Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.
Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass Sie mit der Verwendung von Cookies auf den Webseiten von mildioz.at einverstanden sind.

 

Festmesse zum Nationalfeiertag

Predigt von Militärbischof Mag. Christian Werner
Heldenplatz, 26. Oktober 2005, 08.00 Uhr
 
Lesung: Jak 3,13-18
Evangelium: Mt 5,1-12
 
Am heutigen Nationalfeiertag wollen wir Gott danken für die Freiheit und das Wohlergehen in unserem Land. Für uns Christen eine Selbstverständlichkeit, Gott dafür zu danken und für unser Vaterland zu beten. Wir wollen dies in aller Öffentlichkeit tun, weil wir auf Grund unseres Wirkens, auch vieler unserer Vorfahren, die kulturellen und politischen Entscheidungen mitgeprägt haben und mitprägen werden.
 
Heißt es doch im Psalm 127: "Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut. Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, wacht der Wächter umsonst".
 
Wir Bischöfe verstehen uns auch als Brückenbauer. Wir sind gerufen Brücken zu bauen zwischen Mensch und Gott, Kirche und Staat, Erde und Himmel.
 
Wie wichtig ist beim Brückenbau Stabilität und Sicherheit. Einen großen Beitrag dafür leisten weltweit unsere Soldatinnen und Soldaten. Erinnern wir uns daran: Im Jahr 1988 erhielten unsere Soldaten im Rahmen ihres UNO-Einsatzes den Friedensnobelpreis.
 
Aber zurück zur Stabilität: Stabilität – ein modernes Schlagwort. Stabilität ist der Schlüssel und das Fundament für ein Miteinander und Füreinander in Europa und in der Welt. Was können wir Katholiken und Christen dazu beitragen?
 
Am Beispiel eines Tisches möchte ich dies verdeutlichen. Ich wünsche einem "Tisch Österreich" vier stabile Standbeine.
 
Diese Standbeine heißen:

1. Treue zu Gott
2. Treue zur Heimat
3. Treue zur Kirche
4. Treue zu Familie und in der Familie
 
 
1. Standbein: Treue zu Gott
    Was heißt das?
 
Die Bibel sagt es uns: Gebt Gott, was Gott gehört!
Anbetung und Verehrung.
Hören wir auf sein Wort und handeln wir danach.
Die Worte der Seligpreisungen aus dem heutigen Evangelium sollen wir sehr ernst nehmen und natürlich auch Taten folgen lassen.
Ein großes Anliegen für uns alle muß die Ehrfurcht vor dem Leben sein, das Gott schenkt: sind wir darauf bedacht, dieses Leben zu hüten in all seinen Phasen und Formen.
Die Treue zu Gott heißt auch: Ehrfurcht vor der Natur, welche uns zur Pflege und Nutzung anvertraut ist.
Nehmen wir uns vor: Unser Taufschein soll wieder ein Treueschein sein zum Dreifaltigen Gott, unserem Schöpfer und Erlöser, der bei uns ist und hilft, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten.
 
 
2. Standbein: Treue zur Heimat
 
Unter meinen Dokumenten findet sich ein Heimatschein, das heißt, ein Staatsbürgerschaftsnachweis.
Verantwortliche Menschen verbürgen sich, treu zueinander zu stehen, für Schutz, Geborgenheit und Sicherheit einzutreten, persönliche Entfaltung zu ermöglichen.
Geben wir als Bürger der Heimat, was der Heimat gebührt.
Suchen wir nicht nur unsere Rechte, sondern erfüllen wir auch treu unsere Pflichten.
Ich danke hier ganz besonders unseren Soldatinnen und Soldaten, welche für Schutz, Hilfe, Ordnung und Sicherheit im In- und Ausland sorgen.
 
 
3. Standbein: Treue zur Kirche
Die Kirche ist und war immer bemüht, eine Brücke zu Gott zu bauen: eine Brücke vom Kerker der Ichsucht zur Hingabe und Nächstenliebe, eine Brücke vom Leid zum Trost, von Schuld zur Vergebung, eine Brücke vom Tod zur Hoffnung auf ewiges Leben.
Um im biblischen Bild zu sprechen, ist die Kirche der Leib des auferstandenen Christus: Christus ist das Haupt, die Kirche ist sein Leib.
Man kann nicht das Haupt lieben und den Leib nicht achten. Alle Glieder des Leibes müssen einander unterstützen. Dies gilt auch für eine fruchtbare Zusammenarbeit von Kirche und Staat.
 
 
4. Standbein: Treue zur Familie und in der Familie!
 
Wir müssen uns um eine Kultur der Treue bemühen, damit stabile Ehen und Familien gedeihen können.
Treue zu leben, besonders in schweren Stunden, heißt weise handeln! Gott hilft uns dabei!
Die heutige Lesung hat uns dies ans Herz gelegt, mit den Worten: "Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam, voll Erbarmen und reich an guten Früchten".
In der Botschaft des Papstes Johannes Paul II. zum Weltfriedenstag 1994 ermutigt er uns mit den Worten: "Der Weltfrieden erwächst aus dem Frieden in unseren Familien".
Wir brauchen gesunde und gläubige Familien!
In Erinnerung an unsere Völkerwallfahrt nach Mariazell dürfen wir besonders die Fürsprache Mariens erbitten: Maria, breite weiterhin deinen bergenden Schutzmantel aus über unser ganzes Land inmitten Europas und der Menschenwelt.
 
Liebe Festgemeinde!
Wenn unser "Tisch Österreich" stabil steht, das heißt, wenn diese vierfache Treue zu Gott, Heimat, Kirche und Familie gelebt wird, dann können wir freudig und ehrlichen Herzens in die 3.Strophe der Bundeshymne einstimmen: "Mutig in die neuen Zeiten, frei und gläubig sieh uns schreiten, arbeitsfroh und hoffnungsreich".
 
Als Militärbischof von Österreich kann ich versprechen: Unsere Soldatinnen und Soldaten werden gerne bereit sein, weiterhin ihren Beitrag für den Frieden zu leisten und ihren Auftrag zu erfüllen.
 
Gott schütze euch und unser Vaterland Österreich. AMEN.

Fronleichnam

Fronleichnam

Fronleichnam zählt zu den höchsten Feiertagen innerhalb des römisch-katholischen Kirchenjahres. Dieser Festtag trägt auch den Namen »Hochfest des heiligsten Leibes...

Weiterlesen

Pfingsten

Pfingsten

  Das Pfingstfest beschließt im Christentum die 50-tägige Osterzeit, die mit dem Ostersonntag beginnt, worauf auch die griechische Bezeichnung "pentekoste" (der...

Weiterlesen

Das Fest Christi Himmelfahrt

Das Fest Christi Himmelfahrt

Zu Christi Himmelfahrt (bekannt ist dieses Fest auch unter dem Namen „Erhöhung Christi“) feiern die Christen die Rückkehr Jesu Christi...

Weiterlesen

Empfehlungen

In tiefer Trauer

In tiefer Trauer

In tiefer Trauer informiert das Militärordinariat der Republik Österreich über das Ableben des Militärpfarrers beim Militärkommando Tirol, Militäroberkurat Johannes Peter Schiestl. Am Montag, den 20. Juli, ist Militäroberkurat Johannes Peter Schiestl... Weiterlesen

Das Fest Christi Himmelfahrt

Das Fest Christi Himmelfahrt

Zu Christi Himmelfahrt (bekannt ist dieses Fest auch unter dem Namen „Erhöhung Christi“) feiern die Christen die Rückkehr Jesu Christi zu seinem Vater in den Himmel. Begangen wird dieses Hochfest... Weiterlesen

Lourdes: 62. Internationale Soldatenwall…

Lourdes: 62. Internationale Soldatenwallfahrt ist abgesagt.

Die 62. Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes vom 13. bis 19. Mai 2020 wird nicht stattfinden. Der Gastgeber der Wallfahrt, der französische Militärbischof, Antoine de Romanet, hat die Wallfahrt am heutigen... Weiterlesen

7 Gaben

7 Gaben

Die 7 Gaben des Hl. Geistes Immer wieder „Sieben“: Die Sieben findet sich etliche Male in der Bibel, es ist ein altes biblisches und vorbiblisches Symbol, das für Fülle und Vollkommenheit... Weiterlesen

Advent in der Militärdiözese

Advent in der Militärdiözese

Advent ist die Zeit, mit der viele Menschen ganz eigene und bestimmte Vorstellungen verbinden. Es sind dies Wochen, in denen alte, überlieferte Bräuche wiederaufleben, eine Zeit, die geprägt ist von... Weiterlesen

Ich glaube an den Heiligen Geist…

Ich glaube an den Heiligen Geist…

Wie oft hat man diesen Satz im Glaubensbekenntnis schon ausgesprochen, aber wie wenig hat man darüber reflektiert, wie selten wurde bewusst gefragt, wer oder was dieser Geist ist. Der Heiligen... Weiterlesen

Mit Maria durch den Mai

Mit Maria durch den Mai

Warum wird sie gerade im Mai so verehrt? Maria, die Mutter Jesu, eine einzigartige, eine bemerkenswerte Gestalt: Sie ist über alle Grenzen hinweg bekannt, von ihr wurden unzählige Portraits gemalt, sie... Weiterlesen

So entstand die Soldatenwallfahrt

So entstand die Soldatenwallfahrt

Die jährlich stattfindende Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes entstand 1958 aus einer gemeinsamen Initiative französischer und deutscher Militärseelsorger. Heute ist sie die größte Friedenskundgebung von Soldatinnen und Soldaten in den europäischen... Weiterlesen

60 Jahre Internationale Soldatenwallfahr…

60 Jahre Internationale Soldatenwallfahrt: Damals und heute!

1958-2018: 60 Jahre Soldatenwallfahrt. Vizeleutnant Richard Payer ist 1958 als 20-jähriger Zugführer bei der ersten Internationalen Soldatenwallfahrt dabei gewesen. Heuer, bei der 60. Jubiläumswallfahrt, wird er wieder mitfahren. Ein Erinnerungsbericht... Weiterlesen

30 Jahre Militärordinariat

30 Jahre Militärordinariat

"Ganz nah bei den Menschen und zugleich im Militär beheimatet sein": Das zeichnet mit den Worten von Militärbischof Werner Freistetter die heimische Militärseelsorge aus. Der Bischof eröffnete mit seinen Grußworten... Weiterlesen

Festgottesdienst zum Weltfriedenstag 200…

Weiters war anwesend eine Abordnung der Parlamentarischen Bundesheerbeschwerdekommission und der Militärkommandant von Wien Bgdr Mag. Franz Reiszner, sowie der Verteidigungs- und Militärattache der Republik Kroatien. Mit Militärbischof Mag. Christian Werner konzelebrierten... Weiterlesen

Bildergalerien

30 Jahre Militär...
Altarweihe in der...
Lourdes 2018
Requiem für Kaise...
Weltjugendtag 201...
Bischofskonferenz...