Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.
Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf den Webseiten von mildioz.at einverstanden sind.

 

Die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt

Die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt ist die Bischofskirche des Militärbischofs für Österreich. Die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt ist die Bischofskirche des Militärbischofs für Österreich. Johann Machowetz

Sie wirkt von außen her als ein eher unscheinbarer Bau, der sich dem Besucher erst erschließt, wenn man sich ihm nähert und ihn betritt: die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt. Sie ist die Bischofskirche des Militärbischofs für Österreich sowie Kirche der Theresianischen Militärakademie (TherMilAk).

Kurzer historischer Abriss
König Friedrich IV. (ab 1452 als Kaiser Friedrich III.) ließ um das Jahre 1440 durch den Baumeister Peter von Pusica die an der Westseite der Burg gelegene Kirche errichten. Die Jahreszahl 1453 scheint auch auf einem der 107 Wappen der Wappenwand an der Ostseite der Kirche auf. Im Jahre 1469 wurde Wiener Neustadt zum Bistum erhoben, 1479 verlegte auch der St. Georgs-Ritterorden seinen Sitz von Millstatt nach Wiener Neustadt. Kaiser Maximilian I., Sohn Friedrichs III. wurde 1459 in dieser Kirche getauft und nach seinem Tod im Jahre 1519 begraben.

Nachdem im Jahre 1600 der St. Georgs-Ritterorden durch den Papst aufgehoben worden war, übernahmen Jesuiten die Seelsorge in dieser Kirche. Infolge führten Patres der Zisterzienser und des Piaristenordens die Seelsorge in der Burg weiter. Die Stadtbrände der Jahre 1608 und 1616 zerstörten große Teile der Burg und zogen auch die Kirche in Mitleidenschaft. Erzherzog Maximilian III. sorgte für die Instandsetzung der Burg und der Kirche.

Einen Markstein in der Geschichte der Burg bildete die Verfügung von Kaiserin Maria Theresia vom 14. Dezember 1751 über die Errichtung der "Adeligen Militärschule oder Akademie zur Wienerischen Neustadt", in die bald auch Bürgerliche aufgenommen wurden. Von da an war das Schicksal der Kirche eng mit dem der Militärakademie verbunden. Im Jahre 1753 wurde ein eigener Friedhof angelegt, 1754 die heute noch bestehende Friedhofskapelle fertiggestellt.

Die Burg wurde im Jahr 1919 dem Staatsamt für Inneres und Unterricht übergeben und darin eine "Staatsstiftungs-Realschule" untergebracht. Erst 1934 wurde die Burg wieder Militärakademie. Im Zuge der Restaurierung der Kirche in den dreißiger Jahren wurde unter anderem auch das Fresko über dem Haupteingang freigelegt. Von 1938 bis 1945 befand sich in der Burg eine Kriegsschule der Deutschen Wehrmacht. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Wiener Neustadt durch alliierte Bomben schwere Schäden zugefügt. Insgesamt über 900 Menschen verloren in dieser Zeit ihr Leben. Besonders in den letzten Kriegsmonaten wurden Burg und Georgskirche beinahe vollkommen zerstört. Lediglich die Außenmauer, eine Säule mit einem Fresko aus der Zeit Kaiser Friedrich III. sowie das Gewölbe der Tordurchfahrt blieben verschont.

Wiederaufbau der Kirche
Bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann der Wiederaufbau des Gotteshauses mit Sandstein aus Loretto und St. Margarethen im Burgenland. Im Jahre 1951 konnte Kardinal Theodor Innitzer die Kirche wieder weihen.
Mit dem Einzug der Militärakademie im Jahre 1958 wurde die Kirche wieder der Militärseelsorge übergeben. Seit 1963 war die St. Georgs-Kirche die Kirche des österreichischen Militärvikars (Erzbischof von Wien, Franz Kardinal König, von 1959 bis 1969; Bischof von St. Pölten, Franz Zak, von 1969 bis 1986). Im Jahre 1967 erfolgte die Erhebung der Kirche zu einer Tochter der Lateranbasilika in Rom. Am 1. Juli 1987 wurde die Kirche durch den ersten Militärbischof von Österreich, Alfred Kostelecky, als dessen Kathedrale feierlich übernommen.

Der Innenraum
Der Besucher gelangt über eine Doppeltreppe in die Kathedrale. Die St. Georgs-Kathedrale ist eine dreischiffige Hallenkirche, deren spätgotisches Deckengewölbe durch acht Pfeiler getragen wird, die 13 Meter hoch sind. Der Bau ist rechteckig - 32,15 Meter lang, 18,80 Meter breit. In seiner Form folgt er damit den Klosterkirchen in Heiligenkreuz und in Neuberg/Mürz. Der zwölfeckige Taufstein wurde auch bei der Taufe Maximilians I. verwendet. Über dem Altarretabel sieht man ein Standbild des Hl. Georg aus Bronze aus dem 15. Jahrhundert.
Die Kathedra, der Bischofsstuhl des Militärbischofs, ist aus österreichischem eschen- und portugiesischem Olivenholz gefertigt. Die Kirchenorgel stammt aus dem Jahre 1951. Sie verfügt über 23 Register. Das Geläute der Kathedrale besteht aus drei Glocken.

Kaiser Friedrich III. war ein Verehrer und ein Sammler von Reliquien. 56 Reliquien befinden sich heute im Friedrichschrein der St. Georg-Kathedrale, der um 1480 entstanden ist. 1999 wurde der Schrein, der seit der Barockzeit abgebaut war, neu aufgestellt und befüllt.
Am 11. Jänner 2019 weihte Bischof Werner Freistetter den neuen Altar in der St. Georgs-Kathedrale ein. Dieser entstand nach Plänen der Künstler Martin und Werner Feiersinger. Als Materialien verwendeten sie dafür Naturkalkstein und Bronze, Materialien, die auch bei Maximilian I. leerem Grab in Innsbruck Verwendung fanden. Im Jahre 2019 ist die Kathedrale Teil der Niederösterreichischen Landesausstellung "Welt in Bewegung".

Empfehlungen

Fastentücher

Fastentücher

Violette Tücher dominieren während der Fastenzeit den Altarraum in den Kirchen: Die Altarverhüllung durch das velum templi (in Bezug auf das Tuch im Tempel) ist bereits seit mehr als tausend... Weiterlesen

Das Aschekreuz

Das Aschekreuz

Im Mittelalter wurden am Aschermittwoch die öffentlichen Büßer mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Danach wurden sie - in Erinnerung an die biblische Vertreibung aus dem Paradies -... Weiterlesen

Ich glaube an den Heiligen Geist…

Ich glaube an den Heiligen Geist…

Wie oft hat man diesen Satz im Glaubensbekenntnis schon ausgesprochen, aber wie wenig hat man darüber reflektiert, wie selten wurde bewusst gefragt, wer oder was dieser Geist ist. Der Heiligen... Weiterlesen

Neuigkeiten aus Lourdes...

Neuigkeiten aus Lourdes...

Wir werden auch in diesem Jahr wieder ausgiebig von der 61. Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes berichten. Auf unserer Webseite finden Sie tagesaktuelle Berichte, für Fotos, Videos und Stimmungsbilder folgen Sie... Weiterlesen

Die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neus…

Die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt

Sie wirkt von außen her als ein eher unscheinbarer Bau, der sich dem Besucher erst erschließt, wenn man sich ihm nähert und ihn betritt: die St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt... Weiterlesen

So entstand die Soldatenwallfahrt

So entstand die Soldatenwallfahrt

Die jährlich stattfindende Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes entstand 1958 aus einer gemeinsamen Initiative französischer und deutscher Militärseelsorger. Heute ist sie die größte Friedenskundgebung von Soldatinnen und Soldaten in den europäischen... Weiterlesen

60 Jahre Internationale Soldatenwallfahr…

60 Jahre Internationale Soldatenwallfahrt: Damals und heute!

1958-2018: 60 Jahre Soldatenwallfahrt. Vizeleutnant Richard Payer ist 1958 als 20-jähriger Zugführer bei der ersten Internationalen Soldatenwallfahrt dabei gewesen. Heuer, bei der 60. Jubiläumswallfahrt, wird er wieder mitfahren. Ein Erinnerungsbericht... Weiterlesen

Botschaft zur Fastenzeit

Botschaft zur Fastenzeit

Gemeinsam im Frieden leben! Botschaft von Militärbischof Dr. Werner Freistetter für die Fastenzeit 2019.   „Gemeinsam sind wir stärker!“ – diesen Grundsatz haben Soldatinnen und Soldaten in Form der oft zitierten Kameradschaft untereinander... Weiterlesen

Fastenzeit 2019

Fastenzeit 2019

Mit dem Aschermittwoch beginnt die kirchliche Fastenzeit. Er ist somit der erste Tag der österlichen Bußzeit und nicht der letzte des Faschings. Die Fastenzeit - das ist die 40-tägige Vorbereitungszeit... Weiterlesen

30 Jahre Militärordinariat

30 Jahre Militärordinariat

"Ganz nah bei den Menschen und zugleich im Militär beheimatet sein": Das zeichnet mit den Worten von Militärbischof Werner Freistetter die heimische Militärseelsorge aus. Der Bischof eröffnete mit seinen Grußworten... Weiterlesen

Festgottesdienst zum Weltfriedenstag 200…

Weiters war anwesend eine Abordnung der Parlamentarischen Bundesheerbeschwerdekommission und der Militärkommandant von Wien Bgdr Mag. Franz Reiszner, sowie der Verteidigungs- und Militärattache der Republik Kroatien. Mit Militärbischof Mag. Christian Werner konzelebrierten... Weiterlesen

Bildergalerien Folgeseiten

30 Jahre Militär...
Altarweihe in der...
Lourdes 2017
Lourdes 1958
Lourdes 2018
Requiem für Kaise...