Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.
Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf den Webseiten von mildioz.at einverstanden sind.

 

Erlebnisberichte von Militärseelsorgern: „Reflections on the Battlefield“

Reflections on the Battlefield Reflections on the Battlefield

Robert J. Rider meldete sich 1914, im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Pastor am Handsworth Theological College der Wesleyan Methodist Church, freiwillig zum regulären Dienst im „1st Birmingham Battalion“, einem sogenannten „Pals Battalion“(1) und war als „signalman“ (Fernmelder) bis 1916 in Frankreich eingesetzt. 

Der Dienst an der Waffe war innerhalb der methodistischen Kirche anfangs durchaus umstritten, besonders im Fall angehender Pastoren. Dennoch war diese Entscheidung nicht ungewöhnlich: 8 seiner Kommilitonen hatten sich zusammen mit ihm zur Infanterie gemeldet, 11 zum Sanitätsdienst und 3 zum Dienst als Militärkaplan.
Mit dem Ansteigen der Anzahl der methodistischen Soldaten in der britischen Armee während der Fortdauer des Krieges auf schließlich über 200.000 stieg auch der Bedarf an methodistischen Militärkaplänen, so daß Rider Ende 1916 zum Militärkaplan ausgebildet wurde und ab 1917 wiederum in Frankreich, nun aber als einer der insgesamt über 3.000 Militärkapläne in der britischen Armee, im Einsatz war.
Der ursprünglich in den 1920er bis 1930er Jahren verfasste Text basiert vermutlich auf – nicht mehr existierenden – Tagebuchaufzeichnungen. Eine Veröffentlichung Anfang der 1950er Jahre hatte Rider – wohl aufgrund einer negativen Rückmeldung von einem ihm bekannten Journalisten – verworfen. Das Manuskript blieb jedoch nach seinem Tod 1961 in seinem Nachlaß erhalten und konnte schließlich 2001 veröffentlicht werden.
Rider entschied sich, die von ihm „Flashbacks“ genannten und in 18 Kapitel zwischen (jeweils 5-10 Seiten) unterteilten autobiographischen Aufzeichnungen, in Form von kurzen anekdotischen und nur lose zusammenhängenden Geschichten aus einer Erzählerperspektive darzustellen. Rider beschränkt sich dabei wohl auch nicht auf von ihm unmittelbar Erlebtes, sondern inkorporiert Gehörtes und erweitert wohl auch fallweise, wenn es der Erzählung zuträglich ist - dies gilt wohl besonders für die wörtlich wiedergegebenen Dialoge.
Rider erzählt in seinen Geschichten – zumeist ist es naheliegend, welche Person den Autor darstellt - vom Einsatz an der Front, von den Schützengräben, von Erlebnissen als Militärkaplan, von der Tätigkeit als Zensor für die Feldpost sowie von Erfahrungen mit deutschen Kriegsgefangenen. Aber auch humoristisches Gefärbtes hat in diesen Erinnerungen Platz.
Dem Text ist außerdem eine lesenswerte Einleitung der Herausgeber Alan C. Robinson und Paul E. H. Hair vorangestellt, die neben einigen biographischen Angaben zum Autor auch eine inhaltliche Einführung in den Text von Rider umfasst.

(1) Zu Beginn des Krieges rekrutierte sich die britische Armee aus Berufssoldaten und Freiwilligen, die Konskription wurde erst 1916 eingeführt. Die 1914 rekrutierten „Pals Battalions“ (in etwa „Freundesbataillone“) setzten sich aus Gruppen von Freiwilligen zusammen, die sich oftmals gemeinsam gemeldet hatten (Arbeiter aus derselben Fabrik, Klassenkollegen an Universitäten usw.).

Robert J. Rider: Reflections on the Battlefield : From Infantryman to Chaplain, 1914 - 1919 (Alan C. Robinson, Paul E. H. Hair (eds.)), Liverpool 2001, 147 Seiten, Sprache: englisch
Buchnummer MBBA: 11684

Link zum Medium im OPAC

Empfehlungen

Fastentücher

Fastentücher

Violette Tücher dominieren während der Fastenzeit den Altarraum in den Kirchen: Die Altarverhüllung durch das velum templi (in Bezug auf das Tuch im Tempel) ist bereits seit mehr als tausend... Weiterlesen

Das Aschekreuz

Das Aschekreuz

Im Mittelalter wurden am Aschermittwoch die öffentlichen Büßer mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Danach wurden sie - in Erinnerung an die biblische Vertreibung aus dem Paradies -... Weiterlesen

Ich glaube an den Heiligen Geist…

Ich glaube an den Heiligen Geist…

Wie oft hat man diesen Satz im Glaubensbekenntnis schon ausgesprochen, aber wie wenig hat man darüber reflektiert, wie selten wurde bewusst gefragt, wer oder was dieser Geist ist. Der Heiligen... Weiterlesen

Neuigkeiten aus Lourdes...

Neuigkeiten aus Lourdes...

Wir werden auch in diesem Jahr wieder ausgiebig von der 61. Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes berichten. Auf unserer Webseite finden Sie tagesaktuelle Berichte, für Fotos, Videos und Stimmungsbilder folgen Sie... Weiterlesen

Die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neus…

Die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt

Sie wirkt von außen her als ein eher unscheinbarer Bau, der sich dem Besucher erst erschließt, wenn man sich ihm nähert und ihn betritt: die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt... Weiterlesen

So entstand die Soldatenwallfahrt

So entstand die Soldatenwallfahrt

Die jährlich stattfindende Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes entstand 1958 aus einer gemeinsamen Initiative französischer und deutscher Militärseelsorger. Heute ist sie die größte Friedenskundgebung von Soldatinnen und Soldaten in den europäischen... Weiterlesen

60 Jahre Internationale Soldatenwallfahr…

60 Jahre Internationale Soldatenwallfahrt: Damals und heute!

1958-2018: 60 Jahre Soldatenwallfahrt. Vizeleutnant Richard Payer ist 1958 als 20-jähriger Zugführer bei der ersten Internationalen Soldatenwallfahrt dabei gewesen. Heuer, bei der 60. Jubiläumswallfahrt, wird er wieder mitfahren. Ein Erinnerungsbericht... Weiterlesen

Botschaft zur Fastenzeit

Botschaft zur Fastenzeit

Gemeinsam im Frieden leben! Botschaft von Militärbischof Dr. Werner Freistetter für die Fastenzeit 2019.   „Gemeinsam sind wir stärker!“ – diesen Grundsatz haben Soldatinnen und Soldaten in Form der oft zitierten Kameradschaft untereinander... Weiterlesen

Fastenzeit 2019

Fastenzeit 2019

Mit dem Aschermittwoch beginnt die kirchliche Fastenzeit. Er ist somit der erste Tag der österlichen Bußzeit und nicht der letzte des Faschings. Die Fastenzeit - das ist die 40-tägige Vorbereitungszeit... Weiterlesen

30 Jahre Militärordinariat

30 Jahre Militärordinariat

"Ganz nah bei den Menschen und zugleich im Militär beheimatet sein": Das zeichnet mit den Worten von Militärbischof Werner Freistetter die heimische Militärseelsorge aus. Der Bischof eröffnete mit seinen Grußworten... Weiterlesen

Festgottesdienst zum Weltfriedenstag 200…

Weiters war anwesend eine Abordnung der Parlamentarischen Bundesheerbeschwerdekommission und der Militärkommandant von Wien Bgdr Mag. Franz Reiszner, sowie der Verteidigungs- und Militärattache der Republik Kroatien. Mit Militärbischof Mag. Christian Werner konzelebrierten... Weiterlesen

Bildergalerien Folgeseiten

30 Jahre Militär...
Altarweihe in der...
Lourdes 2017
Lourdes 1958
Lourdes 2018
Requiem für Kaise...