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Katholische Militärseelsorge
Webauftritt des Katholischen Militärordinariates der Republik Österreich
Mehr als nur eine kleine Wallfahrt
Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, lud die Militärpfarre beim Militärkommando Burgenland zur bereits 17. Wallfahrt der Kreaturen auf den Truppenübungsplatz Bruckneudorf ein. Die Wallfahrt stand zu Ehren des heiligen Franziskus von Assisi.
Vom Kriegerdenkmal aus führte der gemeinsame Weg zur Spittelwaldkapelle. Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich gemeinsam mit ihren vierbeinigen Begleitern auf den Weg. Mit dabei waren Angehörige des Militärkommandos, des Truppenübungsplatzes und des Hundezentrums, darunter auch ein Soldat aus Ghana, der dort zur Ausbildung stationiert ist. Ebenso nahmen Freunde und Angehörige der Militärpfarre Burgenland teil.
Achtsamkeit und Besinnung auf die Schöpfung
Die „Wallfahrt der Kreaturen“ ist mehr als nur eine Pilgerreise – sie ist ein Moment der Achtsamkeit und des Innehaltens. Während der Wallfahrt hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, über ihre Verantwortung für die Tiere und die Natur nachzudenken. In stillen Gesprächen und gemeinsamen Gebeten wurde die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Tier, zwischen Schöpfung und Schöpfer, zum Ausdruck gebracht.
Agape und Futterspenden für ein Tierheim
Den Abschluss bildete traditionell eine gemeinsame Agape für Mensch und Tier. Dabei werden Futterspenden für ein Tierheim erbeten und gesegnet.
Mensch und Tier gemeinsam unterwegs
Die „Wallfahrt der Kreaturen“ zählt zu den jüngsten und außergewöhnlichsten Wallfahrten im Burgenland. Sie wurde 2010 erstmals durchgeführt. Seither findet sie jährlich rund um den 4. Oktober statt, den Gedenktag des heiligen Franziskus von Assisi und den Welttierschutztag.
Begegnung mit Papst Leo XIV. und Besuche bedeutender Kirchen der Ewigen Stadt
Vom 5. bis 9. Oktober befanden sich die Pfarradjunkten der Militärdiözese auf einer Wallfahrt in Rom. Begleitet wurden sie von ihrem geistlichen Begleiter, Militärdekan Mag. Richard Weyringer, sowie von Militärerzdekan Dr. Harald Tripp, der dankenswerterweise auch das Programm für die Tage in Rom vorbereitet hatte.
Nach der Landung am Montagabend erkundeten die Teilnehmer zu Fuß erste Teile der Stadt und stimmten sich auf die Ewige Stadt ein.
Am Dienstag standen die Basilika San Giovanni in Laterano mit einer Heiligen Messe, ein Besuch bei der Päpstlichen Schweizergarde sowie die Besichtigung der Kirche Santa Maria in Trastevere auf dem Programm.
Persönliche Begegnung mit Papst Leo XIV.
Der Mittwoch bildete den Höhepunkt der Pilgerreise. Im Rahmen einer Audienz kam es zu einer persönlichen Begegnung der Pfarradjunkten mit Papst Leo XIV. Dabei wurde ein Gruppenfoto aufgenommen. Der Sprecher der Pfarradjunkten, Vizeleutnant Markus Stromberger, überreichte dem Heiligen Vater ein vergoldetes Splitterkreuz.
Anschließend führte das Programm zur Basilika St. Paul vor den Mauern, zur Kirche Santa Prassede und zur Basilika Santa Maria Maggiore.
Bedeutende Kirchen und historische Stätten
Der Donnerstag begann früh mit einer Heiligen Messe im Campo Santo Teutonico. Danach besichtigten die Teilnehmer den Petersdom und die Engelsburg. Am Nachmittag standen die Basilika San Clemente mit ihren unterirdischen archäologischen Ebenen sowie die Kirche Santi Quattro Coronati und das Papsttum im Mittelalter an der Via Papalis auf dem Programm.
Bleibende Eindrücke
Am Freitag feierten die Pfarradjunkten die Heilige Messe in der Kirche Santa Maria dell’Anima. Zu den letzten Stationen der Romwallfahrt zählten die Piazza Navona, das Pantheon, der Trevi-Brunnen, die Päpstliche Universität Gregoriana sowie der Bereich rund um die Piazza del Quirinale und die Piazza Venezia.
Mit großer innerer Dankbarkeit für das Erlebte und für die vielen wunderbaren Einblicke traten die Pfarradjunkten schließlich die Rückreise nach Österreich an.
Vizeleutnant Markus Stromberger, Militärpfarradjunkt kath.
Der Oktober gilt traditionell als Rosenkranzmonat. Für manche mag diese Form des Gebets heute altmodisch wirken. Trotzdem hat der Rosenkranz bis heute seinen Platz. Papst Franziskus brachte es einmal auf den Punkt: „Der Rosenkranz ist das Gebet, das mein Leben begleitet; das Gebet der Einfachen und der Heiligen; das Gebet meines Herzens.“
Die Gebete wiederholen sich, der Ablauf ist schlicht und vertraut. Gerade die Wiederholung schafft Raum für Ruhe und Einkehr. Sie hilft, den Alltag loszulassen und in einen Rhythmus zu finden, der Herz und Geist verbindet.
Ein Gebet, das Halt geben kann
In einer Welt, die oft von Hektik und Lärm geprägt ist, kann der Rosenkranz ein Anker sein. Seine feste Struktur schenkt Halt, während die gleichmäßige Wiederholung den Geist beruhigt. Für Pilger ist er seit Jahrhunderten ein Wegbegleiter. Die Schritte im Rhythmus des Gebets lassen Körper und Seele in Einklang kommen.
Auch für Menschen ohne kirchlichen Hintergrund kann diese Form des Gebets überraschend wohltuend sein. Die „Monotonie“ wird zur Meditation, die Gedanken ordnet und Raum für neue Perspektiven schafft.
Woher der Rosenkranz kommt
Die Wurzeln des Rosenkranzgebets reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. In seiner heutigen Form entstand er im 15. Jahrhundert. Der Grund dafür, dass der Oktober zum Rosenkranzmonat wurde, liegt in einem Ereignis aus dem Jahr 1571: Am 7. Oktober siegten christliche Flotten in der Seeschlacht von Lepanto.
Papst Pius V. führte den Erfolg auf das Rosenkranzgebet zurück und setzte das Fest „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ ein. Noch heute wird der Rosenkranz weltweit auch als Gebet für Frieden und Versöhnung gebetet. Ein Beispiel dafür ist der „Rosenkranz-Sühnekreuzzug“, der seit 1947 Menschen aus über 130 Ländern verbindet.
Auch bei Rekrutinnen und Rekruten präsent
Auch bei jungen Menschen, etwa bei Rekrutinnen und Rekruten, ist der Rosenkranz präsent. Nicht immer wird er tatsächlich gebetet. Oft wird er als sichtbares Zeichen der Verbundenheit mitgetragen.
Viele hängen ihn im Auto an den Rückspiegel oder binden ihn um den Schaltknauf. Vielleicht ist er für manche damit auch ein kleiner Begleiter für unterwegs – ein wenig wie ein Schutzengel. So bleibt der Rosenkranz auch dort präsent, wo das Gebet selbst nicht immer im Vordergrund steht.
Der Rosenkranz ist mehr als eine Tradition. Er kann helfen, mitten im Alltag einen Moment der Stille zu finden, den Blick zu weiten und neue Kraft zu schöpfen. Für manche wird er dabei zu einem persönlichen Weg, der Vertrauen, Gelassenheit und Hoffnung schenkt.
Der Oktober lädt dazu ein, diesen alten Gebetsweg neu zu entdecken – und ob man ihn nun wirklich betet oder ihn einfach als Symbol mitnimmt: Er erinnert daran, dass wir nicht allein unterwegs sind.
Wanderwallfahrt im Viertel Unter dem Wienerwald
Am 20. Oktober 2026 lädt die katholische Militärseelsorge gemeinsam mit dem Militärkommando Niederösterreich zur 8. Niederösterreichischen Blaulichtwallfahrt ein. In diesem Jahr führt die Wanderwallfahrt durch das Viertel Unter dem Wienerwald – von Hochegg nach Kirchberg am Wechsel.
Eingeladen zur Blaulichtwallfahrt sind Einsatzkräfte, die im Alltag mit dem „Blaulicht“ unterwegs sind: Bundesheer, Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Samariterbund, Wasserrettung und Bergrettung. Ebenso willkommen sind Angehörige, Interessierte und all jene, die diesen Organisationen verbunden sind.
Gemeinsam unterwegs
Treffpunkt ist um 0900 Uhr beim ehemaligen Gasthof „Zur schönen Aussicht“ in Feistritz/Hochegg. Nach dem Pilgersegen startet die erste, rund fünf Kilometer lange Etappe. Gegen 1030 Uhr ist beim Gasthof „Zum Fally“ in Warth eine Statio mit Labung vorgesehen. Danach geht es weitere sieben Kilometer bis nach Kirchberg am Wechsel.
Den Abschluss bildet um 1330 Uhr der Wallfahrtsgottesdienst in der Pfarrkirche Kirchberg am Wechsel. Anschließend geselliger Ausklang der Wallfahrt am Kirchenplatz.
Genauer Ablauf
Bis 0900 Uhr
Ankommen beim ehemaligen Gasthof „Zur schönen Aussicht“
2873 Feistritz am Wechsel 138
Die Auffahrt erfolgt über 2840 Grimmenstein-Hochegg
0915 Uhr
Pilgersegen und Abmarsch.
Der erste Teil der Marschstrecke beträgt 5 km.
1030 Uhr
Statio und Labung beim Landgasthof „Zum Fally“
2880 Warth, Ödenkirchenstraße 7
Danach: Der zweite und letzte Teil der Marschstecke. Dieser beträgt 7 km.
1330 Uhr
Wallfahrtsgottesdienst in der Pfarrkirche Kirchberg am Wechsel
Im Anschluss: gemütlicher Ausklang am Kirchenplatz
2880 Kirchberg am Wechsel, Florian-Kuntner-Platz 4
Seit 2017 gemeinsam auf dem Weg
Die Niederösterreichische Blaulichtwallfahrt wurde 2017 vom Militärkommando Niederösterreich initiiert. Am 8. September 2017 machten sich erstmals Einsatzkräfte aus Bundesheer und Blaulichtorganisationen gemeinsam auf den Weg. Mit dabei war von Anfang an die Militärpfarre 1 beim Militärkommando Niederösterreich.
Seither führt die Wanderwallfahrt jeden Herbst in ein anderes Viertel Niederösterreichs. Im Mittelpunkt stehen das gemeinsame Unterwegssein, die Begegnung und der Austausch zwischen den Einsatzorganisationen.
Die 8. Niederösterreichische Blaulichtwallfahrt führt von Hochegg nach Kirchberg am Wechsel – und setzt damit die gemeinsame Tradition des Unterwegsseins fort.
Anmeldung: bis 13. Oktober 2026 unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Nähere Informationen: Tel. 050 201 30 40108
Militärseelsorger Andreas Guganeder tritt die Nachfolge von Monsignore Peter Papst an, der nach seinem altersbedingten Übertritt in den Ruhestand als Bischofsvikar neue Aufgaben übernimmt.
WIEN, 06. Oktober 2026 – In der Leitung der österreichischen Militärdiözese werden die Weichen neu gestellt: Militärkurat Mag. Andreas Guganeder wurde von Militärbischof Dr. Werner Freistetter zum neuen Generalvikar der Militärdiözese ernannt. Am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, nahm Guganeder das offizielle Ernennungsdekret zum Militärgeneralvikar von Frau Bundesminister Mag. Klaudia Tanner entgegen.
Der Wechsel an der administrativen Spitze des Militärordinariats wurde notwendig, da der bisherige Generalvikar, Herr Bischofsvikar Ekr. Msgr. Mag. Peter Papst, mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres am 30. September 2026 militärisch in den Ruhestand getreten ist.
Erfahrener Seelsorger mit starker Verankerung
Mit Andreas Guganeder übernimmt ein vielseitiger und bestens vernetzter Geistlicher die administrative Leitung des Militärgeneralvikariat. Der gebürtige Weinviertler und Priester der Erzdiözese Wien war zuletzt als Militärseelsorger in der Militärpfarre Niederösterreich 4 am Fliegerhorst Leopold Figl Langenlebarn tätig. Neben seiner Funktion in der Militärseelsorge bringt er umfassende Erfahrung aus der Pfarr- und Regionalseelsorge mit – unter anderem als Pfarrvikar in Hausleiten und Dechant des Dekanates Stockerau. Auch bei den Blaulichtorganisationen in den Bezirken Korneuburg und Hollabrunn genießt er als Feuerwehrkurat, -Peer und Polizeiseelsorger hohes Ansehen.
Als Militärgeneralvikar verantwortet er künftig die operative Umsetzung der pastoralen und organisatorischen Weisungen des Militärbischofs an alle Militärseelsorger in ganz Österreich. Zum umfassenden Aufgabenbereich des Militärgeneralvikariat zählen die Personalangelegenheiten der Militärdiözese sowie die zentrale Matrikenführung für die Angehörigen des Bundesheeres und der Heeresverwaltung, deren Familienangehörige sowie alle präsenzdienstleistenden Wehrpflichtigen.
Monsignore Papst wird Bischofsvikar
Msgr. Peter Papst, der die Agenden des Generalvikars seit Anfang 2021 verantwortete, bleibt der Militärdiözese trotz seines militärischen Ruhestands erhalten: Er wird Militärbischof Freistetter künftig als Bischofsvikar in kirchlichen Angelegenheiten unterstützen.
Dank und Ausblick des Militärbischofs
Militärbischof Werner Freistetter drückte seinen Dank aus und blickt zuversichtlich auf die künftige Zusammenarbeit mit dem neuen Generalvikar:
„Ich danke Msgr. Peter Papst von Herzen für seinen unermüdlichen und umsichtigen Dienst als Generalvikar in den vergangenen Jahren. Mit seiner tiefen Kenntnis der militärischen und kirchlichen Strukturen hat er das Militärdiözese prägend mitgestaltet. Ich freue mich sehr, dass er der Diözese nach seinem militärischen Ruhestand als Bischofsvikar mit seiner großen Erfahrung erhalten bleibt.
Gleichzeitig heiße ich Generalvikar Andreas Guganeder in seiner neuen Verantwortung herzlich willkommen. Er bringt nicht nur reichhaltige seelsorgerische Erfahrung mit, sondern ist durch sein Wirken im militärischen wie auch im zivilen Bereich und bei den Blaulichtorganisationen bestens für diese Aufgabe gerüstet. Ich freue mich sehr auf die enge Zusammenarbeit mit ihm.“
Genesungsprozess: Militärbischof Freistetter derzeit in Rehabilitation
Militärbischof Werner Freistetter befindet sich derzeit nach einer im Juni erlittenen Durchblutungsstörung im Gehirn auf dem Weg der Besserung. Es handelte sich um rein motorische Symptome; der Bischof war durchgehend und ist weiterhin voll amtsfähig. Im Rahmen eines derzeitigen Rehabilitationsaufenthalts stehen die Zeichen auf vollständige Genesung, sodass er seine Amtsgeschäfte in absehbarer Zeit wieder vor Ort wahrnehmen können wird.
Manchmal wird aus einem Namen eine persönliche Geschichte. Aus einem Patron, den man verehrt, ein Mensch, dessen Leben man besser verstehen möchte. Und aus Geschichte werden plötzlich Orte, Gesichter und Begegnungen, die berühren und einen mitnehmen.
Für die österreichischen Peacekeeper wurde die Reise nach Florenz und zu den Wirkungsstätten des heiligen Philipp Benizi eine solche besondere Begegnung. Gemeinsam mit ihrem Wallfahrtsseelsorger Pater Philipp M. Karasch CO machten sie sich auf den Weg, um denjenigen, der sie seit fünf Jahren als Patron begleitet, näher kennenzulernen – dort, wo sein Leben seinen Anfang nahm, wo der Servitenorden seine Wurzeln hat und wo bis heute die Erinnerung an ihn lebendig gehalten wird.
Fünf Tage wandelte die Pilgergruppe auf den Spuren ihres Patron. Ihr Weg führte zu Kirchen und Klöstern, nach Monte Senario und Todi und vor allem zu Menschen, die die bis heute ihre ganz eigene Verbindung zu Philipp Benizi leben.
Ein Reise- und Erlebnisbericht von HR Prof. Mag. Dietmar Hübsch, ObstdIntD
Auf den Spuren unseres Patrons
Vom 21. bis 25. September 2026 machten wir uns – zehn Mitglieder der Vereinigung Österreichischer Peacekeeper gemeinsam mit unserem Wallfahrtsseelsorger, Militärkaplan Pater Philipp M. Karasch CO – auf den Weg nach Florenz und zu den Wirkungsstätten des heiligen Philipp Benizi.
Für uns war diese Reise mehr als eine gemeinsame Fahrt nach Italien. Wir wollten jenen Menschen näher kennenlernen, den wir seit fünf Jahren als Patron der österreichischen Peacekeeper verehren. Philipp Benizi lebte im 13. Jahrhundert, war Mitglied des Servitenordens und dessen fünfter Generalprior. In einer von politischen und gesellschaftlichen Spannungen geprägten Zeit setzte er sich für Frieden und Versöhnung ein. Gerade deshalb fühlen wir uns als Menschen, die sich für Frieden und Menschenrechte engagieren, mit ihm in besonderer Weise verbunden.
Im Jahr 2023 bestätigte Seine Exzellenz der Militärbischof Dr. Werner Freistetter den Beginn des kirchlichen Bestätigungsprozesses für das Patronat des heiligen Philipp Benizi für die österreichischen Peacekeeper. Unsere Wallfahrt sollte uns nun zu den Orten führen, an denen sein Leben und das Wirken seines Ordens bis heute lebendig sind.
Ankommen in Florenz
Am Montag, dem 21. September, begann unsere gemeinsame Reise. Nach der Ankunft in Florenz und dem Bezug unserer Unterkunft trafen wir uns zu einem ersten gemeinsamen Mittagessen. Für viele von uns war dies die Gelegenheit, einander besser kennenzulernen und uns auf die kommenden Tage einzustimmen.
Schon am Nachmittag wurde deutlich, dass diese Reise einen besonderen Charakter haben würde. Um 17 Uhr feierten wir mit Pater Philipp M. Karasch die heilige Messe in der Kirche zu den Heiligen Sieben Gründungsvätern. Der Gottesdienst führte uns unmittelbar in die Geschichte des Servitenordens hinein und war zugleich unser geistlicher Auftakt.
Beim anschließenden Abendessen wurden die ersten Eindrücke des Tages ausgetauscht. Die Vorfreude auf die kommenden Tage war spürbar – schließlich wollten wir nun Schritt für Schritt in die Geschichte unseres Patrons eintauchen.
Florenz – auf den Spuren von Philipp Benizi
Am nächsten Morgen führte unser Weg zur Santissima Annunziata. Das Kloster und die Kirche wurden im 13. Jahrhundert gegründet, insbes. in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zur heutigen Gestalt umgebaut und sind die wichtigsten Orte der Servitengeschichte in Florenz. Schon beim Betreten des Komplexes war die Verbindung von jahrhundertealter Geschichte und lebendiger Ordensgemeinschaft spürbar.
Wir begegneten Mitgliedern des Konvents und konnten mit ihnen über den Orden und seine Geschichte sprechen. Besonders eindrucksvoll war für uns das Verkündigungsfresko und Tabernakel, aber auch das Gebet am Altar des heiligen Philipp Benizi. Dort beteten wir das Friedensgebet des Heiligen. Für uns war dies kein bloßes historisches Ritual. Wir konnten unsere eigenen Erfahrungen und Anliegen als Peacekeeper in dieses Gebet mitnehmen.
Danach tauchten wir in das historische Florenz ein. Der Dom zu Florenz mit dem Glockenturm Campanile di Giotto und der Taufkapelle Battistero di San Giovanni, der Palazzo Vecchio, die engen Gassen und Plätze der Altstadt und schließlich die Ponte Vecchio vermittelten uns einen Eindruck von jener Stadt, in der Philipp Benizi gelebt und gewirkt hatte. Ein besonderer Moment erwartete uns in der Via de’ Guicciardini 15, auf dem anderen Ufer des Arno. Dort befindet sich der historische Palazzo Guicciardini, das ehemalige Herrenhaus der Familie Benizi, in dem Philipp Benizi im Jahr 1233 geboren wurde, eine Steintafel auf der Fassade verweist darauf. Vor dem Gebäude zu stehen und sich bewusst zu machen, dass hier vor fast 800 Jahren das Leben unseres späteren Patrons seinen Anfang nahm, war für uns ein eindrucksvolles Erlebnis.
Nach diesem Besuch führte unser Weg zur Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella. Die historische Apotheke geht auf eine jahrhundertealte Tradition in Florenz zurück und ist bis heute für ihre Düfte, Kräuterpräparate und Pflegeprodukte bekannt. Auch dieser Besuch gab uns einen weiteren Einblick in die besondere Geschichte und Atmosphäre der Stadt.
Am Abend kehrten wir in das Servitenkloster zurück. Dort erwartete uns ein gemeinsames Abendessen mit dem Konvent. Die Gastfreundschaft und die persönlichen Gespräche machten diesen Abend zu einem der schönsten Erlebnisse unserer Reise. Wir fühlten uns willkommen und durften erleben, dass die Verbindung zwischen Österreich und den italienischen Serviten nicht nur auf Geschichte und Tradition beruht, sondern durch persönliche Begegnungen lebendig wird.
Monte Senario – die Wurzeln des Servitenordens
Der dritte Tag führte uns hinaus aus Florenz. Unser Ziel war der Monte Senario, etwa 40 Autominuten nördlich der Stadt. Schon die Fahrt hinauf in die Berge vermittelte uns das Gefühl, einen besonderen Ort aufzusuchen. Hier befindet sich das erste Kloster des Servitenordens, das in den Jahren 1245/47 entstand. Für uns war es bewegend, an einem Ort zu stehen, an dem die Geschichte des Ordens vor fast 800 Jahren ihren Anfang nahm.
Im Kloster werden die Reliquien der sieben heiligen Gründungsväter aufbewahrt und verehrt. Besonders eindrucksvoll war die sogenannte Erscheinungskapelle. Unter der Altarplatte sind noch Mauerreste der ältesten Kapelle aus der Mitte des 13. Jahrhunderts zu sehen. Diese wurde von den sieben Gründungsvätern selbst errichtet.
Wir feierten gemeinsam mit Pater Philipp die heilige Messe in der Kapelle zu den Sieben Heiligen Gründungsvätern. In dieser Umgebung wurde die Geschichte des Servitenordens für uns greifbar und bekam eine ganz persönliche Dimension.
Anschließend nahm sich Pater Prior Maurizio OSM Zeit, uns durch das Kloster zu führen. Mit viel Wissen und spürbarer Verbundenheit zu seinem Orden erklärte er uns die Geschichte und die Besonderheiten des Klosters und erzählte aus dem heutigen Leben der Serviten. Für uns war diese persönliche Führung eine wertvolle Begegnung, abgerundet durch einen Spaziergang zu der Grotte und Quelle unseres Heiligen.
Nach der Rückkehr nach Florenz wechselten wir vom geistlichen und historischen Programm zur Kunst und Kultur. Wir besuchten die Galleria dell’Accademia und die Uffizien. Zwischen Kunstwerken von Weltrang konnten wir einen weiteren Teil jener Stadt kennenlernen, deren Geschichte untrennbar mit der europäischen Kultur verbunden ist.
Todi – am Grab unseres Patrons
Ein Höhepunkt unserer Wallfahrt war zweifellos der vierte Tag. Wir machten uns auf den Weg nach Todi, eine mittelalterliche Stadt auf einem Berggipfel über dem mittleren Tibertal. Unser Ziel war die Kirche San Filippo Benizi, in der sich das Grab unseres Patrons befindet.
Hier feierten wir gemeinsam mit unserem Militärkaplan und Pater Gerardo OSM die heilige Messe. Anschließend standen wir am Grab des heiligen Philipp Benizi. Dieser Moment war für viele von uns besonders bewegend. Nach den Tagen, an denen wir seine Lebensgeschichte und die Geschichte seines Ordens kennengelernt hatten, standen wir nun unmittelbar an seiner letzten Ruhestätte.
Wir konnten dort auch kleine Statuen des heiligen Philipp Benizi, die wir aus Wien mitgebracht hatten, segnen lassen. Damit entstand für uns eine sichtbare Verbindung zwischen dem historischen Wirkungsort in Italien und unserer heutigen Verehrung des Heiligen in Österreich.
Beim gemeinsamen Mittagessen im Restaurant Jacopone konnten wir die Eindrücke dieses Vormittags noch einmal miteinander teilen. Interessant war auch die Information, dass Jacopone der erste Patron der Stadt Todi ist und Philipp Benizi als zweiter Patron verehrt wird.
Auf der Rückfahrt nach Florenz wurde vielen von uns bewusst, wie dicht die vergangenen Tage an Eindrücken gewesen waren. Wir hatten nicht nur Kirchen, Klöster und historische Stätten besucht, sondern waren den Menschen und Orten nähergekommen, die mit dem Leben unseres Patrons verbunden sind.
Abschied von Florenz
Am Freitag, dem 25. September, hieß es Abschied nehmen. Nach fünf gemeinsamen Tagen traten wir die Rückreise nach Wien an.
Im Gepäck hatten wir viele Erinnerungen: an Florenz und seine beeindruckenden Kunstschätze, an die stillen Stunden des Gebets, an die Begegnungen mit den Serviten, an den Monte Senario und seine jahrhundertealte Geschichte und natürlich an den besonderen Moment am Grab des heiligen Philipp Benizi in Todi.
Vor allem aber nehmen wir die Erkenntnis mit, dass eine Wallfahrt nicht nur darin besteht, bestimmte Orte zu besuchen. Sie gibt Gelegenheit innezuhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auf das Wesentliche zu besinnen.
Für uns als österreichische Peacekeeper hat die Reise eine besondere Bedeutung bekommen. Philipp Benizi lebte in einer anderen Zeit und unter völlig anderen Umständen. Dennoch verbindet uns mit ihm das Bemühen um Frieden und Versöhnung. Sein Beispiel erinnert uns daran, dass Frieden nicht selbstverständlich ist, sondern Menschen braucht, die bereit sind, Brücken zu bauen und aufeinander zuzugehen.
So war diese Wallfahrt für uns zugleich Reise, Begegnung, Gebet und gemeinsames Erlebnis. Wir sind dankbar für die vielen Eindrücke und Begegnungen und hoffen, dass uns der heilige Philipp Benizi auf unserem weiteren Weg als österreichische Peacekeeper begleiten und Fürsprache für alle jene halten wird, die sich für Frieden und Menschenrechte einsetzen.
Thomas Renner folgt auf Franz Xaver Brandmayr – Festgottesdienst mit Erzbischof Josef Grünwidl anlässlich der Amtseinführung
Bereits seit 1. September 2026 ist Thomas Renner neuer Dompropst von Wiener Neustadt. Am Sonntag, dem 27. September, wurde der 55-Jährige von Erzbischof Josef Grünwidl im Rahmen eines Festgottesdienstes offiziell in sein neues Amt eingeführt.
Renner folgt damit auf Franz Xaver Brandmayr, der seit wenigen Wochen neuer Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem ist.
Für Thomas Renner, der gebürtiger Wiener ist, bedeutet die neue Aufgabe zugleich einen Wechsel vom klösterlichen Umfeld in eine traditionsreiche Propsteipfarre der Erzdiözese Wien.
Vom Altenburger Abt zum Dompropst
Renner trat 1993 in das Benediktinerstift Altenburg ein und wurde 1999 zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten als Religionslehrer, Seelsorger und Pfarrer wurde er 2011 Prior und 2014 zum Abt des Stiftes Altenburg gewählt. Dieses Amt übte er bis 2026 aus.
„Die Menschen in den Blick nehmen“
Seinen neuen Dienst will Renner nach eigenen Worten nahe bei den Menschen ausüben. „Die Menschen in den Blick nehmen“ – genau darin sieht er eine wesentliche Aufgabe seines Wirkens. Wo Veränderungen notwendig seien, wolle er diese in Einheit mit der Kirche und ihrer Lehre auch umsetzen, erklärte Renner im Vorfeld seiner Amtseinführung.
Ein Amt mit langer Geschichte
Renner übernimmt mit dem Wiener Neustädter Dom einen Ort mit besonderer kirchengeschichtlicher Bedeutung, da die Stadt einst Sitz eines eigenen Bistums war. Selbst nach dessen Aufhebung blieb die Propsteikirche ein wichtiger kirchlicher Mittelpunkt dieser Region.
Für die katholische Militärseelsorge besitzt Wiener Neustadt darüber hinaus eine besondere Bedeutung. Nur wenige hundert Meter vom Dom entfernt liegt in der Burg die St. Georgs-Kathedrale, die Bischofskirche des Militärbischofs für Österreich.
In Wiener Neustadt begegnen sich somit zwei Kirchen mit einer besonderen bischöflichen Geschichte – Kirchen, deren gute Zusammenarbeit und deren Zusammenwirken bis heute andauern.
Gemeinsam unterwegs – zwei- und vierbeinige Wallfahrer
Am 8. Oktober 2026 lädt die Militärpfarre beim Militärkommando Burgenland zur bereits 17. Wallfahrt der Kreaturen ein.
Treffpunkt ist um 10.00 Uhr beim Kriegerdenkmal in Bruckneudorf. Von dort geht es zur Spittelwaldkapelle am Truppenübungsplatz Bruckneudorf. Hier wird um 11.00 Uhr die Heilige Messe gefeiert.
Im Mittelpunkt dieser Wallfahrt steht das Miteinander von Mensch und Tier und die Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe.
Herzliche Einladung zu dieser ganz besonderen Wallfahrt, bei der auch all Ihre tierischen Begleiter willkommen sind und mitgehen dürfen!
Mehr Informationen dazu gibt es auf Facebook unter „Freunde der kath. Militärpfarre Burgenland“ sowie bei der Militärpfarre beim Militärkommando Burgenland unter +43 50201 1540108.
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Am 1. Mai erhält die steirische Landeshauptstadt hohen kirchlichen Besuch – zur Weihe des neuen Weihbischofs der Diözese Graz-Seckau, Johannes Freitag, wird eine Vielzahl an geistlichen Würdenträgern, politischen Repräsentanten und... Weiterlesen

Ein Requiem im Wiener Stephansdom vereinte Kirche, Politik und Gläubige Mit einem feierlichen Requiem im Wiener Stephansdom verabschiedete sich Österreich am Montagabend offiziell von Papst Franziskus. Unter großer Anteilnahme von Kirche... Weiterlesen

Am 28. April 2025 fand in der Birago-Kaserne Melk eine Einweisung für das Aufbaukommando der 65. Internationalen Soldatenwallfahrt (PMI) nach Lourdes statt. Das Kommando wird heuer vom Pionierbataillon 3 –... Weiterlesen

Derzeit befinden sich 164 Soldatinnen und Soldaten im Einsatzraum. Die Soldatinnen und Soldaten des österreichischen Kontingents, sind unter anderem für die Logistik sowie die Brandbekämpfung im Camp NAQOURA verantwortlich. Zu den... Weiterlesen

In der Soldatenkirche in der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim feierte am Dienstag der Karwoche Militärbischof Dr. Werner Freistetter in Konzelebration mit dem erst kürzlich ernannten Weihbischof für die Diözese Graz-Seckau, Militäroberkurat... Weiterlesen

Die Schriftenreihe der Militärbischöflichen Bibliothek behandelt Fragen der Soldatenseelsorge und militärischen Berufsethik, der Rolle von Religion im militärischen Kontext und ihres Beitrags zum Frieden. Sie wird vom evangelischen Militärsuperintendenten und... Weiterlesen

Ein Erbe der Spiritualität und Standhaftigkeit Am 2. April 2005 schloss Papst Johannes Paul II. nach beinahe 27 Jahren im Amt für immer die Augen. Zwanzig Jahre später gedenken Gläubige auf... Weiterlesen

Am 2. April 2005 nahm die ganze Welt Anteil am Sterben von Johannes Paul II. Das Gedenken an den über 26 Jahre lang regierenden Papst wird auch in Österreich hochgehalten... Weiterlesen

Ein Mahnruf aus dem Vatikan: Der Pontifex fordert in seiner Sonntagsbotschaft verstärkte Friedensbemühungen in Krisengebieten weltweit. Papst Franziskus hat mit Nachdruck an die politischen Führer des Südsudan appelliert, Spannungen abzubauen und... Weiterlesen

Eine historische Chance bleibt ungenutzt In einem seltenen Zufall fallen 2025 die Ostertermine der katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen auf denselben Tag: den 20. April. Ein willkommener Anlass, um ein seit... Weiterlesen