Im feierlichen Rahmen kam die katholische Militärseelsorge in der St. Georgs-Kathedrale zu einem besonderen Gottesdienst zusammen. Im Zuge eines Hochamtes beging die Militärdiözese ein seltenes, vierfaches Jubiläum.
Im Mittelpunkt des liturgischen Gedenkens standen der Weltfriedenstag, das 70-jährige Bestehen der katholischen Militärseelsorge, das 40-jährige Jubiläum der Apostolischen Konstitution Spirituali militum curae sowie der 11. Weihetag des amtierenden Militärbischofs Dr. Werner Freistetter.
Die St. Georgs-Kathedrale, als Bischofssitz des Militärbischofs und Herzstück der Theresianischen Militärakademie, bot den würdigen Rahmen für die Feier mit geladenen Repräsentanten aus Kirche, Politik und dem Österreichischen Bundesheer sowie langjährigen Wegbegleitern.
An seinem 11. Weihetag verband der Militärbischof in seiner Predigt den Dank für sieben Jahrzehnte institutionalisierte Seelsorge mit einem eindringlichen Blick auf die Zukunft. Im Zentrum stand dabei die Warnung vor einer Entmenschlichung durch Künstliche Intelligenz (KI) im Militär – insbesondere vor autonomen Entscheidungen über Leben und Tod. Angesichts der volatilen weltpolitischen Lage sicherte er den Soldaten auch künftig die verlässliche Begleitung der Seelsorge zu. S.E. betonte:
„Die Zivilisation der Liebe entsteht nicht aus einer einzigen spektakulären Geste, sondern aus der Summe kleiner und beharrlicher Akte der Treue, die als Bollwerk gegen die Entmenschlichung dienen. Das ist die Hobbit-Ethik: kleine Schritte, Worte entwaffnen und Beziehungen pflegen.“
Vier Jubiläen im Fokus
11. Weihetag des Militärbischofs: Die Diözese feierte das persönliche Jubiläum ihres Oberhirten, der vor elf Jahren seine Weihe im Dom zu Wiener Neustadt empfing. Militärgeneralvikar Mag. Peter Papst ging in seiner Ansprache besonders auf den bischöflichen Wahlspruch „Religio et Pax“ ein: „Dieser Wahlspruch ist für dich tiefstes Lebensprogramm. Besonders das zweite Wort – der Frieden – ist dir in all den Jahren als Militärbischof zu einem überragenden, persönlichen Herzensanliegen geworden… Wo Religion und der Einsatz für den Frieden zusammenfinden, da entsteht echter Schutz für den Menschen!“
Der Weltfriedenstag: 1967 von Papst Paul VI. eingeführt, rückt dieser Tag die weltweite Friedensarbeit in den Fokus. Papst Leo XIV. griff in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2026 den Christusgruß „Der Friede sei mit euch“ auf – jene Worte, mit denen er sich bereits am Abend seiner Papstwahl an die Welt gewandt hatte. Die jährliche päpstliche Botschaft dient den Gläubigen weltweit als Leitfaden und Inspiration für den aktiven Friedenseinsatz. Nachzulesen unter: Papstbotschaft zum Weltfriedenstag 2026
70 Jahre katholische Militärseelsorge: Am 4. Oktober 1956 beschloss der Ministerrat die Einrichtung der Militärseelsorge in der Zweiten Republik. Seither ist sie ein unverzichtbarer Anker im Dienstalltag sowie bei Auslandseinsätzen. Das römisch-katholische Militärordinariat betreut heute rund 100.000 Katholikinnen und Katholikinnen im Umfeld des Österreichischen Bundesheeres. Historisch betrachtet ist sie die älteste kategoriale Seelsorgesparte der Welt; ihre Wurzeln reichen in Österreich bis in das 16. Jahrhundert zurück.
40 Jahre Spirituali militum curae: Vor genau vier Jahrzehnten ordnete Papst Johannes Paul II. mit dieser Apostolischen Konstitution die Militärseelsorge weltweit neu und erhob die Militärordinariate in den Rang von Diözesen. Dieses kirchenrechtliche Fundament sichert bis heute die pastorale Eigenständigkeit und Struktur der Militärdiözese.