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Wenn KI in den Krieg zieht: Ethik im Zeitalter der Algorithmen

Die Teilnehmer des "Jakob-Kern-Akademie Angebotes" mit dem Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten (AKS) Brigadier Mag. Peter Schinnerl und Militärgeneralvikar Mag. Andreas Guganeder Die Teilnehmer des "Jakob-Kern-Akademie Angebotes" mit dem Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten (AKS) Brigadier Mag. Peter Schinnerl und Militärgeneralvikar Mag. Andreas Guganeder Foto: Johann Machowetz/AKS

Was geschieht, wenn Maschinen über Leben und Tod entscheiden? Diese beunruhigende Frage stand im Zentrum der Jakob-Kern-Akademie, die vom 12. bis 15. Oktober in der Salzburger Schwarzenberg-Kaserne stattfand. Eingeladen dazu hatten der Militärkommandant von Salzburg und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten (AKS), Bgdr Mag. Peter Schinnerl, sowie Akademieleiter Obst i. R. Mag. Bernd Meurers. Ein besonderer Höhepunkt war die Begrüßung des neuen Militärgeneralvikars der Militärdiözese, Mag. Andreas Guganeder.

Die Kontrolle behalten

Heutzutage geht es nicht mehr darum, ob Künstliche Intelligenz (KI) das Schlachtfeld verändert, sondern wie der Mensch die Kontrolle darüber behalten kann. Unter dem Motto „KI in der modernen Kriegsführung – Ableitungen für uns Soldat:innen“ diskutierten Experten und Praktiker über die technologischen und moralischen Herausforderungen unserer Zeit.

Zwischen Effizienz und ethischem Abgrund

KI gilt als Inbegriff von Modernität und Innovation, doch im militärischen Kontext wird sie schnell zum moralischen Dilemma. In den Fachvorträgen wurde schnell deutlich: Technisch ist heute fast alles möglich – doch ist es auch vertretbar? Insbesondere die Debatte um tödliche autonome Waffensysteme rückte in den Fokus.

Referenten wie Prof. Dr. Alexander Treiblmaier und Dr. Josef Schröfl warnten davor, KI lediglich als Werkzeug zu betrachten. Sie müsse als systemischer Prozess verstanden werden. Die Gefahr bestehe darin, dass der Mensch in hochautomatisierten Entscheidungsprozessen an Einfluss verliert, während die KI an die Grenzen der ethischen Vertretbarkeit stößt.

Den Menschen nicht alleine lassen

Ein Kernpunkt der Akademie war die „Innere Führung“. Gerade wenn Algorithmen taktische Vorteile verschaffen, bleibt die menschliche Komponente die wichtigste Instanz. OTL Dipl-Päd Martin Rose betonte, dass Soldaten in Zeiten technologischer Umwälzungen nicht alleine gelassen werden dürfen. Führung im Krieg bedeutet, Verantwortung für Menschenleben zu übernehmen – eine Aufgabe, die niemals an eine Maschine delegiert werden darf. Ergänzt wurde diese Diskussion durch Beiträge von Ass.-Prof. Dr. Marlon Possard und Erzdekan Dr. Harald Tripp, die das Spannungsfeld zwischen Landesverteidigung und individueller Verantwortung analysierten.

 Glaube als Kompass

Neben der Strategie fand auch die Spiritualität ihren Platz. Militärdekan Mag. Richard Weyringer begleitete die 65 Teilnehmer – darunter eine Delegation der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) der Bundeswehr – mit Morgenloben und einem abschließenden Gottesdienst.

Das Erbe von Jakob Kern

Die Akademie ist benannt nach dem seligen Jakob Kern, dem Schutzpatron der AKS. Als ehemaliger Kaiserjäger des Ersten Weltkriegs und späterer Priester symbolisiert er die Verbindung von militärischer Pflicht und tiefem Glauben. Sein Lebensweg, gezeichnet von schweren Kriegsverletzungen und einem Dasein für den Nächsten, dient den Teilnehmenden heute als Vorbild für Resilienz und Menschlichkeit.

Über die AKS

Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten ist die Laienorganisation der Militärdiözese Österreichs. Unter dem Motto „Das Wort Gottes glaubhaft vorleben und vermitteln“ bietet sie christlich orientierten Soldatinnen und Soldaten eine Gemeinschaft und Unterstützung im Dienst sowie im Ruhestand.

Weitere Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie im Artikel von Obst i.R. Johann Machowetz, der als Informationsquelle dieses Artikels diente. Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten: Jakob Kern Akademie in der Schwarzenbergkaserne in Salzburg - Wiener Neustadt