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Katholische Militärseelsorge
Webauftritt des Katholischen Militärordinariates der Republik Österreich
Am Mittwoch, dem 22.Mai, meldete sich die österreichische Delegation unter der Leitung von Militärpfarrer Oliver Hartl als „Chef de délégation“ bei der Direktion des Pèlerinage Militaire International (PMI) in Lourdes an.
Der Vizepräsident der PMI, Jean-Marc Fournier, hieß die österreichische Delegation herzlich willkommen.
Im Zuge der Anmeldung wurden die Pilgerabzeichen und Zutrittsberechtigungen ausgegeben, organisatorische Details besprochen und Beiträge eingezahlt.
Die österreichische Delegationsleitung nutzte zudem die Gelegenheit zu einem kurzen kameradschaftlichen Austausch mit der französischen PMI-Direktion.
Es gibt viele Arten, nach Lourdes zu Reisen: Per Zug, Reisebus, Flugzeug oder zu Fuß. Vizeleutnant Florian Atzlesberger von der Lehrkompanie des Panzerstabsbataillons 4 in Freistadt entschied sich für das Rad und hat am 22.05.2024 nach einer beeindruckenden Radfahrt von über 2.000 Kilometern sein Ziel in Lourdes erreicht. Seine Reise begann am 13. Mai 2024 in seinem Heimatort St. Johann am Wimberg im oberösterreichischen Mühlviertel.
Auf seiner Fahrt legte Atzlesberger 2.231 Kilometer zurück und durchquerte Österreich, Liechtenstein, die Schweiz und Frankreich, wobei er insgesamt 21.500 Höhenmeter überwand.
In Lourdes wurde er herzlich von der österreichischen Pilgerleitung empfangen, die bereits vor Ort ist. Militärpfarrer Oliver Hartl, Oberst Michael Jedlicka und weitere Mitglieder der Pilgerleitung gratulierten ihm zu dieser außergewöhnlichen Leistung und hießen ihn zur 64. Internationalen Soldatenwallfahrt willkommen.
Der Mai, traditionell als Marienmonat bekannt, ist eine besondere Zeit der Verehrung der Muttergottes in der katholischen Kirche. In diesem Monat finden zahlreiche Andachten, Prozessionen und Gebete zu Ehren der Jungfrau Maria statt. Gläubige schmücken Marienaltäre mit Blumen, singen Marienlieder und rezitieren den Rosenkranz. Die feierlichen Aktivitäten sind Ausdruck der tiefen Verehrung und Liebe, die die Gläubigen der Muttergottes entgegenbringen. Dieser Monat dient dazu, Marias Rolle als Fürsprecherin und Beschützerin der Gläubigen zu betonen und ihren Beistand in persönlichen und gemeinschaftlichen Anliegen zu erbitten.
Pilgerreisen zu Marienwallfahrtsorten im Mai
Im Marienmonat Mai verstärkt sich auch der Zustrom zu Marienwallfahrtsorten, die von den Gläubigen als heilige Stätten betrachtet werden. Orte wie Mariazell in Österreich, Lourdes in Frankreich und Fatima in Portugal erleben in dieser Zeit eine hohe Anzahl an Pilgern. Viele dieser Stätten sind bekannt für Berichte über Marienerscheinungen, die den Glauben und die Hoffnung der Besucher stärken. Die Pilgerreisen im Mai sind oft geprägt von gemeinschaftlichen Gebeten, Bußgängen und spirituellen Erneuerungen. Sie bieten den Gläubigen die Möglichkeit, ihre persönlichen Anliegen vor die Muttergottes zu bringen und Trost sowie Heilung zu suchen. Die Wallfahrten im Marienmonat sind ein Ausdruck tiefer Frömmigkeit und eine Gelegenheit, den Glauben in Gemeinschaft zu leben und zu feiern.
Marienerscheinungen
Seit dem 18. Jahrhundert gelten Marienerscheinungen als "Privatoffenbarungen", die theologisch kontrovers diskutiert werden. Die katholische Kirche trennt streng zwischen göttlicher Offenbarung, die mit dem Tod des letzten Apostels endete, und Privatoffenbarungen, die lediglich die ursprüngliche Offenbarung erinnern, erklären oder aktualisieren können. Katholiken steht es frei, an diese Erscheinungen zu glauben oder nicht, selbst wenn die Kirche ihre Echtheit anerkennt. Der Vatikan hat kürzlich neue Normen zur Prüfung und Beurteilung mutmaßlicher übernatürlicher Phänomene veröffentlicht.
Lourdes: Ein Schema für spätere Erscheinungen?
Kritiker wie der Historiker David Blackbourn sehen im südfranzösischen Lourdes ein Modell für nachfolgende Marienerscheinungen. Hier erschien die "Unbefleckte Empfängnis" 1858 der Schafhirtin Bernadette Soubirous 18 Mal. Typisch sind dabei eine einfache Seherin aus armen Verhältnissen, eine fromme Botschaft, Heilwasser, der Bau eines Heiligtums und Berichte von Wunderheilungen. Nach anfänglicher Ablehnung durch die Kirche und Behörden etabliert sich schließlich ein offizieller kirchlicher Kult.
Von den Anfängen bis ins Heute
Berichte über Marienerscheinungen gibt es seit dem frühen Christentum. Bereits im Jahr 41 soll Maria dem heiligen Jakobus auf einer Säule erschienen sein. Im Mittelalter waren die Visionäre zumeist männliche Kleriker. Erst später änderte sich das Bild: Nun waren es oft Mädchen aus dem einfachen Volk, die als "Auserwählte" galten. Diese Erscheinungen traten häufig in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Krisen auf, etwa in den 1850er bis 1870er Jahren, während des Ersten Weltkriegs oder im Krisenjahr 1933.
Wirtschaftliche und politische Krisen als Hintergrund
Experten sehen einen Zusammenhang zwischen Marienerscheinungen und wirtschaftlichen sowie politischen Krisen. Beispiele sind das Alpendorf La Salette 1846, Lourdes 1858 und das saarländische Marpingen 1876. Die Häufung dieser Erscheinungen in Krisenzeiten deutet darauf hin, dass sie den Menschen Trost und Hoffnung spenden sollten.
Kirchliche Anerkennung: Eine Seltenheit
Obwohl es europaweit Hunderte von Marienerscheinungen gibt, wurden nur wenige kirchlich anerkannt. In Frankreich sind es beispielsweise La Salette-Fallavaux, Lourdes und Pontmain, die mit der Proklamation des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis in Verbindung stehen. Auch in Portugal wurden die Visionen von Fatima 1930 anerkannt, gefolgt von Beauraing 1932 und Banneux 1933. Seitdem hat keine weitere Erscheinung eine offizielle Genehmigung erhalten.
Medjugorje: Eine besondere Ausnahme
Ein Sonderfall ist Medjugorje in Bosnien-Herzegowina, wo die Marienerscheinungen angeblich seit dem 24. Juni 1981 bis heute andauern. Die Zahl der Berichte geht in die Zehntausende. Trotz zahlreicher Berichte und der großen Bedeutung für viele Gläubige steht eine offizielle kirchliche Anerkennung noch aus.
Marienerscheinungen in Österreich
Auch in Österreich gibt es zahlreiche Marienwallfahrtsorte mit Berichten von Marienerscheinungen. Bisher wurde aber noch keiner davon zu einem kirchlich anerkannten Erscheinungsort.
Marienerscheinungen bleiben ein faszinierendes und viel diskutiertes Phänomen innerhalb der katholischen Kirche, das gläubigen Menschen Trost und Hoffnung spendet und zugleich immer wieder zu theologischen Debatten führt.
Ankunft der Pilgerleitung in Lourdes
Seit Sonntag, dem 19. Mai 2024, ist die österreichische Pilgerleitung unter der Führung von Militärpfarrer Militärsuperior Oliver Hartl in Lourdes angekommen. Ihr Ziel: alle notwendigen Vorbereitungen für die 64. Internationale Soldatenwallfahrt (PMI) zu treffen, die am Donnerstag, dem 23. Mai 2024, beginnen wird.
Aufbau und Organisation vor Ort
Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen der Aufbau und die Organisation des österreichischen Pilgerbüros. Dazu gehören Absprachen mit den Vertretern anderer Nationen und die Koordination der Arbeiten des Aufbaukommandos im Zeltlager. Dieses Jahr wird das Aufbaukommando von den Salzburger Pionieren gestellt, die sich intensiv um die Infrastruktur und die logistische Unterstützung kümmern.
Stadtbesichtigung und spirituelle Vorbereitung
Neben den organisatorischen Aufgaben gab es auch einen Rundgang durch die Stadt Lourdes, bei dem die Mitglieder des Aufbaukommandos die wichtigsten Orte der bevorstehenden Wallfahrt besichtigten. Diese Erkundungstour diente nicht nur der Orientierung, sondern stärkte auch den Teamgeist und die Kameradschaft. Zur spirituellen Vorbereitung wurde zudem ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert.
Erwartete Ankunft der österreichischen Pilger
Die Vorfreude auf die Ankunft der österreichischen Teilnehmer ist groß. Insgesamt 400 Pilger, darunter 130 Soldaten und Rekruten aus allen Bundesländern, werden im erwartet. Die österreichische Pilgerleitung blickt freudig gespannt auf die bevorstehenden Tage und die Begegnungen während der Wallfahrt.
Die 64. Internationale Soldatenwallfahrt verspricht, erneut ein beeindruckendes Ereignis der Gemeinschaft und des Glaubens zu werden, bei dem Soldatinnen und Soldaten aus aus aller Welt zusammenkommen.
Die katholische Militärseelsorge trauert um Militärgeneralvikar i.R. Prälat Rudolf Schütz. Am Ende einer langen, geduldig ertragenen Krankheit starb Rudolf Schütz am 21. Mai 2024 im 86 Lebensjahr.
„In Trauer nehmen wir Abschied von Rudolf Schütz, der als Militärgeneralvikar im Dienst der Kirche und dem österreichischen Bundesheer eine tiefe Spur hinterlassen hat. Durch seinen Glauben und seine Herzlichkeit inspirierte er die Soldatinnen und Soldaten. Doch nicht nur seine Freundlichkeit, sondern auch seine Liebe zum Gesang haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In dieser Zeit des Abschieds sind unsere Gedanken und Gebete bei seiner Familie und seinen Freunden. Der Auferstandene schenke seinem Priester Rudolf Schütz die ewige Ruhe,“ so Militärbischof Werner Freistetter.
Rudolf Schütz wurde am 1. Februar 1939 in Wien geboren. Nach der Pflicht- und Realschulzeit absolvierte er von 1958 - 1959 seinen Präsenzdienst im Österreichischen Bundesheer und machte die Ausbildung zum Reserveoffiziersanwärter. Von 1959 - 1964 studierte er Theologie an der Universität Wien und war in der Bundeshauptstadt im Priesterseminar. Zwischendurch leistete er Waffenübungen beim Gardebataillon Wien und bei der Militärpfarre beim Militärkommando Wien und wurde infolgedessen zum Reserveoffiziersanwärter Wachtmeister befördert. 1964 empfing Rudolf Schütz die Priesterweihe im Stephansdom durch Kardinal Dr. Franz König. Von 1970 - 1985 war er als Militärpfarrer beim Militärkommando Niederösterreich für die Garnisonen Baden, Groß Enzersdorf, Hainburg, Klosterneuburg und Langenlebarn, kurzfristig auch für Leobendorf und Mistelbach zuständig. 1983 erfolgte die Ernennung zum Monsignore durch Papst Johannes Paul II. Von 1985 bis 1992 wirkte Schütz als Dekanatspfarrer beim Armeekommando in Wien. Ab 1987 war er als der Rektor der Krypta im österreichischen Heldendenkmal und ab 1989 als Rektor der Stiftskirche in Wien tätig. 1994 erfolgte dann die Ernennung zum Militärgeneralvikar des Militärordinariates der Republik Österreich durch Militärbischof Mag. Christian Werner bis 2004.
Tausende Soldaten aus 42 Nationen treffen sich in Lourdes zur 64. Internationalen Soldatenwallfahrt:
Ab Donnerstag, dem 23. Mai, wird der südfranzösische Wallfahrtsort Lourdes erneut zum Schauplatz einer bedeutenden internationalen Veranstaltung: der 64. Internationalen Soldatenwallfahrt. Erwartet werden tausende Militärangehörige aus rund 40 Nationen. Seitens der Militärdiözese werden 400 österreichische Soldatinnen und Soldaten sowie Bedienstete des Bundesheers an dieser viertägigen Pilgerfahrt teilnehmen. Angeführt wird die österreichische Gruppe von Militärbischof Werner Freistetter.
Eine besondere Tradition der Militärdiözese:
Für Bischof Freistetter ist die Soldatenwallfahrt ein jährlicher Höhepunkt. "Ich freue mich auf die 64. Soldatenwallfahrt und hoffe, dass wir auch in diesem Jahr wieder mit vielen anderen gemeinsam beten und feiern können", so der Militärbischof. Freistetter erinnert auch daran, dass die Wallfahrt ursprünglich als Friedensinitiative zwischen deutschen und französischen Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg begann. Heute sei sie eines der größten internationalen Treffen von Militärangehörigen, das Gemeinschaft und spirituelle Begegnung über nationale Grenzen hinweg ermöglicht, so Militärbischof Werner Freistetter.
Programmhighlights der Wallfahrt:
Den Beginn stellt der Eröffnungsgottesdienst für die deutschsprachigen Pilgerinnen und Pilger an der Erscheinungsgrotte am Freitag, 24. Mai, dar. Anschließend findet die Internationale Eröffnungsfeier in der Basilika Pius X. statt. Am Samstag, dem 25. Mai, steht für die österreichischen Pilgerinnen und Pilger ein Feldgottesdienst im Internationalen Zeltlager auf dem Programm. Der traditionelle Höhepunkt der Wallfahrt, die Lichterprozession, wird am Abend durch den Heiligen Bezirk zur Esplanade führen. Der Sonntag, dem 26. Mai, wird mit einer internationalen Messfeier in der unterirdischen Basilika Pius X. und einer Abschlussfeier gekrönt.
Versöhnungsinitiative nach dem Zweiten Weltkrieg:
Die jährlich stattfindende Soldatenwallfahrt nach Lourdes geht auf eine gemeinsame Initiative französischer und deutscher Militärseelsorger zurück. Ursprünglich begann sie mit einer Pilgerfahrt französischer Soldaten im vorletzten Kriegsjahr 1944 und entwickelte sich schnell zu einer regionalen, nationalen und schließlich internationalen Bewegung. Seit 1958 nehmen auch österreichische Soldaten an der Wallfahrt teil.
Die Geschichte der Marienerscheinungen von Lourdes:
Im Jahr 1862 erkannte die katholische Kirche offiziell die Marienerscheinung von Lourdes an. 1858 erschien die Gottesmutter Maria in der Massabielle-Grotte der 14-jährigen Müllerstochter Bernadette Soubirous, die später der Kongregation der Schwestern der Barmherzigkeit von Nevers beitrat und 1933 heiliggesprochen wurde.
Lourdes zieht jährlich Millionen von Pilgern aus aller Welt an, die den Ort besuchen, um ihren Glauben zu stärken und Heilung zu suchen. Und einmal im Jahr Soldaten aus aller Welt.
Am Freitag, dem 17. Mai 2024, fand in der Klagenfurter Soldatenkirche ein feierlicher Gottesdienst statt, bei dem Militärbischof Werner Freistetter das Heilige Sakrament der Firmung an sieben junge Christinnen und Christen spendete. Unter den Gefirmten waren ein Unteroffizier, vier Grundwehrdiener sowie zwei Kinder von Soldaten.
Die Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung erfolgte in den Tagen vor der Firmung durch Pfarrer Charles Mubiru, Dragan Milišić von der Diözese Gurk und Vizeleutnant Markus Stromberger, Pfarradjunkt der Militärpfarre beim Militärkommando Kärnten. Musikalisch untermalt wurde der Festgottesdienst von Brigadier i.R. Eugen Gallent, der als Organist für eine feierliche Atmosphäre sorgte.
Die Bedeutung der Firmung
Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche und gilt als Sakrament der Stärkung und der Volljährigkeit. Durch die Firmung wird der Gläubige in seinem Glauben gefestigt ("firm") und erhält die Gaben des Heiligen Geistes. Sie markiert den Abschluss der Taufe und symbolisiert den Eintritt in die Gemeinschaft der mündigen Christen.
Am Donnerstag, dem 16. Mai 2024, versammelte sich das Aufbaukommando zur 64. Internationalen Soldatenwallfahrt (PMI) in der Schwarzenberg-Kaserne Wals-Siezenheim. Unter der Leitung des Militärpfarrers Oliver Hartl erhielten die 15 ausgewählten Soldaten eine umfassende Einführung in ihre bevorstehende "Mission". Dieses Jahr wird das Aufbaukommando vom Pionierbataillon 2, den „Salzburger Pionieren“, gestellt.
Militärsuperior Hartl gab den Soldaten aus Salzburg, Oberösterreich und Vorarlberg einen Einblick in die historische und spirituelle Bedeutung des Wallfahrtsortes Lourdes sowie die Geschichte der PMI. Um die Aufgaben des Kommandos zu veranschaulichen, zeigte er den Film „Lourdes - Hinter den Kulissen der Soldatenwallfahrt“, der die Arbeit des Aufbaukommandos im Jahr 2008 dokumentiert.
Die 15 Kameraden traten am Samstag, dem 18. Mai 2024, zusammen mit dem Militärpfarrer und der Pilgerleitung die Reise nach Lourdes an. Mit Montag fügten sich diese dort in die international organisierte Vorbereitung ein und bringen ihr Knowhow und ihre Fähigkeiten dort ein.
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