Militärdekan Oliver Hartl bei der internationalen Soldatenwallfahrt im slowakischen Levoča
Bild: Hartl/Paier
Pilgerweg über Grenzen hinweg
Anfang Juli versammelten sich Soldatinnen und Soldaten aus zahlreichen europäischen Ländern zur Internationalen Soldatenwallfahrt im slowakischen Levoča. Rund um das Fest der heiligen Kyrill und Method sowie das Patrozinium der Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“ wird der Marienberg Jahr für Jahr zum Ziel tausender Pilgerinnen und Pilger. Ein besonderer Höhepunkt ist dabei die Soldatenwallfahrt, die heuer am 4. Juli stattfand.
An der diesjährigen Wallfahrt nahm auf Einladung des slowakischen Militärordinariates auch eine Delegation des Österreichischen Bundesheeres teil. Militärdekan Oliver Hartl und Militärpfarradjunkt Vizeleutnant Roman Paier vertraten dabei die österreichische Militärseelsorge. Gemeinsam mit Soldaten aus der Slowakei, Tschechien, Polen, Rumänien, Slowenien, Deutschland, der Schweiz sowie Spanien und Portugal stand das gemeinsame Gebet um Frieden im Mittelpunkt.
Vom historischen Stadtzentrum auf den Marienberg
Den Auftakt bildete eine Begegnung der internationalen Delegationen in der Altstadt von Levoča. Mit einer Wortgottesfeier in der Minoritenkirche eröffnete der slowakische Militärbischof Pavol Šajgalík die Wallfahrt und begrüßte die teilnehmenden Nationen.
Danach formierten sich die Soldatinnen und Soldaten zu einem gemeinsamen Marschblock und zogen hinauf auf den Marienberg, wo am großen Freiluftaltar die Eucharistie gefeiert wurde. In seiner Predigt erinnerte Militärbischof Šajgalík daran, welche prägende Kraft der christliche Glaube für die Völker Mitteleuropas besitzt. Gerade in den Jahrzehnten kommunistischer Unterdrückung habe das Wort Gottes vielen Menschen Halt und Hoffnung gegeben.
Die Wallfahrt erhielt in diesem Jahr eine besondere Aktualität. Levoča liegt nur rund eine Autostunde von der ukrainischen Grenze entfernt. Das gemeinsame Gebet von Soldatinnen und Soldaten aus zahlreichen Nachbarstaaten wurde so zu einem sichtbaren Zeichen der Verbundenheit und der gemeinsamen Verantwortung für den Frieden in Europa.
Abschluss mit der großen Landeswallfahrt
Am Sonntag, dem 5. Juli 2026, schloss sich die internationale Soldatenwallfahrt der traditionellen Hauptwallfahrt an. Zehntausende Gläubige versammelten sich auf dem Marienberg zum großen Wallfahrtsgottesdienst. Hauptzelebrant war der Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa. Mit ihm konzelebrierten die Bischöfe der Slowakei, zahlreiche Priester – auch aus den umliegenden Ländern – sowie die Militärseelsorger der teilnehmenden Nationen.
Wallfahrtsort Levoča
Levoča, das frühere Leutschau in der historischen Region Zips, zählt zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten der Slowakei. Ziel der Pilgerinnen und Pilger ist der Marienberg (Mariánska hora) mit der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung.
Bereits im 13. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem Zentrum der Marienverehrung. Jedes Jahr pilgern Anfang Juli Zehntausende Gläubige aus der Slowakei und den Nachbarländern auf den Marienberg.
Die internationale Soldatenwallfahrt ist seit vielen Jahren fester Bestandteil dieser Wallfahrtstage. Soldatinnen und Soldaten verschiedener Nationen kommen hier zusammen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, für den Frieden zu beten und die Verbundenheit über nationale Grenzen hinweg sichtbar zu machen.