten in Kärnten und Osttirol zu betreuen, da damals kein hauptamtlicher Militärseelsorger der evangelischen Kirche in Kärnten zur Verfügung stand,“ erklärt Schey, der schließlich 1989 den Kurs für Militärseelsorger belegte. Auch später im Burgenland hätte er sich beordern lassen und im Jahr 2016 wurde er schließlich hauptamtlicher Militärpfarrer in seinem Heimatbundesland.
Was nun die Besonderheiten der evangelischen Militärseelsorge wären? „Auch wenn die Gruppengrößen der zu betreuenden Soldaten - wie ich es neben dem Burgenland in Niederösterreich und Wien erlebt habe  - auch größer sein könnten und mitunter 30 bis 40 Soldaten anwesend sind, so sind es dennoch in der Regel eher kleiner Gruppen im „Lebenskundlichen Unterricht“, die auch eine Diskussion und ein aktiven Mittun und Nachfragen der Soldaten ermöglichen“, schildert Schey aus seinem Alltag. „Generell freuen sich die Leute, wenn die Pfarrer kommen, sei es im Inland in den Kasernen, oder auch in den Auslandseinsätzen, wo wir ein Stück von `Heimat` darstellen.“
Das ökumenische Zusammenwirken sei ihm dabei besonders wichtig, fügt er hinzu. Besonders deutlich würde dies bei Festakten und Angelobungen zum Ausdruck kommen, wo Militärseelsorger der unterschiedlichsten Religionen und Kirchen gleichberechtigt zu Wort kommen würden. „Gerade bei den Angelobungen ist es ein schönes Zeichen, wenn wir gemeinsam wirken, ohne die eigenen Identität aufzugeben. Sozusagen in einer Art `versöhnter Verschiedenheit`, die es ja seit der Urkirche schon immer gegeben hat.“
 Was sich Militäroberpfarrer Schey für die Zukunft wünschen würde? „Wenn sich auch Zahlen und vielleicht Strukturen ändern, so ist es wichtig, dass es immer eine Art der Militärseelsorge für Soldatinnen und Soldaten gibt, denn es kann, wie unser Militärsuperintendent einmal gesagt hat, nie ein `Zuviel` an Seelsorge geben.“ Und nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Und ich hoffe, dass das Interesse der Grundwehrdiener an den aktuellen Fragen unserer Zeit, der Gesellschaft und der Kirche bestehen bleibt. Sei es bei den Besuchen in den Kasernen oder im Assistenzeinsatz, oder bei den Lebenskundlichen Unterrichten.“
Anmerkung: Dieses Interview wurde vor der starkten Corona-Epidemie in Österreich gemacht. Gegenwärtig bleibt dafür keine Zeit.

Am Gründonnerstag gedenkt die Kirche des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung. Der Gründonnerstag zählt zu den drei Kartagen im engeren Sinn. Mit der Vesper beginnt am Abend des Gründonnerstags das so genannte Triduum Sacrum (oder Triduum Paschale), also die Feier der drei österlichen Tage (Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag). Als Gedächtnistag des letzten Abendmahls und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst kommt dem Gründonnerstag ein hoher Rang in der Liturgie zu.

Die Herkunft des Namens "Gründonnerstag" ist nicht völlig geklärt. Er leitet sich aber wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Wort "greinen" ab, das so viel wie weinen bedeutet. Am Gründonnerstag wurden die Büßer - die Weinenden - die noch am Aschermittwoch vom Gottesdienst der Gemeinde ausgeschlossen waren, wieder in diese aufgenommen. In vielen Familien ist es bis heute Brauch, am Gründonnerstag Spinat zu essen, in einigen Gegenden wird Kräutersuppe gekocht.

Eine wichtige Tradition im Gottesdienst am Gründonnerstag ist die Fußwaschung. Die Fußwaschung war ein Liebesdienst Jesu an seinen Jüngern und nach alter Tradition Teil der Gründonnerstagsliturgie.

Am Karfreitag gedenken Christen des Kreuztods Jesu. Der Karfreitag wird auch „Stiller“ oder „Hoher Freitag“ genannt. In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fast- und Abstinenztag. Unter Einbeziehung des Gründonnerstagabends ist der Karfreitag der erste Tag der österlichen Dreitagefeier (Triduum Sacrum oder Triduum paschale), die in ihrer Gesamtheit in allen christlichen Konfessionen das höchste Fest des Kirchenjahres darstellt und wie ein einziger Gottesdienst als das Pascha-Mysterium gefeiert wird.

Im Mittelpunkt der Feier am Karfreitag steht die Leidensgeschichte Jesu. Der am Karfreitag in vielen Pfarren gegangene Kreuzweg beschreibt dabei die Stationen des Leidens Jesu, von seiner Verurteilung bis zur Grablegung. Die Karfreitagsliturgie findet im Idealfall um 15.00 Uhr, der Sterbestunde Jesus, statt. Es ist ein von Stille geprägter Gottesdienst, so wird nur a capella gesungen und es läuten keine Glocken.

Am Karfreitag gibt es keine Heilige Messe, es darf keine Eucharistiefeier stattfinden. In vielen Pfarren wird auch auf die Kommunionfeier verzichtet, denn am Todestag Jesu soll der Mensch es aushalten den Leib Christi nicht empfangen zu können. Ein wichtiger Bestandteil der Karfreitagliturgie sind die Großen Fürbitten, in denen Gott für seine Erlösungstat gedankt und um die Erlösung aller Menschen, auch jener die nicht an ihn glauben, gebetet wird. Die Messgewänder der Priester am Karfreitag sind rot wie an den Märtyrertagen.

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