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Orgel und Tanz, das ist keinesfalls ein Widerspruch. Sehr viele Orgelstücke haben tänzerischen Charakter - bereits im Alten Testament wird von Tänzen aus Dankbarkeit und von Feiern über Siege erzählt. Das frühe Christentum als auch das Judentum verwendeten den sakralen Tanz bis er im Mittelalter von der Kirche als zu weltlich eingestuft und aus dem Gottesdienst verbannt wurde. In der Mitte des 20. Jahrhunderts kam der Tanz in die Kirche zurück und ist mehr und mehr in Konzertprogrammen zu erleben.

Zum ersten Mai-Feiertag 2018 gestalten die Organistin Ines Schüttengruber und die Tänzerin Marie-Luise Schottleitner ein besonderes Konzerterlebnis. Beim Tanzen zu Orgelmusik versuchte Schottleitner den Zuhörer einerseits ins Jetzt zu bringen, andererseits aber auch immer eine Geschichte zu erzählen. „Die jeweiligen Spielorte sind bei diesen Geschichten immer ein Teil, sodass der Zuhörer vielleicht auch einer Ecke der Kirche Beachtung schenkt, die sonst eher vernachlässigt wird. Ich liebe die Möglichkeit mit dem Raum zu spielen und in einer für uns ungewohnten Umgebung zu tanzen. Mit Ines an der Orgel ist das einfach immer wieder wunderbar“, schilderte sie nach dem Konzert.

Das Konzertprogramm war ausgesucht nach einem inhaltlichen Bezug zum Tanz, wie beispielsweise ein Menuett, aber auch Präludien können sehr tänzerisch sein, genauso wie ein Marsch. Das zeigte eindrucksvoll Marie-Luise Schottleitner mit ihrer faszinierenden und ausdrucksstarken Darbietung. Freudig aber auch furchterregend konnte sie einzelne zitierte Bibelstellen mit ihrem Tanz, ihrer Mimik, ihren schrittbetonten und figurativen Bewegungsabläufen in ausgezeichneter Weise interpretieren. Ob dies das Spiel der Organistin beeinflusse, sagte die betroffene Künstlerin: „Ich sehe nur hin und wieder durch den Spiegel ein paar kurze Blitze von Marie-Luise, habe aber kaum Zeit dazu, länger zu folgen. Da ich ihren Stil nun schon ein wenig kenne, wenngleich doch immer wieder von ihren Einfällen und ihrer Kreativität überrascht bin, stelle ich mir aber schon einiges vor, was sie eben gerade zeitgleich tanzen könnte. Das beflügelt vielleicht in gewisser Weise und bereichert wohl auch mein Spiel: diese Fantasie, wie sie das tänzerisch umsetzt, die Bewegung dazu.“

Die Musik spiegelte die Mentalität der Romantik mit dem Franzosen Alexandre-Pierre-François Boëly, den Deutschen Felix Mendelssohn und Robert Schumann sowie dem Italiener Vincenzo Antonio Petrali. Rückblenden zur Barock mit J.S. Bach, Georg Muffat, Dietrich Buxtehude, Girolamo Frescobaldi durften auch nicht fehlen. Am Ende ertönte das bekannteste Werk von Léon Boëllmann, die Suite gothique op. 25. Boëllmann, er legte das Werk bewusst als Hymne und Retroperspektive an. Beide Künstlerinnen schenkten den Besuchern einen unvergesslichen Abend.

(Text: Serge Claus)

Die Neugestaltung des Innenraums der St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt war ein Hauptpunkt beim diesjährigen traditionellen Georgsseminar in der Theresianischen Militärakademie. Demnach wird der neue Altar so platziert, dass er von allen Bereichen aus besser sichtbar ist. Ebenso soll durch die Umgestaltung das Grab von Kaiser Maximilian I. (1459-1519) besser für Besucher zugänglich werden, was auch der 2019 in Wiener Neustadt stattfindenden Niederösterreichischen Landesausstellung zugute komme, wie es hieß. Auf der Achse vom Eingang der Kirche bis zur Georgsstatue an der gegenüberliegenden Wand werden Taufbrunnen und neuer Altar zugleich den Blick in die Vergangenheit auf das Grab Kaiser Maximilians I. freistellen und die zentralen Orte christlichen Glaubens in zukunfstweisender Art formen, wie das ausführende Künstler- und Brüderpaar Martin und Werner Feiersinger erläuterte.

Man setze auf klare Linien und Geometrie, konzipiert als "körperhaftes Ensemble ohne übertriebene Schwere", hieß es bei der Präsentation. Bezüge auf die Formensprache der Kirche, aber auch auf die Geschichte Maximilians I., würden durch Kreisbogengeometrie hergestellt. Mit der wappenartigen Grundrissfigur der Altarinsel soll eine Verbindung mit den vielfältigen Wappenformen inner- und außerhalb des Kirchenraums geschaffen werden. Als Materialien werden Naturkalkstein, Bronze sowie Eschen- und Olivenholz verwendet. Der Baubeginn in der Bischofskirche der österreichischen Militärdiözese erfolgt im Sommer 2018, als Kosten sind 98.000 Euro veranschlagt.

Der weitere inhaltliche Schwerpunkt des Georgsseminars lag auf ökumenischen Aspekten des christlichen Martyriums. Wilfried Schey, evangelischer Militärseelsorger des Burgenlandes, präsentierte die evangelische Sicht auf den Märtyrer Georg, in der Spannung zwischen Skepsis gegenüber verfehlter Heiligenverehrung und Respekt vor dem Zeugnis des Soldatenmärtyrers, der unter anderem auch Patron Englands mit seiner evangelischen Staatskirche ist.

Die Brücke zum heiligen Florian und den Märtyrerinnen und Märtyrern von Lorch/Enns schlug Stefan Dorninger, der Diözesanbeauftragte der Diözese Linz für die kirchliche Kooperation mit der diesjährigen oberösterreichischen Landesausstellung in Enns ("Die Rückkehr der Legion"). Anhand der kriminalistischen Aufarbeitung der Geschichte konnte er die Lebens-, Sterbens- und Verehrungsgeschichte des heiligen Florian darstellen, der ein Zeitgenosse des heiligen Georg war.

Alexander Lapin, orthodoxer Militärseelsorger beim österreichischen Bundesheer, stellte die heilige Katharina von Alexandrien vor, die ebenfalls ungefähr zur selben Zeit wie der heilige Georg den Tod erlitt. Als Patronin der Studierenden sei auch ihr Vorbild für die Offiziersausbildungsstätte des Bundesheeres offensichtlich.

Georg zählt zu den wichtigsten Soldatenheiligen. An seinem Todestag am 23. April feiert die Kirche das Fest des Heiligen Georg. Er lebte im 3. Jahrhundert im kleinasiatisch-syrischen Raum und erlebte sein Martyrium im Rahmen der Christenverfolgung unter Diokletian. Georg wird mit zahlreichen Heldentaten, wie etwa der Drachenlegende, in Verbindung gebracht. Der Drachenkampf symbolisiert Georgs mutigen Kampf gegen das Böse.

 

(Via Kathpress)

König Friedrich IV. (ab 1452 als Kaiser Friedrich III.) ließ um das Jahr 1440 durch den Baumeister Peter von Pusica den Bau der an der Westseite der Burg gelegenen Kirche beginnen. Sie wurde um das Jahr 1460 fertiggestellt und war der hl. Maria geweiht. Als im Jahr 1479 der in Millstatt durch Friedrich III. gegründete St. Georgs-Ritterorden auf Wunsch des Kaisers seinen Sitz nach Wiener Neustadt verlegte, erhielt die Kirche das Patrozinium des hl. Georg. Kaiser Maximilian I., Sohn Friedrichs Ill. und der Eleonore von Portugal, kam in der Burg zur Welt und wurde nach seinem Tod im Jahr 1519 seinem Wunsch gemäß unter dem Hochaltar der Kirche begraben. 

Nachdem im Jahr 1600 der St. Georgs-Ritterorden durch den Papst aufgehoben worden war, übernahmen Jesuiten die Seelsorge an dieser Kirche. Später besorgten Patres der Zisterzienser und des Piaristenordens die Seelsorge in der Burg. Die Stadtbrände der Jahre 1608 und 1616 zerstörten große Teile der Burg und zogen auch die Kirche in Mitleidenschaft. Erzherzog Maximilian III. sorgte für die Instandsetzung der Burg und der Kirche.

Einen Markstein in der Geschichte der Burg bildete die Verfügung von Kaiserin Maria Theresia vom 14. Dezember 1751 über die Errichtung der "Adeligen Militärschule oder Akademie zur Wienerischen Neustadt", in die bald auch Bürgerliche aufgenommen wurden. Von da an war das Schicksal der Kirche eng mit dem der Militärakademie verbunden. Im Jahr 1753 wurde der Friedhof der Militärakademie angelegt, 1754 die heute noch bestehende Kapelle fertiggestellt. Der Friedhof wurde in den Jahren 1815 und 1829 erweitert. Im Jahr 1754 kam die Militärakademie unter die Jurisdiktion des Bischofs von Wiener Neustadt, die St. Georgs-Kirche blieb aber von der Stadtpfarre getrennt.

1768 richtete ein schweres Erdbeben in Wiener Neustadt große Schäden an, drei Türme der Burg wurden zerstört. Mit dem Ende der Monarchie erfolgte im Jahr 1918 auch die Auflösung der Militärakademie. Die Burg wurde im Jahr 1919 dem Staatsamt für Inneres und Unterricht übergeben und darin eine "Staatsstiftungsrealschule" (später Bundeserziehungsanstalt für Knaben) untergebracht. Erst im Jahr 1934 wurde die Burg wieder Militärakademie. Im Zuge der Restaurierung der Kirche in den Jahren 1936 bis 1938 wurde unter anderem auch das Fresko über dem Haupteingang freigelegt.

Von 1938 bis 1945 waren in der Burg eine Kriegsschule der Deutschen Wehrmacht und auch der Standortpfarrer untergebracht. Am 12. März 1945 wurde die Burg durch Bomben vollkommen zerstört. Bereits im Jahr 1946 wurde mit dem Wiederaufbau der Burg und der Kirche begonnen, und schon 1951 konnte der Wiener Erzbischof Kardinal Dr. Innitzer die Kirche wieder weihen. Mit dem Einzug der Militärakademie im Jahr 1958 (die Offiziersausbildung erfolgte ab 1956 in Enns) wurde die Kirche wieder der Militärseelsorge übergeben.Seit 1963 war die St. Georgs-Kirche die Kirche des österreichischen Militärvikars (Erzbischof von Wien DDr. Franz Kardinal König von 1959 bis 1969, Bischof von St. Pölten Dr. Franz Zak von 1969 bis 1986). Im Jahr 1967 erfolgte die Erhebung der Kirche zu einer Tochter der Lateranbasilika. Am 1. Juli 1987 wurde die Kirche durch den ersten Militärbischof von Österreich, Dr. Alfred Kostelecky, als dessen Kathedrale feierlich übernommen.

Beschreibung des Bauwerkes

Der InnenraumDie Kathedrale wird von außen über eine schöne Doppelstiege, die innerhalb des Hauptportales (errichtet 1777) liegt, betreten. Über dem Haupttor der Kirche befindet sich ein Tympanon mit einem Fresko vom Ende des 15. Jahrhunderts, das Jesus Christus, den hl. Johannes und den hl. Koloman zeigt. Dieses Fresko war 1851 übermalt worden und wurde im Jahr 1936 freigelegt und restauriert.

Unter der Kirche befindet sich die sternrippengewölbte Torhalle mit fünf Jochen, die wahrscheinlich im Jahr 1449 fertiggestellt worden ist. Der Kirchenraum besteht aus einem Mittelschiff und zwei schmäleren, gleich hohen Seitenschiffen. Seine Länge beträgt 32,15 m, seine Breite 18,80 m und seine Höhe 15,01 m. Eine Apsis fehlt. Der Boden der Kirche ist mit Platten aus Untersberger Marmor belegt.

Acht runde, über 13 m hohe Säulen tragen die flachen spätgotischen Deckengewölbe, die im Mittelschiff als Sternrippengewölbe, in den Seitenschiffen als Kreuzrippengewölbe gestaltet sind. Der Durchmesser der Säulen differiert - die vier Säulen im ostwärtigen Teil weisen einen Durchmesser von 85 cm auf, die vier Säulen im westlichen Teil einen Durchmesser von 94,5 cm. Auf drei Seiten umgibt eine Galerie mit blendmaßwerkgeschmücktem Geländer den Innenraum. Die Galerie geht im Altarraum in je ein Oratorium über. Kragsteine, durch doppelte, ineinandergreifende Bögen miteinander verbunden, vorne mit Schilden geschmückt, tragen diese Galerie. Die Wappen an der Galerie dürften nach Vorlagen aus Grünbergs "Österreichische Chronik" gestaltet sein. Man kann einen Bezug zur Genealogie der Wappenwand annehmen. Insgesamt sind es 55 Wappen, der Anfang liegt an der Südseite (21 Wappen), es folgt die Westseite (19 Wappen) und die Nordseite (15 Wappen). Die Ausgestaltung des vom Kaiser benutzten Oratoriums an der Evangelienseite (links) ist reicher als die des an der Epistelseite (rechts) befindlichen Oratoriums. Über dem Eingang der Kaiserempore von der Galerie her befindet sich die Jahreszahl 1460, die als Hinweis auf das Jahr der Fertigstellung gedeutet wird.

An der Empore befinden sich der Bindenschild, der kaiserliche Doppeladler und der habsburgische Löwe. Über dem Eingang des rechten Oratoriums befindet sich ein Relief des Erzengels Michael. Die Kirche erhält ihr Licht durch 9 Fenster, 3 davon an der Altarseite, 3 an der Westseite, eines an der Südseite und 2 an der Nordseite. Ein Fenster der Südseite ist durch den theresianischen Westtrakt (erbaut 1769 - 1777) verdeckt worden und blind. Erhalten geblieben sind nur die schönen Glasgemälde der Ostseite. Die übrigen Fenster sind mit blaufärbigern Antikglas ausgestattet.

Von der ursprünglichen spätgotischen Kircheneinrichtung ist fast nichts erhalten geblieben. Sie war im Laufe des Bestehens der Kirche mehrfach Anderungen unterworfen gewesen. Die aus Anlaß des 100-jährigen Jubiläums der Akademie im Jahr 1851 fertiggestellte neugotische Kircheneinrichtung aus lasiertem Eichenholz fiel den Zerstörungen des Jahres 1945 zum Opfer. Die im Zuge der Wiedererrichtung der Kirche neugeschaffene Einrichtung wurde im Jahr 1986 den neuen liturgischen Richtlinien angepaßt. In den Jahren 1988 bis 1990 wurde der Innenraum der Kathedrale neu gestaltet. Dabei wurden eine elektrische Bankheizung eingebaut, neue Luster montiert und der Altarraum neu gestaltet: Der Fußboden wurde angehoben und ein umschreitbarer Altar aufgestellt. Der friderizianische Reliquienschrein, der bis dahin in der Obhut des Neuklosters war, wurde zusammengebaut und die fehlenden Teile ergänzt. Er wurde am überlieferten Platz wieder aufgestellt.Der ursprüngliche HAUPTALTAR steht auf sieben Altarstufen. Hier wurde Kaiser Maximilian I., seinem Testament entsprechend, im Jahr 1519 als Büßer - aber wie sein Vater im Ornat des St. Georgs-Ritterordens - unter den Altarstufen so beigesetzt, daß der Priester während der Messe über seinem Herzen stand. Der erste Hauptaltar der Kirche soll ein gotischer Altar mit einem Gemälde von (oder nach) Albrecht Dürer, " Die Taufe im Jordan", gewesen sein. Dieser Altar wurde von Erzherzog Maximilian III. durch einen Flügelaltar ersetzt, der an der Außenseite die gleiche Darstellung wie die Votivtafel trug. Im Jahr 1770 wurde im Zuge der Arbeiten zur Aufstellung des von Kaiserin Maria Theresia gestifteten neuen Hauptaltares der Sarkophag von Kaiser Maximilian I. entdeckt und kommissionell geöffnet. Dabei wurden die sterblichen Überreste untersucht und in einen neuen Sarkophag umgebettet. Die beiden Seitenaltäre wurden damals durch barocke Altäre ersetzt.

Auf dem FRÜHEREN HAUPTALTAR steht nun die Statue des heiligen Georg. Dieses Standbild ist eine schöne Bronzearbeit aus Mailand aus der Zeit Kaiser Friedrichs Ill. und war ursprünglich in der Gottesleichnamskapelle der Burg aufgestellt. Sie war in dem Zeitraum, in dem der St. Georgs-Ritterorden die Kirche innehatte, bereits am Hauptaltar aufgestellt gewesen. Im Jahr 1948 wurde die Statue von einem Buntmetallsammler gestohlen und in 14 Teile zerschlagen. Es gelang aber, die Bruchstücke sicherzustellen und die Statue zu restaurieren.

Der UMSCHREITBARE ALTAR ("Volksaltar") wurde im Zuge der Neugestaltung des Innenraumes im Jahr 1986 geschaffen. Zwischen dem Altar und dem rechten Seitenaltar befindet sich die KATHEDRA (griechisch, der Bischofsstuhl) des Militärbischofs von Österreich, die mit seinem Wappen und seinem Wahlspruch geschmückt ist.

Auf dem RECHTEN SEITENALTAR ist das Original der "Kirschenmadonna" aus der Wappenwand aufgestellt (Entstehung um 1470). Die Bezeichnung für diese Madonnenstatue rührt von dem Körbchen mit Kirschen bzw. Obst her, das das jesuskind in der Hand hält. In der Wappenwand befindet sich eine Kopie dieser Statue. An den in der St. Georgs-Kirche im Jahr 1683 beigesetzten Chorbischof von Köln, Wolfgang Georg, Sohn des Herzogs Philipp Wilhelm, Pfalzgraf von Neuburg, erinnern eine ROTMARMORNE DECKPLATTE im Fußboden (unmittelbar bei der ersten Säule rechts) und eine GEDENKTAFEL an der rechten Wand. Der Text der Deckplatte: "Sag mir stummer Stein, wessen Gebeine du birgst? Blicke nach rechts und lies den Namen in Erz" weist auf die Gedenktafel an der Wand hin. Der Bischof war in Wiener Neustadt auf der Rückreise von einem Besuch bei Papst Innozenz XI. in Rom im Alter von 24 Jahren gestorben.

Die nächstliegende Türe führt zur GRUFT DES MILITÄRBISCHOFS, in der ein Marmorsarkophag steht. Bei der Neugestaltung der Kirche im Jahr 1990 wurde der bisherige Vorraum als Begräbnisstätte des Militärbischofs von Österreich gewidmet. Baugeschichtlich interessant ist, daß sich hier noch bis zum Zweiten Weltkrieg Reste eines Brunnens befanden, die erst im Zuge des Wiederaufbaues der Kirche abgebrochen wurden.

Vor dem rechten Oratorium, das die Kaiserin Eleonore benutzte, steht eine SÄULE, die als einzige die Zerstörung der Kirche im Jahr 1945 überstanden hat. Sie trägt ein recht gut erhaltenes FRESKO aus friderizianischer Zeit. Die Vorlage für diese neun Darstellungen (Bildgröße 60 x 50 cm) könnte in den 15 Miniaturen des Gebetbuches von Kaiser Friedrich III. zu finden sein. Die Darstellungen des Freskos beziehen sich auf das Leben Jesu, wie es der Evangelist Lukas beschreibt. Diese Andachtsbilder waren später übermalt worden und wurden erst bei der Restaurierung im Jahre 1937 wieder entdeckt.

In der Reihenfolge von oben nach unten zeigen sie:

  • Auferstehung Christi Himmelfahrt
  • Christi Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel
  • Aufnahme Mariens in den Himmel
  • Krönung Mariens
  • Anbetung durch die drei Magier
  • Darstellung Jesu im Tempel
  • Flucht nach Ägypten
  • den zwölfjährigen Jesus im Tempel

Diese Säule trägt ein etwa 4 m hohes KRUZIFIX. Das Corpus Christi ist eine österreichische Arbeit aus dem 14. Jahrhundert, der Meister ist nicht bekannt. Das Kreuz selbst wurde im Jahr 1988 in Neusiedl am See hergestellt. In die Wand eingelassen sind zwei Ziegel, die symbolische Grundsteine darstellen. Sie erinnern an die Verleihung des Ehrentitels "Basilica Minor" am 13. Dezember 1967 an die St. Georgs-Kirche. An der Wand neben dem zweiten gotischen Tor befindet sich ein GRABSTEIN aus rotem Marmor. Die noch erhaltenen Reste der Inschrift geben keinen Hinweis auf die Person, ein Kelch in einem Dreiblatt weist aber auf einen Kleriker hin.

Der zwölfeckige TAUFSTEIN ist aus dem häufig verwendeten Adneter Rotscheck gehauen und ein Werk aus dem 15. Jahrhundert. Er stammt von der ursprünglichen Kircheneinrichtung. Es ist recht wahrscheinlich, daß er bei der Taufe Kaiser Maximilians 1. im Jahr 1459 verwendet wurde. Der von Kaiser Friedrich Ill. gestiftete RELIQUIENSCHREIN dürfte um das Jahr 1480 entstanden sein. Er wurde drei Klafter (5,68 m) vom Haupteingang der Kirche errichtet und stand auf vier bronzenen Säulen. Der Reliquienschrein ist mit den Wappen der habsburgischen Besitzungen in der Zeit Kaiser Friedrichs Ill. geschmückt. Er birgt Reliquien, die zum Teil aus dem Besitz der Habsburger, zum Teil aus Erwerbungen durch Friedrich Ill. stammten. Die Bodenplatte des Schreines zeigt in vierzehn Tafeln Heilige, die wohl in Bezug zu den Reliquien stehen. Die Tafel in der Mitte zeigt das Monogramm Kaiser Friedrichs III.

 Im Jahr 1580 wurde von Bischof Lambert Gruber von Wiener Neustadt ein Protokoll über die Entnahme jener Reliquien erstellt, die auf Wunsch von Kaiser Rudolf 11. nach Prag gebracht wurden. Im Jahr 1779 wurde beim Umbau der Kirche unter dem Oberdirektor der Militärakademie, Franz Josef Graf Kinsky, der Schrein abgebrochen und in drei Teile zerlegt. Die beiden äußeren Teile wurden an der Wand des Presbyteriums der Neuklosterkirche aufgehängt und darin die noch vorhandenen Reliquien verwahrt. Nach dem Wiederaufbau der Burg wurde die Bodenplatte in veränderter Form als Altarbild der St. Georgs-Kirche verwendet. Im Zuge der Restaurierung im Jahr 1989 wurden der fehlende Mittelteil und zwei große Fialen ergänzt, die Säulen wurden - da keine genauen Angaben über ihr Aussehen vorlagen - in Holz ausgeführt. Die Bodenplatte wurde von den Übermalungen befreit. Die heutige ORGEL der Kirche stammt aus dem Jahr 1951. Seit Bestehen der Kirche ist dies die vierte Orgel. Die Orgel weist 23 Register, 2 Manuale und ein Pedal auf. Die Gesamtzahl der klingenden Pfeifen beträgt 1.519.

Die VOTIVTAFEL Erzherzog Maximilans III. (1558-1618), Hochmeister des Deutschen Ordens, entstand um das Jahr 1600. Sie zeigt die heilige Maria, den Erzherzog und den hl. Georg. Es handelt sich um eine Arbeit in gebranntem Ton, die erst im Jahr 1827 eingeschwärzt wurde. Einige Teile, wie etwa die Flügel des Drachen, sind aus Blech. Möglicherweise handelt es sich bei diesem Relief um ein Modell für das Grabmal von Erzherzog Maximilian III. im Dom zu St. Jakob in Innsbruck. Dieses Grabmal wurde von Hubert Gerhart (München) und Caspar Gras (Innsbruck) modelliert und von Heinrich Reinhart gegossen. Es wurde bereits zu Lebzeiten des Erzherzogs begonnen und im Jahr 1629 aufgestellt. Dem Aufbau nach stimmen beide Darstellungen überein - die Gestalt der Gottesmutter war bei der Umsetzung in die Freiplastik wohl nicht zu realisieren.

Zwei GEDENKTAFELN erinnern an den treuen Rat Maximilians I., Siegmund von Dietrichstein, und seine Gattin Barbara (geborene von Rottal). Der Kaiser verfügte in seinem Testament, daß in der St. Georgs-Kirche ein Denkmal an seinen Rat erinnern sollte. Die Inschrift der großen Tafel zitiert diese Verfügung. Die darunter befestigte Tafel weist auf die Gattin des Geehrten hin. Siegmund von Dietrichstein liegt aber nicht hier, sondern in der Pfarrkirche St. Jakob in Villach begraben.

An der Wand neben dem Hoforatorium befand sich ein etwa 8 m hohes Christophorus-Fresko, das Kaiser Friedrich Ill. anfertigen ließ. Dieses Fresko wurde im Zuge der Restaurierung in den Jahren 1936 bis 1938 freigelegt und durch Prof. Weninger restauriert. Leider wurde dieses Fresko im Jahr 1945 zerstört. Der linke Seitenaltar ist der SAKRAMENTSALTAR und trägt einen neugeschaffenen Tabernakel.

Die spätgotischen Glasgemälde

In den Jahren 1478 und 1479 wurde die St. Georgs-Kirche mit spätgotischen Glasfenstern ausgestattet. Von diesen Fenstern sind heute nur mehr Reste im oberen Maßwerk erhalten, da sie bei der Belagerung Wiener Neustadts durch Matthias Corvinus in den Jahren 1485-1487 zerstört wurden. Ein niederländischer Meister erneuerte sie im Jahr 1492.

Die Brandkatastrophe des Jahres 1494 beschädigte die Fenster der Kirche neuerlich. Im Auftrag des Königs Ferdinand 1. wurden die Glasfenster noch vor 1558 durch einen vermutlich aus Spanien stammenden Künstler (in älteren Darstellungen wird der Niederländer Joris van Delft genannt) erneuert. Heute sind nur noch die Glasgemälde der Ostseite erhalten. Das Schicksal der auf Veranlassung des Oberdirektors der Militärakademie, Franz Josef Graf Kinsky (Amtszeit 1779-1805), entfernten übrigen Glasfenster ist ungeklärt, einige Teile dieser Fenster befinden sich noch im Neukloster. Die Glasgemälde hinter dem Altar der St. Georgs-Kathedrale gelten als bedeutendes Kunstwerk des Manierismus.

Der Mittelteil des mittleren Glasfensters zeigt unter der Darstellung der Taufe im Jordan von links nach rechts Philipp den Schönen, König von Spanien (Sohn Maximilians und Marias von Burgund), Kaiser Maximilian I., dessen zweite Gemahlin Bianca Maria Sforza von Mailand, neben ihr die erste Gemahlin Maria von Burgund und - etwas kleiner dargestellt - die Tochter Margarethe, Statthalterin in den Niederlanden. Der über König Philipp dargestellte Apostel Andreas - der Schutzpatron des Ordens vom Goldenen Vlies weist auf Habsburg und Burgund hin. Zu ihren Füßen .sind das Wappen Spaniens, der kaiserliche Doppeladler sowie die Wappen der Sforza und Burgunds dargestellt.

Die rechts oben dargestellte Burg könnte die Hollenburg in Kärnten sein, die im Jahr 1514 von Kaiser Maximilian 1. an Siegmund von Dietrichstein verkauft wurde. Sie blieb bis zum Jahr 1861 im Besitz dieser Familie.

Eine der drei Personen, die hinter dem Apostel Andreas dargestellt sind, ist vielleicht der Meister dieser Glasgemälde. Das mittlere Fenster ist 7,59 m hoch und 2,53 m breit, die beiden seitlichen Fenster haben eine Breite von 1,89 m. Die beiden schmäleren Seitenfenster zeigen Darstellungen einer Auswahl von Heiligen in jeweils 18 Feldern. Mit einiger Wahrscheinlichkeit besteht ein Bezug zu den Reliquien des friderizianischen Reliquienschreines. Im rechten Fenster werden im allgemeinen weibliche Heilige und im linken Fenster männliche Heilige dargestellt. Im rechten Fenster finden sich aber in der zweiten Reihe von oben männliche Heilige. Die Schreibweise der Jahreszahl "1479" unter dem Eigentumszeichen AEIOU im rechten Fenster oben - das Jahr der Übergabe der Kirche an den St. Georgs-Ritterorden - sowie die Verarbeitung der Glasscheiben und die Maltechnik weisen auf eine Herstellung im 16. Jahrhundert hin.

Das Geläute

Die Glocken der St. Georgs-Kirche waren von Beginn an im starken Nordwest-Turm der Burg, dem sogenannten "Rakoczyturm" untergebracht. Ursprünglich bestand das Geläute aus 4 Glocken, die in den Bränden der Jahre 1608 und 1616 verloren gingen. 1617 wurden von Heinrich Reinhart in Innsbruck auf Weisung von Erzherzog Maximilian 111. 4 neue Glocken gegossen. Von diesen 4 Glocken blieben die große H-Glocke (Gewicht 5.040 kg) und die kleine H-Glocke (Gewicht 1.680 kg) erhalten. Das heutige Geläute besteht aus 3 Glocken in H-Moll: Die größte Glocke (H) stammt aus dem Jahr 1617. Sie ist eine Stiftung von Erzherzog Maximilian III. und trägt eine Darstellung der Kreuzigung und der Vierzehn Nothelfer.

Die mittlere Glocke (D), die "Georgsglocke", wurde im Jahr 1950 neu gegossen, da die ihr entsprechende Glocke im Jahr 1945 zerstört worden war. Die kleine Glocke (Fis) ist eine Stiftung von Kaiser Franz Josef I. aus dem Jahr 1896. Sie trägt ein Bild des Kaisers. Die kleine H-Glocke aus dem Jahr 1617 erhielt im Jahr 1820 einen Sprung und war dann lange Zeit im Seitenschiff der St. Georgs-Kirche aufgestellt. Sie überstand die Zerstörung der Kirche im Jahr 1945. Als nach dem Krieg überraschend die Instandsetzung der Glocke gelang, wurde sie im Jahr 1959 der Herz-Mariae-Kirche in der Döttelbachsiedlung als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Die Wappenwand

An der hofseitigen Ostwand der Kirche schuf der Baumeister Peter von Pusica im Auftrag Friedrichs Ill. im Jahr 1453 die Wappenwand, deren Gestaltung auf die Absicht hindeutet, die St. Georgs-Kirche zur Grablege zu bestimmen. Das Programm der Wappenwand stellt eine phantastische Genealogie des Hauses Österreich dar, die vermutlich auf der "Österreichischen Chronik der 95 Herrschaften" des Wiener Geistlichen Leopold Stainreuter, des Hofkaplans Albrechts III. (gestorben ca. 1400), beruht. Diese Chronik entstand 1384/1385 und wurde höchstwahrscheinlich von Herzog Albrecht III. selbst redigiert. Es handelt sich bei dieser Genealogie um die erste rein österreichische Darstellung.

Von den 107 Wappen sind 19 echte Wappen, die übrigen sind erfundene Wappen ("Fabelwappen"). Die echten Wappen stellen in drei Feldern die habsburgischen Besitzungen zur Zeit Kaiser Friedrichs Ill. dar: Im Feld links oben, neben den drei weiblichen Heiligen befinden sich (Reihenfolge von links nach rechts, von oben nach unten): Laufenburg, Säckingen, Raron, Pfannberg und Rapperswil. Im Feld links neben der Statue Friedrichs III. befinden sich: Die Wappen von Steiermark, Neuösterreich (rot-weiß-roter Bindenschild), Burgau, Portenau, Tirol, Kyburg und Habsburg). Im Feld rechts von der Statue Friedrichs Ill. befinden sich: Die Wappen von Altösterreich (fünf goldene Adler in blau), Kärnten, Krain, Windische Mark, Oberösterreich, Elsass und Pfirt. Beim Wiederaufbau mußten 15 Wappen neu angefertigt und zwei restauriert werden. Von den ursprünglichen Figuren der Wappenwand sind nur noch die "Kirschenmadonna" und die Gestalt des Kaisers, der als Erzherzog dargestellt ist, erhalten. Diese Plastiken sind jüngeren Datums als die Wappenwand selbst. Sie wurden um etwa 1470 gefertigt und stammen möglicherweise von einem Wiener Neustädter Meister.

In drei Nischen im oberen Teil der Wappenwand stehen die Statuen von drei weiblichen Heiligen: In der Mitte die hl. Maria (Kopie der "Kirschenmadonna"), links von ihr die hl. Barbara und rechts von ihr die hl. Katharina. Diese beiden Statuen wurden im Zuge des Wiederaufbaues neu hergestellt. Das Original der Kirschenmadonna wurde im Jahr 1938 durch eine Kopie ersetzt (heute steht die Statue am rechten Seitenaltar) und entging so der Zerstörung.

Militärbischof Werner Freistetter feierte am Montagabend in der St. Georgs Kathedrale in Wiener Neustadt den Festgottesdienst zum Fest des Heiligen Georg und zeichnete mehrere Personen, die sich um das Militärordinariat verdient gemacht haben mit dem diözesanen Georgsorden aus.

"Die christlichen Tugenden des Heiligen Georgs haben auch heute nichts an Aktualität verloren“. Das betonte Militärbischof Werner Freistetter in seiner Predigt beim Georgsfest der Militärdiözese am Montagabend in der St. Georgs Kathedrale in Wiener Neustadt. An dem Fest, zu dem viele Menschen die mit der Militärdiözese verbunden sind, gekommen waren, nahmen auch Militärgeistliche aus ganz Österreich sowie der emeritierte Militärbischof Christian Werner teil. Georg sei ein Heiliger vieler Gestalten, der die Menschen stets zum Nachdenken animiert habe, so Freistetter.

Ebenso könne man Georg als internationalen Heiligen von „ökumenischer Weite“ bezeichnen, da er in unzähligen Sprachen und Kulturkreisen bekannt ist: „Georg, Giorgio, Jorge, George, in vielen Sprachen ist Georg einer der beliebtesten Namen.“ Zugleich sei Georg nicht nur der Ritter und Drachentöter sondern sein Wirken gehe weit darüber hinaus. So war er letztlich Märtyrer, der „nicht mit Schwert und Lanze kämpft, sondern den Tod als Christ auf sich nimmt“.

 Georgsseminar am Dienstag

Am Dienstag findet in den Räumen der Theresianischen Militärakademie das Georgsseminar mit verschiedenen Beiträgen die sich u.a. mit dem Leben und Wirken des Heiligen beschäftigen statt. Einen ökumenischen Beitrag leistet der evangelische Militärpfarrer Wilfried Schey zum Thema „Der Heilige Georg aus evangelischer Sicht“ sowie der orthodoxe Militärseelsorger Vater Alexander Lapin, der über die Heilige Katharina von Alexandrien sprechen wird. Ebenso werden Martin und Alexander Feiersinger über die Adaptierung der St. Georgs Kathedrale mit Blick auf die Landesausstellung 2019 referieren. Das Brüderpaar Feiersinger hat sich in einem im vergangenen Herbst beendeten Ausschreibungsprozess durchgesetzt.

Wichtiger Soldatenheiliger

Georg zählt zu den wichtigsten Soldatenheiligen. An seinem Todestag am 23. April feiert die Kirche das Fest des Heiligen Georg. Er lebte im 3. Jahrhundert im kleinasiatisch-syrischen Raum und erlebte sein Martyrium im Rahmen der Christenverfolgung unter Diokletian. Georg wird mit zahlreichen Heldentaten, wie etwa der Drachenlegende, in Verbindung gebracht. Der Drachenkampf symbolisiert Georgs mutigen Kampf gegen das Böse.

Zuständig für 100.000 Katholiken

Seit dem Jahr 1987 ist die katholische Militärseelsorge in Österreich unter dem Dach der Militärdiözese zusammengefasst. Kirchenrechtlich möglich wurde dies durch die 1986 von Papst Johannes Paul II. erlassene Apostolische Konstitution "Spirituali militum curae" für die Ordnung der katholischen Militärseelsorge und der katholischen Militärordinariate bzw. Militärdiözesen. Die Militärdiözese ist für rund 100.000 Katholiken im Umfeld des Bundesheeres zuständig.

1958-2018: 60 Jahre Soldatenwallfahrt. Vizeleutnant Richard Payer ist 1958 als 20-jähriger Zugführer bei der ersten Internationalen Soldatenwallfahrt dabei gewesen. Heuer, bei der 60. Jubiläumswallfahrt, wird er wieder mitfahren. Ein Erinnerungsbericht und Ausblick.

Als im August 1958 ein Reisebus mit 30 Insassen unter der Leitung von Militärsuperior Franz Unger mit dem Ziel Lourdes von Graz aus aufbrach war noch nicht absehbar, dass dies der Auftakt einer einzigartigen Erfolgsgeschichte sein sollte. So stellte die Pilgergruppe, damals noch in zivil, die erste österreichische Abordnung bei der Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes dar. Bereits zwei Jahre später, im Jahr 1960 fuhren uniformierte österreichische Soldaten in den südfranzösischen Marienwallfahrtsort. Österreicher sind also Teilnehmer der ersten Stunde.

Nach den Stationsgottesdiensten in Tirol und Vorarlberg war Militärbischof Werner Freistetter am Montag, 16. April in Niederösterreich zu Gast. Gefeiert wurde eine Feldmesse bei dem vor zwei Jahren neu errichteten Kreuz am Garnisonsübungsplatz Weitra .

Militärbischof Werner Freistetter feierte die Heilige Messe in Konzelebration mit Dechant Militärdekan Christian Thomas Rachlé und dem Militärpfarrer Militärkurat Oliver Hartl. In seiner Predigt stellte der Militärbischof die Osterbotschaft besonders in den Mittelpunkt: "In den Verwundungen und Konflikten unserer Zeit zeigt sich der leidende Jesus. Aber durch seine Auferstehung hat sich all das gewandelt zu neuer Hoffnung, neuen Perspektiven, neuem Leben", so der Bischof, der damit Anklang nahm an der Strophe eines bekannten Osterliedes, in der es heißt: "Die Wunden rot, jetzt o wie schön, wie Sonn- und Mondglanz anzusehn". - Dieses Lied und die anderen Gesängen zur Liturgie wurden in bewährter Weise von einem Blechbläserensemble der Militärmusik NÖ begleitet.

Am Freitag, dem 13 04 2018, hat Brigadier Jürgen Baranyai, Kommandant der Heerestruppenschule, im Rahmen eines militärischen Festaktes das Kommando des Instituts Artillerie an Oberstleutnant Franz Krassnitzer übergeben. Symbolisch wurde dies getan durch das Überreichen des Schwertes der Hl. Barbara, dem Waffengattungssymbol dieser Einheit. Zahlreiche Festgäste aus Politik und Militär wohnten diesem Festakt bei. Militärdekan Johann Wedl segnete eine Statue der Hl. Barbara, die die Schutzpatronin der Artilleristen ist. Im Zuge der ökumenischen Andacht, die Teil des Festaktes war, wurde der neue Kommandant in die Fürbitten miteingeschlossen und die Geistlichkeit wünschte ihm einen guten Einstand und Gottes Segen in seinem neuen Aufgabengebiet.

Im Anschluss an die Kommandoübergabe fand in der Cafeteria der Burstyn-Kaserne eine kameradschaftliche Begegnung statt, mit der dieser Festakt dann seinen Ausklang nahm.

 

Papst Franziskus fordert in seinem neuen, am Montag veröffentlichten Apostolischen Schreiben "Gaudete et exsultate" ("Freut euch und jubelt") größere Aufmerksamkeit für die Bedürftigen und die soziale Gerechtigkeit im Leben der Katholiken. Die Herausforderungen für eine zeitgemäße Heiligkeit sei, "Jesus in den Armen und Elenden zu erkennen". "Wir können kein Heiligkeitsideal in Erwägung ziehen, das die Ungerechtigkeit dieser Welt nicht sieht, wo einige feiern, fröhlich verbrauchen und ihr Leben auf die Neuheiten des Konsums reduzieren, während andere nur von außen zuschauen können und gleichzeitig ihr Leben weiter voran schreitet und armselig zu Ende geht", heißt es wörtlich.

In dem 48-seitigen Lehrschreiben wirbt der Papst für eine "Heiligkeit der Menschen nebenan", der "Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes". Jeder könne mit Gottes Hilfe heilig sein, ob Priester oder Arbeiter, Eltern oder Eheleute, Ordensleute oder Politiker.

"Gaudete und exsultate" ist in Form einer "Apostolischen Exhortation" wie zuvor etwa "Evangelii gaudium" (2013) und "Amoris laetitia" (2016) publiziert und weist auf den Mangel an Kohärenz einiger Christen in den ethischen und sozialen Positionierungen hin. Als Beispiel erwähnt der Papst die Flüchtlingsfrage: "Oft hört man, dass angesichts des Relativismus und der Grenzen der heutigen Welt beispielsweise die Lage der Migranten eine weniger wichtige Angelegenheit wäre. Manche Katholiken behaupten, es sei ein nebensächliches Thema gegenüber den 'ernsthaften' Themen der Bioethik. Dass ein um seinen Erfolg besorgter Politiker so etwas sagt, kann man verstehen, aber nicht ein Christ, zu dem nur die Haltung passt, sich in die Lage des Bruders und der Schwester zu versetzen, die ihr Leben riskieren, um ihren Kindern eine Zukunft zu bieten."

Das Dokument fordert die Gemeinden zudem auf, eine wirksame Verteidigung des Lebens in allen seinen Phasen zu fördern. "Die Verteidigung des ungeborenen unschuldigen Lebens zum Beispiel muss klar, fest und leidenschaftlich sein, weil hier die Würde des menschlichen Lebens, das immer heilig ist, auf dem Spiel steht und es die Liebe zu jeder Person unabhängig von ihrer Entwicklungsstufe verlangt."

Es gehe aber auch um die Heiligkeit des Lebens der Armen: "Aber gleichermaßen heilig ist das Leben der Armen, die schon geboren sind und sich herumschlagen mit dem Elend, mit der Verlassenheit, der Ausgrenzung, dem Menschenhandel, mit der versteckten Euthanasie der Kranken und Alten, denen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, mit den neuen Formen von Sklaverei und jeder Form des Wegwerfens", so der Text.

Bergpredigt und Barmherzigkeit

In die Mitte des Dokuments stellt der Papst im dritten Kapitel die Seligpreisungen der Bergpredigt und schreibt: "Sie sind gleichsam der Personalausweis des Christen." Der "große Maßstab" für echte Heiligkeit ist dabei gelebte Barmherzigkeit. Dieser zentrale Begriff im Pontifikat verweist auf das 25. Kapitel des Matthäusevangeliums als einen Schlüssel des geistlichen Lebens. Jesus führt dort die Basis des göttlichen Urteils auf das zurück, was jeder für den anderen getan hat.

"Wenn ich einem Menschen begegne, der in einer kalten Nacht unter freiem Himmel schläft, kann ich fühlen, dass dieser arme Wicht etwas Unvorhergesehenes ist, das mir dazwischenkommt, ein Nichtsnutz und Gauner, ein Störenfried auf meinem Weg, ein lästiger Stachel für mein Gewissen, ein Problem, das die Politiker lösen müssen, und vielleicht sogar ein Abfall, der den öffentlichen Bereich verschmutzt. Oder ich kann aus dem Glauben und der Liebe heraus reagieren und in ihm ein menschliches Wesen erkennen, mit gleicher Würde wie ich, ein vom Vater unendlich geliebtes Geschöpf, ein Abbild Gottes, ein von Jesus Christus erlöster Bruder oder Schwester. Das heißt es, Christ zu sein", so der Papst: "Oder kann man etwa die Heiligkeit abseits dieses konkreten Anerkennens der Würde jedes menschlichen Wesens verstehen?"

Der Text weist auf den Fehler hin, die Forderungen des Evangeliums von der eigenen "persönlichen Beziehung" zu Gott zu trennen und das konkrete Christentum als eine "Art von NGO" zu deuten. Der Papst richtet sich auch gegen das Misstrauen jener Menschen, die das soziale Engagement der anderen als "oberflächlich, weltlich, säkularisiert, immanentistisch, kommunistisch oder populistisch halten, oder es relativieren, als würde es wichtigere Dinge geben". Manche dächten, "dass wir Gott die Ehre nur mit dem Gottesdienst und dem Gebet geben oder wenn wir lediglich einige ethische Vorschriften beachten - in der Tat kommt der Beziehung zu Gott der Vorrang zu -, und vergessen dabei, dass das Kriterium für die Beurteilung unseres Lebens vor allem darin besteht, was wir den anderen getan haben".

Der Papst richtet sich weiters gegen religiöse Überheblichkeit, kirchlichen oder technologischen Machbarkeitswahn ebenso wie geistige Starrheit, Konsumsucht und egoistische Trägheit. Der Weg zur Heiligkeit des Christen sei "ein ständiger Kampf", schreibt Franziskus. Dieser gelte nicht nur rein weltlichen Einstellungen und eigenen Schwäche, sondern auch gegen den Teufel, der nicht nur ein Mythos sei. "Der Teufel vergiftet uns mit Hass, Traurigkeit, Neid, mit Lastern", schreibt Franziskus.

Verlangt seien Wachsamkeit und ständige geistliche Unterscheidungen, was der Sinngehalt des eigenen Leben ist und wie dieser in einer jeweiligen Situation zu leben ist. Dazu gelte es zu beten, auf das Evangelium und die Kirche zu hören sowie auf Gottes Geduld zu vertrauen.

 

(kathpress)

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