Festgottesdienst mit Kardinal Schönborn zum Todestag von Jakob Kern
Am 20. Oktober versammelte sich eine Abordnung der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten (AKS) in der Stiftskirche Geras, um ihrem Schutzpatron, dem seligen Jakob Kern, zu gedenken. Der Festgottesdienst wurde von Kardinal Christoph Schönborn geleitet. Eine Abordnung der AKS nahm unter der Leitung ihres Präsidenten, des Salzburger Militärkommandanten Brigadier Peter Schinnerl, daran teil.
Die Feier erinnerte an Begriffe, die in der heutigen Zeit oft in den Hintergrund gerückt sind: Sühne und Wiedergutmachung. Für Jakob Kern waren diese keine abstrakten Konzepte, sondern gelebte Liebe.
Ein Leben zwischen Front und Kloster
Jakob Kern, geboren 1897 in Wien als Franz Alexander Kern, sah sich bereits früh mit den harten Realitäten des Krieges konfrontiert. Während seines Dienstes an der Südwestfront im Ersten Weltkrieg erlitt er 1916 schwere Verletzungen an Lunge und Leber, die ihn lebenslang begleiten sollten. Trotz dieser körperlichen Zerreißprobe blieb sein Glaube ungebrochen.
Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst folgte er seinem ursprünglichen Wunsch und begann das Theologiestudium in Wien. Ein einschneidendes Erlebnis war für ihn der Austritt eines Prager Chorherrn aus der katholischen Kirche. Aus einem tiefen Gefühl der stellvertretenden Sühne für diesen Akt des Nationalismus und Egoismus trat Kern 1920 in das Stift Geras ein und wurde dort 1922 zum Priester geweiht.
Das frühe Ende und die Verehrung von Jakob Kern
Kerns Dienst als Priester war kurz, aber intensiv. Er wurde als beliebter Prediger geschätzt, kämpfte jedoch kontinuierlich gegen seine schwindende Gesundheit. Mehrere Operationen, die teilweise ohne Narkose durchgeführt werden mussten, prägten seine letzten Lebensjahre. Am 20. Oktober 1924 starb er im Wiener Allgemeinen Krankenhaus – an dem Tag, an dem eigentlich seine ewige Profess gefeiert werden sollte.
Seine Lebensleistung lag im „Kleinen“: dem Weg der Versöhnung über Grenzen hinweg. Im Jahr 1998 wurde er von Papst Johannes Paul II. auf dem Wiener Heldenplatz zusammen mit Anton Maria Schwartz und Schwester Maria Restituta selig gesprochen.
Über die AKS und ihren Patron
Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten ist die Laienorganisation der Militärdiözese Österreichs. Unter dem Motto „Das Wort Gottes glaubhaft vorleben und vermitteln“ bietet sie christlich orientierten Soldatinnen und Soldaten eine Gemeinschaft und Unterstützung im Dienst sowie im Ruhestand.
Für die AKS stellt Kern als ehemaliger Kaiserjäger des Ersten Weltkriegs und späterer Priester auf ganz besondere Weise die Verbindung von militärischer Pflicht und tiefem Glauben dar. Sein Lebensweg, gezeichnet von schweren Kriegsverletzungen und einem Dasein für den Nächsten, ist heute noch ein Vorbild für Resilienz und Menschlichkeit.
Nähere Infos zu dieser Festmesse, zu Jakob Kern und zu den Aufgaben der AKS finden Sie im Artikel von Johann Markowetz unter Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten (AKS): Jakob Kern - Gedenkgottesdienst - Wiener Neustadt