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In der katholischen Militärseelsorge war die Verlautbarung von Vorschriften von jeher auch verbunden mit dem Bemühen um katechetische und pastorale Belange. Dieses Schrifttum stellt somit für die Geschichte der Militärseelsorge in Österreich eine umfangreiche und leicht zugängliche Quelle dar.

Ein kleines Museum der deutschen evangelischen Militärseelsorge in Buchform hat Militärgeneraldekan Reinhard Gramm zusammengestellt: exemplarische Bilder, Berichte und Anekdoten sowie Rechtstexte aus rund 400 Jahren Militärseelsorge bis 1945. Sie kommen großteils ohne Erläuterungen aus, sollen Durchblicke in die Geschichte eröffnen und zu selbständigem Werten und Verknüpfen herausfordern. 

Im November 1939 wird der deutsche Kaplan Franz Maria Eich zum Marinestandortpfarrer von Wilhelmshaven ernannt. Die Einberufung trifft ihn völlig unvorbereitet, seine alte Haushälterin erleidet gar einen Nervenzusammenbruch. Der Bischof selbst habe ihn vorgeschlagen, weil er ihn für den am meisten geeigneten Mann hielt, erfährt er nachträglich. Dem jungen Seelsorger gelingt es, sich mit der Situation zu arrangieren und unter den Kameraden der Marine jene Anerkennung zu finden, die er für eine gedeihliche pastorale Arbeit benötigt. Im weiteren Verlauf des Krieges verschlägt es ihn in die besetzten Niederlande, auf Sylt, er überlebt die Kämpfe um Brest und gelangt schließlich in amerikanische Kriegsgefangenschaft, wo er sich als Kriegsgefangenenseelsorger zur Verfügung stellt. 

Die 2011 erschienene Aufsatzsammlung befasst sich in sehr differenzierter Weise mit verschiedenen Aspekten des Verhältnisses von Nationalsozialismus und Religion, u.a. mit der Situation und Positionierung einzelner Religionsgemeinschaften, mit der konfessionellen Struktur von NSDAP und der Gesamtbevölkerung bis Kriegsende, mit konfessionsgeschlechtlichen Zuschreibungen in diesem „Zeitalter der Männlichkeit“, mit der pastoralen Situation während des Luftkriegs und der Militärseelsorge in der Wehrmacht. 

Einen umfangreichen Sammelband kritischer Texte zur staatlich organisierten Militärseelsorge in Deutschland legen Rainer Schmid, Thomas Nauerth, Matthias-W. Engelke und Peter Bürger vor. 

1968 veröffentlichten Adolf Holl und Gerhard H. Fischer ein Buch über die Einstellung österreichischer Soldaten zu Kirche und Religion. Damals wurden noch 9 von 10 österreichischen Kindern katholisch getauft, der Anteil regelmäßiger Kirchenbesucher lag bei 34,5 % (Wien: 16,2 %).

Mit dem schmalen Band „Konstruktive Konfliktkultur“ legt der deutsche Militärbischof Franz-Josef Overbeck eine grundlegende friedensethische Positionierung zu Konflikten und militärischer Gewalt vor. Gegen das Ideal einer vollständigen Konfliktfreiheit betont Overbeck, dass „Konflikt und Widerstreit […] nicht aus der menschlichen Lebenswelt eliminiert werden“ können. 

Chaim Nussbaum geriet als jüdischer Militärkaplan der niederländischen Armee in japanische Kriegsgefangenschaft. 1988 veröffentlichte er seine Tagebücher aus den Jahren 1942-1945.

Mit einem sehr ungewöhnlichen Auftrag wird ein Militärseelsorger der US Army, Henry F. Gerecke, im November 1945 nach Nürnberg beordert: Er soll die dort angeklagten prominenten NS-Kriegsverbrecher betreuen. Diesen Auftrag und Gereckes biographischen Hintergrund beleuchtet der mehrfach preisgekrönte Religionsjournalist Tim Townsend in seinem 2014 bei William Morrow erschienen Buch „Mission at Nuremberg“.

Michel Sève diente als Militärgeistlicher in der französischen Armee und gab 1851 seine Erinnerungen heraus. Abseits von seinen persönlichen Erlebnissen rückt Sève in seinem Werk besonders das religiöse Leben und Empfinden der Soldaten in den Mittelpunkt. In seinem in drei Bücher unterteilten Werk schildert Sève das Leben in der Garnison, den Feldzug in Algerien 1830 und seine anschließende Tätigkeit im Militärspital von Lyon. Das Buch wurde 1851 von Michel Sève als „Souvenirs d'un aumônier militaire 1826 - 1850 : étude du Soldat“ veröffentlicht und erschien 1855 in deutscher Übersetzung von F. A. Baumgart.

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