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Diözese

Aktuelles aus der Diözese

Vom 7.-9. September 2010 fand in der HILLER-Kaserne in Linz-Ebelsberg ein Seminar zum Thema „Bio-Tötung. Ethische Überlegungen zu biologischer Kriegsführung anlässlich des Internationalen Jahrs der Biodiversität“ statt. Veranstaltet wurde das Seminar von der Heeresunteroffiziersakademie (MilKur MMag. Stefan GUGEREL) in Kooperation mit dem Institut für Religion und Frieden.
 
Ein Bericht von Christian Wagnsonner   
Freitag, 10. September 2010

Ao.Univ. Prof. Dr. Florian THALHAMMER von der Medizinischen Universität Wien stellte Eigenschaften und Wirkweise von und Therapiemaßnahmen gegen jene Viren, Bakterien und Toxine vor, die für die Verwendung als biologische Kampfstoffe besonders in Frage kommen (das sog. „dreckige Dutzend“): Eine gewisse Berühmtheit durch Verwendung bei Briefanschlägen hat Bacillus anthracis erlangt, der Erreger von Milzbrand (Antrax). Weitere auf bakterielle Erreger zurückgehende Infektionen sind Brucellose, Rotz, Tularämie (Hasenpest), das Queensland-Fieber und die Pest.
 
Diagnose und Behandlung der meisten Infektionen ist schwierig, weil die ersten Symptome zumeist unspezifisch sind, ein sicherer Nachweis oft zu lange dauert und langwierige Antibiotikatherapien zum Teil über Wochen oder Monate notwendig sind. Bei viralen Infektionen existiert zumeist überhaupt keine wirksame Behandlung. Hier würde sich das Pockenvirus (Variola major) besonders gut für den Einsatz als biologische Waffe eignen, es ist hochwirksam und gut für die Ausbringung in Form eines Aerosols geeignet, allerdings nur schwer zu beschaffen, weil die Krankheit seit 1980 als ausgestorben gilt und der Erreger vermutlich nur noch in wenigen Labors aufbewahrt wird. Enzephalitizide und hämorrhagische Viren (z. B. Ebola) kommen noch natürlich vor. Bakteriengifte wie Botulinum, das auch in der Schönheitschirurgie Verwendung findet (Botox), oder das Enterotoxin des Staphylococcus aureus lösen keine Infektionskrankheiten, sondern lebensbedrohliche Vergiftungen aus. Zum dreckigen Dutzend wird auch das Pflanzengift Rizin gezählt, gegen das kein Gegengift existiert.
 
Ao. Univ.Prof. Dr. Matthias BECK vom Institut für Moraltheologie der Universität Wien stellte die theologische Frage nach dem Status von Bakterien und Viren. Die jüdisch-christlich-islamische Tradition geht von der Wertentscheidung aus, dass Menschen schützenswerter sind als Tiere, dass sie eine Würde besitzen, die über jeden quantifizierbaren Wert hinausgeht, und dass Tiere oder Pflanzen getötet werden dürfen, um das Überleben der Menschen zu sichern. Das gilt auch für Bakterien und Viren. Letztere gelten in biologischer Sicht nicht als Lebewesen, weil sie keinen eigenen Stoffwechsel haben. Menschen sind ständig Angriffen auf mikrobiologischer Ebene ausgesetzt (durch Viren, Bakterien, Pilze), gegen die sich das menschliche Immunsystem permanent zur Wehr setzen muss. Eigentlich ist es ein Wunder, gesund zu sein. Eine besondere ethische und moraltheologische Herausforderung stellen die Forschungen der synthetischen Biologie dar, in der es grundsätzlich möglich ist, Bakterien und Viren durch Einbau bestimmter Gene in eine erwünschte Richtung zu verändern, neue Viren zu bauen bzw. bereits ausgestorbene Viren nachzubauen, sofern ihr genetischer Code bekannt ist. Es ist nicht verwunderlich, dass sich auch das Pentagon sehr für die synthetische Biologie interessiert. Der Mensch hat zwar immer in die Welt, auch in die belebte Welt eingegriffen, hier handelt es sich aber um einen Eingriff in die Grundprinzipien des Lebens. Zu biologischen Waffen im Allgemeinen ist aus ethischer Sicht zu sagen, dass sie im Vergleich mit anderen Waffen am wenigsten begrenzbar und deshalb moralisch nicht legitim sind.
 
Mag. Martin WEILER MBA, der Leiter des Referats Biologie und Toxikologie an der ABC-Abwehrschule des Österreichischen Bundesheers, sprach über Geschichte, Stand der Technik und Abwehr biologischer Waffen.
Wann biologische Waffen zum ersten Mal eingesetzt wurden, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Bereits in der Antike war das Vergiften von Brunnen, der Einsatz von tierischen Giften üblich. Hannibal ließ etwa Gefäße mit Giftschlangen auf gegnerische Schiffe schleudern, im 11. Jh. ließ Duncan I. Weizenbier mit Tollkirschen versetzen. Bei der Belagerung der Stadt Kaffa durch die Tataren 1346 wurden Pestleichen über die Stadtmauer geschleudert. Während der Pontiac-Revolte in Neu-England 1763 wurden an feindliche Indianerstämme Decken von Pockenkranken abgegeben, Südstaatengeneral Johnston verseuchte 1863 im Amerikanischen Bürgerkrieg Teiche mit Tierkadavern. Mit der Erfindung des Mikroskops wurden erstmals Bakterien entdeckt, 1796 erfolgt die erste Schutzimpfung gegen Pocken mit harmlosen Kuhpockenerregern. Ende des 19. Jh. entdeckte man den Zusammenhang zwischen Krankheiten und bestimmten Mikroorganismen (Robert Koch). Nach dem ersten Weltkrieg entwickelten Frankreich, Russland, Japan, Italien, Großbritannien, Ungarn, Kanada, die USA und – in geringem Ausmaß – Deutschland biologische Waffenprogramme. Das Genfer Protokoll 1925 verbietet den Einsatz biologischer Waffen. Gleichwohl führten falsche Geheimdienstberichte zu einer Rüstungsspirale. Die Sowjetunion experimentierte seit 1926 v.a. mit Tularämie, die Japaner führten Versuche mit Biowaffen an Kriegsgefangenen durch und setzten sie im Krieg gegen chinesische Städte ein. Die Briten verwendeten beim Attentat auf Heydrich einen mit Botulinumtoxin versetzten Sprengsatz. Bei Experimenten mit biologischen Kampfstoffen wurde die schottische Insel Gruinard Island mit Anthraxsporen verseucht und blieb das bis zur Dekontamination Jahrzehnte später. Auch die Amerikaner entwickelten ein Biowaffenprogramm, u.a. gegen Nutzpflanzen. Nach dem 2. Weltkrieg unterhielten USA und Sowjetunion weiterhin Biowaffenprogramme, der Schwerpunkt lag jetzt weniger auf Offensivwaffen, sondern auf B-Waffen-Schutzforschung. Nach dem Kalten Krieg traten zunehmend nichtstaatliche Akteure auf, terroristische Aktivitäten nahmen zu, das entsprechende Know-How ist nunmehr weit verbreitet, Erreger sind leichter zugänglich. Potentiale zur Produktion und Erforschung von B-Waffen existieren weiterhin. Der Irak entwickelte ein eigenes Biowaffenprogramm. 2001 warnte die WHO vor Anschlägen mit Anthrax bzw. Pocken. 2001 wurden erstmals Anthrax-kontaminierte Briefe in den USA versandt. Bis Mai 2005 führte das ÖBH 500 Einsätze wegen Verdachts auf Anthrax durch, es gab aber nur einen positiven Befund.
 
Wenn man heute von biologischen Waffen spricht, meint man den beabsichtigten Gebrauch von Krankheitserregern oder Toxinen zur Erzielung von Krankheiten bzw. toxischen Wirkungen bei Menschen bzw. Tieren oder Pflanzen. Eine biologische Waffe setzt sich zusammen aus dem eigentlichen Kampfstoff und einem Einsatzmittel. Anforderungen an effiziente biologische Kampfstoffe sind leichte Herstellbarkeit, gute Lagerfähigkeit, Widerstandsfähigkeit, hohe Infektiosität, hohe Virulenz, schlechte Erkenn- und Nachweisbarkeit, eingeschränkte Möglichkeit von Schutzmaßnahmen und ausreichende Schutzmöglichkeiten für die Angreifer. Bei der Ausbringung hat sich die Verbreitung über die Luft (als Aerosol) als besonders wirksam erwiesen. Dafür eignen sich vornehmlich jene Erreger, die gegenüber Umwelteinflüssen relativ resistent sind, lange in der Luft bleiben und eine bestimmte Größe haben. Nur so können sie in ausreichender Zahl in die Atemwege eindringen. Viren sind aufwendiger zu produzieren, weil sie alleine nicht lebensfähig und nur mit Schwierigkeiten einsetzbar sind, bei Bakterien ist die Produktion und Ausbringung einfacher, Bakteriensporen können sehr widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse sein. Besondere Formen biologischer Kampfstoffe sind kampfwertgesteigerte („getunte“) Erreger, etwa Darmbakterien mit eingebauten Milzbrandgenen (1986 USA), antibiotikaresistent gemachte Anthraxbakterien oder künstlich hergestellte Erreger. Für diese Dinge bedarf es freilich aufwändiger Forschungen und hoher Budgets. Eine unterschätzte Gefahr sind Erreger, die sich nicht gegen Menschen, sondern die Lebensgrundlagen des Menschen richten (Umwelt bzw. Nahrungsproduktion, Wirtschaft).
 
Gegen biologische Waffen sind eine Reihe von Abwehrmaßnahmen unterschiedlicher Effizienz verfügbar: Von primärer Bedeutung sind im Bereich der Prävention eine gute Planung des Katastrophenmanagements, Bewusstseinsbildung bei medizinischem Personal und Bevölkerung sowie Surveillance-Maßnahmen (flächendeckende Beobachtung des Auftretens von Infektionen). Detektion, d.h. die Erkennung von Erregern bei einem Angriff etwa in der Luft oder im Wasser noch vor dem Eindringen in den Organismus, ist ausgesprochen schwierig, sie muss auf sehr geringe Konzentrationen ausgelegt sein, zwischen gefährlichen und ungefährlichen Erregern unterscheiden und ist zudem auf vorher bekannte Erreger beschränkt. Existierende Systeme führen in der Regel zu zahlreichen falsch positiven Reaktionen (etwa auf ungefährliche Pollen). (Chemische) Dekontaminierung macht nur Sinn bei Übertragung über Luft oder Kontakt bzw. bei hoher Überlebensfähigkeit.
 
Mag. Ursula HANN von der Abteilung Fremdlegislative und Internationales Recht des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport erläuterte die rechtlichen Grundlagen auf internationaler Ebene. Am 10. April 1972 wurde das „Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und Toxinwaffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen“ („Biowaffenkonvention“) unterzeichnet. 163 Staaten sind heute Vertragsparteien, 13 von ihnen haben die Konvention noch nicht ratifiziert. Alle EU-Staaten sind Vertragsparteien. Die Biowaffenkonvention stellt eine Erweiterung bzw. Bekräftigung des Genfer Protokolls von 1925 dar, das den Einsatz bakteriologischer (biologischer Waffen) untersagte, allerdings nur die Vertragsparteien untereinander band. Die Biowaffenkonvention stellt ein erstes umfassendes multilaterales Verbot einer bestimmten Waffengattung dar: Verboten sind Entwicklung, Herstellung, Erwerb, Lagerung und Weitergabe, allerdings nicht der Einsatz. Der Besitz zu friedlichen Zwecken ist erlaubt. Problematisch ist, dass eine genaue Definition biologischer Waffen in der Konvention fehlt und dass es kein Verifikationsregime, keine Kontrollmechanismen gibt. Im Verletzungsfall kann man eine Beschwerde an den Sicherheitsrat richten, was aber bislang noch nicht geschehen ist. Bei der Überprüfungskonferenz 2001 verhandelte man über die Einführung eines effektiven Verifikationsregimes, die Verhandlungen wurden aber abgebrochen, nachdem die USA ankündigte, die Initiative nicht zu unterstützen. Im Völkerstrafrecht (bes. Römisches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs) ist bislang keine explizite Bestimmung enthalten, auch bei der Überprüfungskonferenz 2010 in Kampala fand ein diesbezüglicher Vorschlag nicht genügend Unterstützung.
 
ORR Andreas W. HEINZ MSc MBA, Referatsleiter Einsatzführung (S3/FGG3) beim Österreichischen Roten Kreuz, Landesverband Oberösterreich, erläuterte die Planungen und Vorkehrungsmaßnahmen seitens seines Verbandes bei Seuchen und Pandemien. Während früher mangelnde Hygienebedingungen, fehlende Information bzw. Aberglaube die gravierendsten Probleme bei der Bekämpfung von Pandemien darstellten, sind das heute die erhöhte Mobilität, Risikobereitschaft und Ignoranz in der Bevölkerung sowie der leichte Zugang zu biologischen Waffen. Im Fall einer Pandemie gibt die WHO eine Falldefinition an die einzelnen Staaten weiter. In Österreich ist die Rollenverteilung und Kooperation der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure für den Ernstfall in einem Pandemieplan festgelegt. Auch die Rolle des Roten Kreuzes ist darin verankert. Gemeinsam mit Ärztekammer und Apothekerkammer ist das ÖRK etwa dafür verantwortlich, dass der Impfstoff an die Institutionen mit Schlüsselpersonal ausgeliefert wird. Rotes Kreuz und Samariterbund übernehmen auch im Pandemie- und Seuchenfall den landesweiten Krankentransport. Besondere Herausforderungen sind dabei erhöhtes Personalaufkommen, Ausfall von Personal sowie Maßnahmen zum Schutz des eigenen Personals und der transportierten Patienten. Das Rote Kreuz wäre dann auch für die Koordination der Bettenstände aller Krankenanstalten (inkl. definierter Notkrankenanstalten) verantwortlich. Das Österreichische Rote Kreuz beteiligt sich zudem regelmäßig an Katastropheneinsätzen im Ausland, etwa in Haiti. Neben der medizinischen Grundversorgung hatte die Bereitstellung von sauberem Grundwasser und die Errichtung von Sanitäreinrichtungen besondere Priorität. Auf diese Weise konnte dem Ausbruch von Seuchen erfolgreich entgegengewirkt werden. Das Rote Kreuz verfügt neuerdings auch über eine ABC-Dekontaminationseinheit, die aber nur für kleinere lokale Katastrophenereignisse ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stellt.
 
Univ.Doz. DI Dr. Sylvia BLÜMEL, Leiterin des Instituts für Pflanzengesundheit in der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), stellte einen oft vernachlässigten, aber strategisch bedeutenden Aspekt biologischer Kriegsführung in den Vordergrund: Risiken und Gefährdungen auf dem agrobiologischen Sektor. Die Bedeutung dieses Aspekts von Sicherheitspolitik wird oft unterschätzt, das Einbringen von Schädlingen wie Pilzen, Bakterien, Viren und Insekten kann nicht nur die Landwirtschaft, sondern in der Folge auch Handel, Wirtschaft und die soziale Sicherheit schwer beeinträchtigen. Im Rahmen der „Biosecurity“ werden politische und regulatorische Rahmenbedingungen für das Risikomanagement bereitgestellt. Sie umfasst drei Sektoren: Ernährungssicherheit, Pflanzengesundheit und Tiergesundheit. Zielvorgabe sind sichere, leistbare und verfügbare Nahrungsmittel bzw. Futter-, Faser- und Energierohstoffe. Eine besondere Herausforderung für die Biosecurity ist der Agroterrorismus. Eine Einstufung des Bedrohungsausmaßes ist schwierig, weil ein Nachweis der Absichtlichkeit kaum möglich ist, zudem fehlen verbindliche Kriterien zur Einstufung, und das Auftreten von Schädlingen könnte neben unbeabsichtigter Einfuhr auch eine Reihe anderer Ursachen haben: Globalisierung, Klimawandel, Veränderung der Produktionssysteme, Bevölkerungswachstum oder Landübernutzung. Um sich vor der Einfuhr von Quarantäne-Schaderregern zu schützen, setzen viele Staaten und Regionen auf zunehmende Regulierung und Kontrollen. Die EU hat eine Liste von Quarantäne-Schaderregern erstellt und verpflichtet ihre Mitgliedsstaaten, durch genaue Kontrollen nach Möglichkeit schon die (meist unbeabsichtigte) Einfuhr zu unterbinden sowie bei Bekanntwerden regionalen Schädlingsbefalls die Ausbreitung einzudämmen. Problematisch ist allerdings der Mangel an Personal und Ressourcen für eine rasche und zuverlässige Detektion und Diagnose; wünschenswert wäre die Entwicklung einer nationalen Strategie und verstärkte interdisziplinäre sowie inner- und interstaatliche Kooperation.
 
ADir Erwin RICHTER von der Abteilung Weiterentwicklung & höhere Fachausbildung der ABC-Abwehrschule des Österreichischen Bundesheers sprach über Biologische Waffen und Terrorismus. Bislang haben Terroristen vor allem konventionelle Waffen eingesetzt, es gab noch keine Anschläge mit biologischen Kampfstoffen in größerem Ausmaß. Eine Untersuchung zählt für das letzte Jahrhundert (1900-2000) insgesamt 71 terroristische Anschläge mit B- und C-Waffen mit 123 Opfern und über 3700 Verletzten. Für die Eignung biologischer Waffen zu terroristischen Aktionen spricht, dass viele von ihnen vergleichsweise leicht erhältlich, leicht produzierbar und billig sind, dass bereits eine geringe Menge große Auswirkungen hat, dass sie schwierig zu detektieren, meist geruchs- und geschmacklos und über Luft in geschlossenen Räumen optimal zu verbreiten sind. Allerdings ist ihre Ausbringung mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden: Beim Einsatz im Freien sind enorme Mengen notwendig, er ist zudem abhängig von schwer kalkulierbaren Wetter- und Umweltbedingungen, wegen teilweise sehr langer Inkubationszeiten ist die Wirkung verzögert, die Handhabung erfordert großes wissenschaftliches und technisches Know-How, kann nicht geübt werden und ein effizienter Eigenschutz ist äußerst schwierig. Am besten eignen sich Bakterien (v.a. Anthraxerreger) für den bioterroristischen Einsatz, weil sie leichter zu produzieren und auszubringen sind als Viren. Mögliche Szenarien sind der großflächige Einsatz (den es aber noch nie gab), der Einsatz gegen eine bestimmte definierte Personengruppe, Anschläge gegen Einzelpersonen und der Einsatz gegen Nutzpflanzen und -tiere. Bekannte Beispiele sind die Kontaminierung von Lebensmitteln mit Salmonellen durch Sektenmitglieder in The Dulles 1984, das Regenschirmattentat 1978 und der Versand von Anthraxpulver in Briefen seit 2001. Grundsätzlich können Terrorgruppen in den Besitz biologischer Kampfstoffe kommen, der effektive Einsatz ist aber ziemlich problematisch und für Terroranschläge zum Teil nicht optimal geeignet.
 
Die ABC-Abwehrschule ist das Kompetenzzentrum des Österreichischen Bundesheers für ABC-Abwehr und Katastrophenmanagement. Bereits 1917 wurde in Krems die Armeegasschule der k. u. k.-Armee errichtet. Die seit 1959 bestehende Luftschutztruppenschule wurde schließlich Anfang der 80er Jahre in ABC-Abwehrschule umbenannt. Sie hat bis heute als eigenständige Truppenschule überleben können und ging nicht in der Heerestruppenschule auf – ein Zeichen für die große Bedeutung, die dieser Thematik beigemessen wird. Teilaufgaben der ABC-Abwehr im ÖBH sind der ABC-Schutz, der ABC-Melde- und Auswertedienst, die ABC-Aufklärung, Dekontamination, Wasseraufbereitung und -verteilung, Retten und Bergen, Brandschutz, Luftfahrzeugrettung und luftfahrzeugspezifische ABC-Abwehr, ABC-Kampfmittelbeseitigung sowie medizinischer ABC-Schutz. Die ABC-Abwehr im ÖBH ist in vier Ebenen gegliedert: den ABC-Individualschutz, den jeder BH-Angehörige beherrschen muss, die ABC-Abwehr aller Truppen, je eine ABC-Abwehrtruppe auf Ebene der Brigade sowie ABC-Abwehrfachdienste ab Kompanieebene.
Die ABC-Abwehrschule ruht auf drei Säulen: Einsatz (eine ABC-Abwehrkompanie), Forschung und Lehre. Sitz der Schule ist Korneuburg. Priorität ist der Schutz der Truppe und der Bevölkerung. Die ABC-Abwehrschule kooperiert mit zahlreichen zivilen Institutionen. Nach den Einsatzerfahrungen des Erdbebens in Armenien 1988 wurde die Katastrophenhilfseinheit Austrian Forces Desaster Relief Unit (AFDRU) unter dem Kommando der ABC-Abwehrschule aufgestellt. Sie ist in 8-10 Stunden abmarschbereit, weltweit einsatzbereit, dabei aber z. T. auf externe Transportkapazitäten angewiesen. Einsatzdauer beträgt 14 Tage bis 12 Wochen. In der Nähe von Wr. Neustadt verfügt die ABC-Abwehrschule über ein modernes Ausbildungszentrum, das auch zivilen Organisationen als Übungsstätte zur Verfügung gestellt wird.
 
MilKur MMag. Stefan GUGEREL, Militärpfarrer an der Heeresunteroffziersakademie in Enns, zeigte, dass und wie die Thematik „Biologische Kriegsführung“ von Romanen und Spielfilmen aufgegriffen wurde. Die Beliebtheit hängt u.a. damit zusammen, dass die Wirkung biologischer Waffen budgetfreundlich ist, weil man auf Explosionen und Zerstörung von Gebäuden weitgehend verzichten kann und die Krankheitserreger nicht darstellen muss. Außerdem eröffnen sich spannende dramaturgische Möglichkeiten: Biologische Erreger können beliebige überraschende geistige oder körperliche Veränderungen hervorrufen (z.B. Vampirismus in „The Last Man on Earth“ 1963). Zusätzliche Spannung kann durch die Inkubationszeiten entstehen und den Zuseher wie die filmischen Protagonisten im Unklaren darüber lassen, wer infiziert ist, wer Resistenzen entwickelt und wie der Erreger wirken wird. Schließlich ergibt sich daraus, dass Infizierte in den Filmen meist zu geist- oder gewissenlosen Monstern mutieren (etwa in „Resident Evil“ 2002) oder praktisch ohnehin schon dem Tod geweiht sind, eine gute Gelegenheit für die relativ unbedenkliche Anwendung spektakulärer filmischer Gewalt. In „Outbreak“ (1995) werden fragwürdige militärische und politische Ziele an den Pranger gestellt: Ein vom Militär entwickelter Virus tötet Menschen in Afrika, dann auch in den USA, das Militär versucht die Entwicklung und Verbreitung eines Impfstoffs zu verhindern. In „It’s in the Water“ (1997) glaubt die Bevölkerung einer US-Kleinstadt durch biologische Substanzen im Trinkwasser homosexuell geworden zu sein, was sich aber in der Folge als Irrtum erweist.
 
Eine Exkursion führte die Teilnehmer in das mikrobiologische Labor der pathologischen Abteilung des AKH Linz, wo die Leiterin Mikrobiologie und Serologie, Oberärztin Dr. Monika MITTERHUMER, in die praktische Arbeit der Bestimmung bakterieller Krankheitserreger einführte. Dr. MITTERHUMER beantwortete auch Fragen zu hygienischen Vorsichtsmaßnahmen und die Einbindung des Spitals in Pandemie-Katastrophenpläne.
 
 

Nicht selten ändern sich religiöse Einstellungen von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. US-Forscher zeigen nun, dass dies unter Umständen die mentale Gesundheit beeinträchtigt.
Demnach haben Frauen, die nicht mehr religiös aktiv sind, ein bis zu drei Mal höheres Risiko, an einer Angststörung oder an Alkoholismus zu erkranken, als jene die durchgehend aktiv waren.
Die lebenslange Teilnahme an religiösen Handlungen kann einen Einfluss auf psychiatrische Krankheiten haben, so Joanna Maselko von der Temple University, Co-Autorin der Studie, die in der Jänner-Ausgabe von "Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology" erscheint.

Religiöse Veränderungen beeinflussen Gesundheit
Die Studie baut auf früheren Untersuchungen auf, die den Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheit - also Angst, Depression oder Alkoholmissbrauch - und der Spiritualität im Verlauf eines Lebens beleuchteten.
Das Sample der aktuellen Studie enthielt 718 Erwachsene. Viele der teilnehmenden Männer und Frauen hatten ihr religiöses Verhalten geändert. Besonders diese Veränderungen im persönlichen religiösen Leben könne laut Maselko Aufschluss über den Einfluss auf die psychische Gesundheit geben.
Von den 278 Frauen waren 39 Prozent immer religiös aktiv gewesen, 51 Prozent waren es seit ihrer Kindheit nicht mehr. Ungefähr sieben Prozent der aktiven Frauen erfüllten die Kriterien einer generalisierten Angststörung, von den nicht mehr aktiven waren es dreimal so viel, nämlich 21 Prozent.

Bei Männern kein Zusammenhang
Ganz im Gegensatz zu den Männern: Hier ist laut Studie das Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken, höher bei jenen, die immer religiös aktiv waren und es auch noch sind.

Maselko hat für diese Geschlechtsdifferenz eine mögliche Erklärung: "Frauen sind viel stärker eingebunden in das soziale Netzwerk ihrer Religionsgemeinschaft." Das heißt, wenn sie nicht mehr an den gemeinschaftlichen Aktivitäten teilnehmen, verlieren sie ihren Zugang zum Netzwerk und seinen potenziellen Effekten. Männer seien dagegen nur schwach eingebunden, daher gebe es auch keine negativen Konsequenzen.

[science.ORF.at, 2.1.08]
Quelle:
http://science.orf.at/science/news/150371

Kann christlicher Glaube Hilfen für Traumatisierte bieten?
Erich Hitz, Militärdekan, Militärpfarrer beim Militärkommando in Niederösterreich
 
Das Trauma als tiefes Loch
Traumatische Erfahrungen sind Bestandteile des Menschseins. Der Mensch verdankt zwar seine beherrschende Position im Tierreich seiner außergewöhnlichen Anpassungsfähigkeit, war aber trotzdem während der gesamten Evolution schrecklichen Ereignissen ausgesetzt. Die einen haben sich mit Flexibilität und Kreativität an furchtbare Lebensereignisse angepasst, andere blieben jedoch auf die traumatische Erfahrung fixiert. Untersuchungen zeigen, dass oft ganze Gesellschaften, die massive Traumatisierungen erlitten hatten, annähernd ähnlichen Mustern der Anpassung und der Desintegration folgten (vgl. Van der Kolk u. McFarlane, Paderborn 2000, S. 27).
 
Die Beschäftigung mit den Auswirkungen traumatischer Ereignisse hat in letzter Zeit stark zugenommen. So ist es auch für die Pastoral wichtig geworden, sich mit der Frage nach den Möglichkeiten einer menschengerechten Seelsorge im Hinblick auf diese Seite des Menschseins zu beschäftigen.
 
Trotz der menschlichen Fähigkeit, zu überleben und sich anzupassen, „können traumatische Erlebnisse das psychologische, physiologische und soziale Gleichgewicht eines Menschen in solchen Maße verändern, dass die Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis alle anderen Erfahrungen überschattet und die Gegenwart stark beeinträchtigt“ (Van der Kolk u. McFarlane, a. a. O. S. 27).
So beschreibt auch Judith Hermann in ihrem Buch über traumatische Erfahrungen die Auswirkung traumatischer Ereignisse folgendermaßen:
"Traumatische Ereignisse erschüttern zwischenmenschliche Beziehungen in den Grundfesten. Sie zersetzen die Bindungen an Familie, Freunde, Partner und Nachbarn, sie zerstören das Selbstbild, das im Verhältnis zu anderen entsteht und aufrechterhalten wird. Sie untergraben das Wertesystem, das der menschlichen Erfahrung Sinn verleiht. Sie unterminieren das Vertrauen des Opfers in eine natürliche oder göttliche Ordnung und stoßen es in eine existentielle Krise..... Traumatische Ereignisse wirken sich nicht nur direkt auf die psychischen Strukturen aus, sondern ebenso auf Bindungen und Wertvorstellungen, die die einzelnen mit der Gemeinschaft verknüpfen…. Im Augenblick der Angst wenden sich die Opfer spontan an die Quelle, die ihnen zuerst Trost und Schutz bot. Verwundete Soldaten und vergewaltigte Frauen schreien nach ihren Müttern oder nach Gott. Bleibt dieser Schrei unbeantwortet, ist das Urvertrauen zerstört. Traumatisierte fühlen sich extrem verlassen, allein und ausgestoßen aus dem lebenserhaltenden Rahmen von menschlicher und göttlicher Fürsorge und Schutz. Nach dem traumatischen Ereignis beherrscht das Gefühl der Entfremdung und Nichtzugehörigkeit jede Beziehung, von engen familiären Bindungen bis zu eher abstrakten Bindungen an gesellschaftliche und religiöse Gemeinschaften. Ist das Vertrauen zerstört, haben viele Traumatisierte das Gefühl, eher zu den Toten als zu den Lebenden zu gehören." (Hermann, Paderborn 2006, S. 77-78)
 
Aus dieser Situation heraus ergibt sich für die Pastoral die notwendige Aufgabe, neue Wege des Verstehens zu suchen. Daraus müssen dann Möglichkeiten der Hilfe und Begleitung aus dem christlichen Glauben heraus entwickelt werden.
 
Trauma und spirituelle Fragen

Van der Kolk weist darauf hin, dass eine Kernfunktion menschlicher Gesellschaft in der Bereitstellung von Traditionen, Institutionen und Wertesystemen bestehe, die ihre Mitglieder dagegen schützen, durch belastende Erfahrungen überwältigt zu werden. Religion hat „angesichts der erschreckenden Wirklichkeit für ein Gefühl der Sinnhaftigkeit zu sorgen, indem das Leiden in einen größeren Kontext gesetzt und Betonung darauf gelegt wird, dass über Generationen, Zeit und Raum hinweg das Leiden eine allgemeine menschliche Erfahrung darstellt. Daher kann die Religion den Menschen dabei eine Hilfe sein, ihr Eingemauertsein in ihr individuelles Leid zu überwinden“ (Van der Kolk, a.a.O., S. 48).
 
Das Erleben eines Traumas führt so auch an spirituelle Fragen heran. Ausgelöst wird dies durch Erschütterung der Selbstverständlichkeit des In-der-Welt-Seins, durch Konfrontation mit dem Bösen und dem Leid, durch Sensibilitätserhöhung, und durch Suche nach Rettung und Erlösung. Dadurch ergibt sich speziell auch die Sinnfrage. Wenn man sich für die Auslöser des Leidens von Traumatisierten interessiert, dann wird man, wie Van der Kolk in seinem Buch „Traumatic Stress“ ausführt:

„…unausweichlich mit Themen der Unmenschlichkeit zwischen Menschen, Lieblosigkeit und Gefühllosigkeit, mangelnder Verantwortlichkeit, Manipulation und fehlender Hilfeleistung konfrontiert. Kurz gesagt konfrontiert einen die Untersuchung des Traumas mit den besten und den schlechtesten Seiten der menschlichen Natur, und es kann gar nicht ausbleiben, dass sie bei den Beteiligten eine beträchtliche Bandbreite an intensiven persönlichen Reaktionen hervorruft."  (Van der Kolk a.a.O., S. 30)
 
Damit gelangen wir zur Sinnfrage. "Warum habe gerade ich überlebt?" und „Warum hat es gerade mich erwischt?“ sind für Überlebende von Unglücksfällen jeder Art die häufigsten, schwierigsten und blockierenden Sinnfragen. Sie stellen die Betroffenen oft vor eine unsichtbare Mauer, durch die es anscheinend kein Weiterkommen gibt.
 
Was kann nun Glaube und Religion in solchen Lebenssituationen zur Hilfe für Traumatisierte beitragen? Allgemein kann Glaube und Religion durch Zeremonien hilfreich sein. „Gebete, Musik und Bilder verstärken angesichts wiederholten Bedrohtseins durch Katastrophen und Kriege das Durchhaltevermögen… Die Bedeutung von Zeremonien kommt sowohl in weltlichen Gedenkfeiern als auch in religiösen Ritualen zum Tragen. Denkmäler und Gedenkstätten für die gefallenen Soldaten und die öffentlich zum Ausdruck gebrachte Dankbarkeit für jene Menschen, die ihr Leben im Krieg geopfert haben, vermitteln den Trauernden und Traumatisierten das Gefühl, dass das Sterben bzw. Leiden wenigstens einen Sinn erfüllt hat. Was das Fehlen eines solchen Gedenkens als eines notwendigen Teils des Heilungsprozesses bedeuten kann, hat sich nur allzu deutlich am Beispiel des häufig feindseligen oder gleichgültigen Empfangs der heimkehrenden Vietnamveteranen gezeigt“ (Van der Kolk, a.a.O., S. 387)
 
Helfende Kräfte im Glauben entdecken

Die Thematik von Glaube und Trauma ist erst in jüngster Zeit im pastoralen Bereich aufgegriffen worden. Dadurch ist die pastorale Fachliteratur noch relativ klein. Das derzeit verfügbare Wissen stammt von Menschen, die in der pastoralen Trauer-begleitung, der Notfallseelsorge bzw. in der Begleitung Traumatisierter arbeiten.
Welche heilsamen Kräfte sind trotzdem im Bereich von Glaube und Religion allgemein für die Begleitung Traumatisierter entdeckbar und damit nutzbar? Im Grundprinzip geht es dabei um das emotionale Nachvollziehen bestimmter in den religiösen Texten ausgedrückten Erfahrungen. Dadurch soll spürbar werden, dass Glaube und Religion auch für mich Quellen der Kraft in posttraumatischen Lebens-situationen  sein können.
 
Welche Erfahrungen sind dabei hilfreich?
Da sich Glaube wesentlich im emotionalen Bereich des Menschen ereignet, spielen Erfahrungen eine wesentliche Rolle. Dabei kommt einigen „Grunderfahrungen“ bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse eine große Bedeutung zu.
 
1. Anderen eine Last sein dürfen

Um erste Schritte zur positiven Veränderung machen zu können, ist es wichtig, sich selbst bewusst zu machen, dass man ein Anrecht auf Hilfe und Unterstützung hat. Viele haben dabei ein schlechtes Gewissen bzw. sie schämen sich, diese „Hilflosigkeit“ zuzugeben. Es bedeutet jedoch kein persönliches Versagen oder keine persönliche Schwäche, nicht allein zurecht zu kommen. Gerade Rede- oder Denkweisen der heutigen Zeit und Gesellschaft wie „der Tüchtige hilft sich selbst“, „Männer weinen nicht“ oder „hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ u. ä. sind ein Hindernis bzw. eine Last, weil sie es als minderwertig darstellen, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Sie suggerieren also, man sei nichts mehr wert, man sei zumindest Mensch zweiter Klasse. Wer aber will das schon sein?
 
Leider wird die Angst, Schwäche zuzugeben, durch unsere Gesellschaft, wo nur möglichst gute Präsentation bzw. Leistung zählen, gefördert. Erfolg und hohes Ansehen in der Öffentlichkeit bilden den Maßstab für „Gewinner“ oder „Verlierer“. Dies wiederum verstärkt den Selbstzweifel und die Minderwertigkeitsgefühle derer, die nicht mithalten können (vgl. Faulde, Wenn frühe Wunden schmerzen, S.56 ff).
 
Es ist darum eine Hilfe für die eigene innere Stabilität ist, sich diesem Denken zu entziehen zu versuchen und bewusst andere Maßstäbe anzustreben. Eine Möglichkeit dazu bildet der Galaterbrief (Gal 6,2): „Einer trage des anderen Last“. Dadurch wird nämlich deutlich ausgedrückt, dass wir eine Last sein dürfen, sonst gäbe es ja nichts zu tragen und die Anweisung wäre damit sinnlos. Damit haben wir aber auch ein Recht auf Unterstützung, wenn wir schwach sind. Gott verlangt also von niemand, dass er seine Last allein trägt.

2. Sich fallen lassen können

Der Beginn eines Weges der positiven Veränderung bringt es mit sich, dass wir das Bild von Tüchtigkeit, das wir gerne nach außen darstellen, nicht mehr aufrecht erhalten können – auch vor uns selbst. Unser Bild von uns selbst beginnt sich zu verändern, und wir müssen unser Leben und Verhalten diesem neuen Bild anzupassen versuchen. Das heißt, wir müssen von manchem loslassen, was uns bisher wichtig war bzw. was wir nach außen hin vertreten haben. Vor allem bedeutet dies aber eine Trennung von der Selbstsicherheit durch Kontrolle und Management unseres Lebens. Loslassen ist jedoch mit Angst verbunden. Es ist vor allem die Angst, ins Leere zu fallen bzw. vernichtet zu werden, wenn wir unsere Hände öffnen und unseren bisherigen Halt aufgeben. 
Was kann uns von dieser Angst, die uns am Loslassen hindert, befreien? Worauf es beim Loslassen ankommt, versucht die Erzählung über den Trapezkünstler zu beschreiben:
 
Ein Trapezkünstler wurde gefragt, wie er es schaffe, nach einem Salto in der Luft die Hände seines Partners zu ergreifen. Er antwortete, dass er nichts anderes tue, als die Hände auszustrecken, denn es komme alles auf den Fänger an. (Faulde, a.a.O, S.63)
 
Beim Trapezkünstler ist das Loslassen also getragen vom Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Partners. Erst wenn ich mich auf den Partner verlassen kann (oder zumindest fest davon überzeugt bin), kann ich mich ihm auch vertrauensvoll anvertrauen, kann ich mich auf ihn einlassen.
 
Solch ein zuverlässiger Partner wird uns im Lukasevangelium (Lk 4, 16-19) in der Person Jesu so vorgestellt:
„Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“
 
Die Menschentypen, die Lukas hier schildert, sind eigentlich Menschen, die durch ganz bestimmte Lebenssituationen arg mitgenommen wurden  (vgl.: „arm“, „gefangen/befangen“, „blind“, „zerschlagen/fertig“), damit quasi „traumatisiert“ sind. Die dazu geschilderten Verhaltensweisen der Hilfe (vgl.: „gute Nachricht“, „Entlassung“, „Augenlicht“, „Freiheit“) jedoch sollen zeigen, dass hier durch Jesus Auswege aus diesen Lebenssituationen ermöglicht werden sollen.
 
3. Liebevoll mit sich selbst umgehen können

„Neben der Beziehung zu anderen Menschen ist bei Traumatisierten meist auch die Beziehung zu sich selbst gestört. Deshalb ist es für die Heilung wichtig, ein liebevolles und fürsorgliches Verhältnis zu sich selbst zu entwickeln“ (Faulde, a.a.O., S. 64).
Wir haben zwar im Mathäusevangelium im christlichen Hauptgebot den klaren Hinweis „…und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22,37), aber für viele von klein auf christlich geprägte Menschen ist das mit Zweifeln verbunden, weil sie Angst haben, egoistisch zu handeln, wenn sie auch an sich selbst denken.
 
Wie kann also eine Selbstliebe, ein auch auf sich selbst schauen, aussehen, die nicht egoistisch ist? Christliche Liebe ist immer von zwei Merkmalen gekennzeichnet: zum einen die Haltung der Wertschätzung und Achtung und zum anderen ein Handeln, das auf Wohlergehen eines Menschen ausgerichtet ist. Für die Selbstliebe bedeutet dies ein Bemühen um Achtung und Wertschätzung  gegenüber sich selbst, die ja durch eine Traumatisierung geschädigt wurden und das Bestreben, das falsche Selbstbild, das durch die Traumatisierung entstanden ist, zu korrigieren zu beginnen.
 
Dass dies nur mit Hilfe und Unterstützung durch Andere möglich ist, ist durch die Art der Entstehung unseres Selbstwertgefühles bedingt. Unser Selbstwertgefühl wird nämlich durch die Sicht, die andere für uns bedeutende Menschen von uns haben, geprägt. Ebenso durch unseren Vergleich mit anderen, durch unsere Beobachtungen an uns selbst und durch das Maß, in dem wir unser Leben als mit den eigenen Ansprüchen übereinstimmend erleben.
 
Hinterfragen eines Urteiles über uns, Überprüfen eines Vergleiches mit anderen, Überlegen des Eindruckes der Selbstwahrnehmung sowie Auseinandersetzung mit unseren Lebensansprüchen erfordert zur Weitung der Sicht aber die Hilfe durch andere. Bernhard von Clairvox drückt es so aus:

„Wie aber kannst du voll und echt Mensch sein, wenn du dich selbst verloren hast? Auch du bist ein Mensch. Damit deine Menschlichkeit allumfassend und vollkommen sein kann, musst du also nicht nur für die andern, sondern auch für dich ein aufmerksames Herz haben. … Warum solltest einzig du selbst nichts von dir haben?“ (Brief an Papst Eugen III)
 
4. Bilder heilender Liebe erleben dürfen

Der Prozess positiver Veränderung kann weiters durch Entstehung einer größeren Nähe zu den eigenen Emotionen unterstützt werden. Diesen wichtigen Vorgang zeigt Verena Kast durch Arbeit mit Bildern, Imaginationen und Symbolen in der Arbeit mit Traumatisierten.
Imaginationsübungen, die heute in der Therapie verwendet werden, greifen oft sehr alte religiöse oder kulturelle Traditionen auf. Solche speziellen Symbole für inneres Wachstum sind auch in der Bibel auffindbar. So findet sich in Psalm 1 das Bild des Baumes, der an Wasserbächen gepflanzt ist, Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken (Ps1, 1-3). Das Bild vermittelt die Hoffnung, dass auch wir ein solcher Baum sein können.

Andere imaginative Übungen,die verwendet werden, sind darauf ausgerichtet, „innere Helfer“ zu finden, die Trost und Halt geben, indem sie ein Bild der liebevollen Zuwendung erleben lassen. Durch diese Erfahrung der Zuwendung wird die Heilung von durch Traumatisierung Verletzten unterstützt. Im Bereich der christlichen Botschaft ist dies z.B. das theologische Bild der Engel. In ähnliche Richtung geht die Vorstellung der Schutzpatrone als die persönlichen Fürbitter bei Gott.
Auch die Symbole des christlichen Glaubens sind Zeugnisse über heilende und befreiende Begegnungen mit einem liebenden Du. Durch die hier überlieferten Lebenserfahrungen wird eingeladen, sich auf die vielfältige Weise des „Ich-bin-da“ und damit auf liebende Fürsorge einzulassen.

Besonders hilfreich sind auch verschiedene „Bilder“, die in biblischen Texten verwendet werden, und die Zuwendung ausdrücken sollen. Dies drückt vor allem auch Jesaja aus, wenn er davon spricht, dass Gott uns „auf seine Hand gezeichnet“ hat (Jes 49, 16). Für die liebende Zuwendung Gottes gibt es weitere Bilder, die eine sehr zärtliche Liebe, vergleichbar mit der Mutterliebe, zeigen. So spricht z. B. der Prophet Hosea davon, dass Gott wie eine liebende Mutter handelt: „…ich war wie einer, der einen Säugling an seine Wange hebt. Ich beugte mich zu Ihm und gab ihm zu essen.“ (Hos 11, 4). Ein weiteres sehr altes Bild für die Fürsorge Gottes wird von Jesus im Mathäusevangelium aufgegriffen, wenn er über Jerusalem sagt: „Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt, aber ihr habt mich nicht gewollt.“ (Mt 23, 37).

Wir dürfen uns also Gott anvertrauen und brauchen trotz unserer Schwäche und Hilflosigkeit keine Angst zu haben. Er ist der sich uns auf verschiedene Art zuwendende Gott, der Kraft schenken will, damit wir die Wege der positiven Veränderungen hin zum Leben gehen können.

Richtige Liebe, d.h. dem Betroffenen dienliche Liebe, hat neben den Aspekten des Schutzes und der Fürsorglichkeit auch den Aspekt der persönlichen Entfaltung.  Ein Bild, das zeigt, dass Gottes Liebe auch auf Wachstum und Autonomie ausgerichtet ist, findet sich im Buch Deuteronomium (Dtn 32, 11): Gott ist „…wie der Adler, der sein Nest beschützt und über seinen Jungen schwebt, der seine Schwingen ausbreitet und ein Junges ergreift und es flügelschlagend davon trägt.“  Dieses Bild vermittelt die Hoffnung, dass wir aufgefangen werden. Es ist gleichzeitig eine Aufforderung, unsere Kräfte zu entdecken. Dies ist zwar mit Angst und Mühe verbunden, doch zeigt es auch ein Ziel: Größe und Freiheit zu erlangen, um sein Leben wieder selbständig gestalten zu können.

Sinn und Hoffnung finden

Menschen, die eine Traumatisierung erlebt haben, sind auf der Suche nach Sinn und Hoffnung. Diese Suche „ist ein wesentlicher Aspekt bei dem Versuch traumatisierter Menschen, mit ihren Gefühlen der Hilflosigkeit und Verletzlichkeit fertig zu werden“ (Van der Kolk, a.a.O., S. 386). Es geht dabei also um die „Wichtigkeit des Wiederaufbaues eines Gefühls von Sinnhaftigkeit bei Menschen, deren Annahmen über die Welt zerstört worden sind und sich um die Bilder einer traumatischen Erfahrung rekonstruiert haben“ (Van der Kolk, ebd.)
In der Erinnerung an die Leiderfahrungen durch traumatische Erlebnisse entsteht bei Betroffenen die Sehnsucht nach einem besseren Leben. Diese Sehnsucht gibt die Kraft, sich mit den traumatischen Erlebnissen auseinander zu setzen und auf wichtige Fragen eine Antwort zu finden.
 
1. Nach dem Sinn des Leidens fragen
Wenn wir uns mit den Folgen traumatischer Erfahrungen beschäftigen, stellt sich irgendwann die Frage nach dem „Warum?“ Wer an Gott glaubt, richtet diese Frage auch an Gott und will wissen, warum er so viel Leid auf der Welt zulässt. Wie verträgt sich das mit einem guten Schöpfergott? (Vgl. Faulde, a.a.O, S. 151). Dabei gibt es verschiedene theologische Denkmodelle. Die Frage nach dem Sinn des Leidens kann in zwei Richtungen gehen: einerseits Suche nach der Ursache des Leidens, andererseits Suche nach dem Ziel für das Leid.
Die erste Richtung der Deutung nach dem Prinzip der Ursache sieht bei Traumatisierungen, die durch Menschen verursacht wurden, die menschliche Schuld als Auslöser. Es gibt aber auch theologische Vorstellungen, die das Leid als Preis der Freiheit des Menschen deuten (vgl. Adam und Eva, Kain und Abel: Dtn 1-4).
Die zweite Richtung der Deutung mit der Blickrichtung auf den Sinn von Leid ist durch zwei weitere theologische Denkmodelle geprägt. Das eine sieht den Sinn des Leides in der Strafe für begangenes Unrecht, das andere als Prüfung für den Menschen und damit als Bewährung, nach der er seinen Lohn erhalten wird. Eine weitere Abwandlung des Denkmodells der Bewährung ist der Gedanke der Läuterung, wie er uns im Bild vom Schmelzofen im Buch der Weisheit (Weish 3, 6) begegnet.
Ein ganzes Buch des Alten Testamentes, das Buch Ijob, ist der Auseinandersetzung mit den Denkmodellen von Strafe oder Prüfung gewidmet (vgl. Ijob 4, 7 – Strafe, Ijob 5, 17 – Prüfung). Ijob widersetzt sich jedoch diesen Erklärungsversuchen und weigert sich, sein Leid als sinnvoll zu akzeptieren. Er beansprucht sogar von Gott die Änderung seiner leidvollen Lage. Gott hört die Klage Ijobs und ergreift für ihn Partei. Er zeigt: „Ich bin da!“ Diese Anteilnahme und dieser Beistand helfen Ijob durchzuhalten und nicht im Leid unterzugehen.
Nur von einem Betroffenen selbst kann beurteilt werden, ob sich in dessen Leid auch etwas für ihn Gutes zeigt. Positive Auswirkungen von Leiderfahrungen bei  Betroffenen werden allerdings auch in der pastoralen Fachliteratur berichtet: Leid kann u. a. den Blick für die Zerbrechlichkeit des menschlichen Glückes schärfen, kann das Einfühlungsvermögen für andere erhöhen, kann auch die Bedeutung von Durchhaltevermögen und Geduld bewusst machen.
Leiderfahrung kann aber auch für andere Menschen positive Folgen vermitteln. So kann u. a. eine lange Kette falscher Verhaltensmuster dadurch vielleicht unterbrochen oder abgeschwächt werden, so kann die Verantwortung für unser Handeln neu bewusst werden, so kann die Hilfsbedürftigkeit des Menschen neu sehen gelernt werden. Leid jedoch generell als „Lehrer“ aufzufassen widerspricht dem biblischen Gottesbild. In einem solchen Fall würde Gott auf einen sadistischen Lehrmeister reduziert, der nichts mehr mit dem liebenden Vater der Bibel zu tun hätte.
Es gibt allerdings auch Leid, das zu groß ist, um ausgeglichen zu werden und um zu innerem Wachstum verhelfen zu können. Traumatische Leiderfahrungen fallen in jene Kategorie des Leides, für das sich kein Gewinn und kein Nutzen aufweisen lässt. In diesen Formen des Leides gibt es nur eine Möglichkeit, um daran nicht zu Grunde zu gehen: Erfahrung von SOLIDARITÄT. Die christliche Antwort ist in diesem Fall die Erfahrbarkeit menschlicher NÄHE, die zum Trost durch menschliche ANWESENHEIT wird.
Die Frage nach dem Sinn des Leidens bleibt, speziell für traumatisierte Menschen, letztlich ungelöst. Auch theologische Überlegungen helfen einem Traumatisierten nicht, den Sinn seines Leidens zu verstehen (vgl. Ijob). Die Antwort Gottes auf die Situation des Ijob zeigt jedoch einen Weg, Leid ertragen und bewältigen zu können: wenn wir im Leid NÄHE durch Gott und durch Mitmenschen erfahren können.

2. Im Leben Sinn erfahren
Die ungelöste Frage nach dem Sinn des Leides bedeutet jedoch nicht den Verzicht auf Sinn. Stellt man die Frage anders, kann man trotzdem auch Sinn im Leben Traumatisierter finden. Die Frage muss allerdings anders lauten: „Welchen Sinn hat mein Leben?“ bzw. „Wo kann ich in meinem Leben Sinn finden?“ Die Problematik wird also nicht vom Leid, sondern vom Leben her gesehen.
Es geht also eigentlich um die Frage nach dem Wert des Lebens. Häufig wird dieser Wert über Fähigkeiten, Gesundheit, Wohlstand, Karriere, Erfolg u. ä. definiert. Dies alles ist jedoch immer wieder gefährdet. Hat ein Leben dann also keinen Sinn bzw. Wert mehr, wenn diese Bestimmungsmerkmale wegfallen?
Christlicher Glaube sieht den Sinn des Lebens in der Liebe, die wir in unserem Leben verwirklichen. Dazu hat jeder Möglichkeiten, der eine mehr, der andere weniger. Die Bedeutung dieser Verwirklichung spricht auch Paulus im ersten Korintherbrief (1Kor 13, 1-2) an: „… habe aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ Er verweist dabei auf die Kraft der Liebe, die menschlichem Tun erst Fülle und Tiefe gibt.
So klar nach christlicher Überzeugung der Sinn des Lebens ist, so schwer ist es jedoch herauszufinden, was dies für das jeweils persönliche Leben bedeutet. Zwei Bibelstellen können dabei Mut machen. Die eine ist im Mathäusevangelium das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16). Dieses weist darauf hin, dass es nicht darauf ankommt wann oder wie lange wir etwas tun, sondern dass wir dann etwas tun, wenn uns dies erkennbar wird. Die andere ist im Markusevangelium die Erzählung von der Witwe vor dem Opferkasten (Mk 12, 41-44). Dadurch wird gezeigt, dass nur unsere eigenen Möglichkeiten der Maßstab sind, wie viel bzw. was wir tun müssen. Nur danach können wir handeln, da wir ansonsten Dinge anpeilen, die von vorne herein zum Scheitern verurteilt sind, da sie unsere Ressourcen übersteigen.
Es ist also wichtig zu sehen, was trotz aller Einschränkungen gelingt und weswegen wir deshalb stolz darauf sein können. Damit wird auch wieder Sinn erlebbar, weil unser Leben ja trotzdem zu etwas gut ist. Dies wiederum stärkt die Hoffnung, trotz aller oft erlebten Hilflosigkeit etwas bewirken zu können.
 
Zusammenfassung
Die Bewältigung traumatischer Erfahrungen ist ein schwieriger und langwieriger Prozess. Er umfasst nicht nur körperliche und psychische Aspekte, sondern hat auch eine geistig-spirituelle Seite. Christlicher Glaube kann den therapeutischen Prozess unterstützen und ergänzen. Christliche Aussagen über Sinn, Heil und Hoffnung sind ein unterstützender Beitrag zur Heilung Traumatisierter.
Es wird eine wichtige Aufgabe der Pastoral der nächsten Zeit  sein, diese Wege und Möglichkeiten pastoraler Begleitung und Hilfe für Traumatisierte aufzuarbeiten, entsprechende Methoden der pastoralen Betreuung zu entwickeln, wenn sie ihren diakonalen Grundauftrag den Bedürfnissen und Sehnsüchten des heutigen Menschen entsprechend erfüllen möchte. Mögen uns deswegen immer wieder zwei Stellen im Lukasevangelium Impuls und Richtschnur sein: das Gleichnis Jesu vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37) und die Aussage Jesu über die Zeichen der Zeit (Lk 12, 54-57).
 
Quellen:
Faulde, Wenn frühe Wunden schmerzen, Mainz 2002, ISBN 3-7867-2366-0
Herman, Die Narben der Gewalt, Paderborn 2006, ISBN 3-87387-525-8
Van der Kolk / McFarlane, Traumatic Stress, Paderborn 2000, ISBN 3-87387-384-1
Autor:
Erich Hitz, Militärdekan, Militärpfarrer beim Militärkommando in Niederösterreich

Nach dem Ausscheiden des bisherigen Ordinariatskanzlers, Militärerzdekan Msgr. Mag. Johann Ellenhuber,  aus dem aktiven Dienst in der Militärseelsorge, hat Militärbischof Werner den Leiter des Instituts für Religion und Frieden, Bischofsvikar Msgr. Dr. Werner Freistetter zum Kanzler des Militärordinariats der Republik Österreich bestellt. Msgr. Dr. Freistetter tritt seinen Dienst in dieser Funktion am 1. September 2010 an.

Bischofsvikar Msgr. Dr. Werner Freistetter wurde 1953 in Linz als Sohn eines hochrangigen österreichischen Offiziers geboren. Nach seinem Präsenzdienst als Einjährig-Freiwilliger studierte er in Wien und Rom Theologie und wurde 1979 in Rom zum Priester geweiht. 1993 folgte die Promotion zum Doktor der Theologie. Neben seiner Tätigkeit als Seelsorger in Wiener Pfarren war er von 1985 bis 1996 Assistent am Institut für Ethik und Sozialwissenschaften der Universität Wien. Von 1993 bis 1997 war er am Päpstlichen Rat für die Kultur in Rom tätig.

Nachdem Werner Freistetter bereits 1984/85 als Militärseelsorger am Golan Dienst versehen hatte, wurde er 1997 von Militärbischof Mag. Christian Werner zum Leiter des neu gegründeten Instituts für Religion und Frieden bestellt. Über Jahre hindurch war er auch für die Vertretung des Heiligen Stuhls bei der OSZE in Wien tätig.

Im März 2006 ernannte ihn Militärbischof Werner zum Bischofsvikar für Wissenschaft und Forschung, theologische Grundsatzfragen und internationale Beziehungen. Überdies wirkt Msgr. Dr. Freistetter seit 2005 bei der Internationalen katholischen Soldatenorganisation AMI als geistlicher Assistent mit.

Dr. Werner Freistetter war als Autor an zahlreichen Publikationen beteiligt und hält wiederholt Vorträge im In- und Ausland.

Grüne“ Pilgerreise der Verantwortlichen der Bischofskonferenzen für die Bewahrung der Schöpfung in Europa – im Herzen Europas.
Ungarn – Slowakei – Österreich
1. bis 5. September 2010
 
Mit einer „grünen“ Pilgerreise von Esztergom (Ungarn) über Bratislava (Slowakei) bis zum Marienwallfahrtsort Mariazell (Österreich) wollen die Bischöfe und Verantwortlichen der Bischofskonferenzen für Umweltfragen Europa aufzeigen, wie die Kirche die Gaben der Schöpfung sieht. Gleichzeitig wollen sie den Austausch und das Netzwerk der nationalen Verantwortlichen stärken. Vom 1. bis 5. September vertiefen die europäischen Pilger in fünf Etappen das Motto, das Papst Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag 2010 ausgerufen hat: „Wenn Du den Frieden willst, bewahre die Schöpfung“.
 
„Wir kamen zum Entschluss, eine Pilgerreise im Herzen Europas zu machen, weil wir der Auffassung sind, dass diese Form am meisten mit unseren Zielen übereinstimmt“, erklärt Pater Duarte da Cunha, Generalsekretär der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), auf dessen Initiative die Pilgerreise zurückgeht. „Denn die Pilgerreise ist in erster Linie ein geistiger Weg, ein Weg der Bekehrung, der damit beginnt, die eigene Umgebung zu verlassen, um sich zu einem besonderen Ziel aufzumachen, das vom göttlichen Eingreifen bestimmt ist. Sie setzt die Bereitschaft voraus, zuzuhören, zu meditieren, sich zu sammeln und zu beten. Die ökologische „Krise“, die wir heute durchleben, die als irrationaler und unverantwortlicher Umgang mit den Gaben der Schöpfung gesehen werden muss, kann nicht losgelöst von der derzeitigen moralischen Krise unseres Kontinents gesehen werden – sie beeinflussen sich gegenseitig. Der Papst hat uns daran erinnert, dass die wahrhaftige Achtung vor der Ökologie des Planeten nicht ohne eine ernsthafte Reflexion der „Humanökologie“, eine spirituelle Umkehr und eine Veränderung des Lebensstils möglich ist. Oft konzentriert man sich beim Thema Umweltschutz auf wissenschaftliche, politische und ethische Aspekte. Wir sind jedoch überzeugt, dass es notwendig ist, auch auf die geistige, theologische und anthropologische Vision aufmerksam zu machen, die einer wahrhaftigen Achtung vor der Schöpfung zugrunde liegt, welche nicht nur von politischen und/oder wirtschaftlichen Interessen bestimmt ist. Wir können das Thema nicht weiterhin in voneinander losgelösten Teilsichten betrachten. Der Mensch ist eine Gesamtheit!“
 
Die Pilgerreise beginnt am 1. September in Esztergom mit der Eucharistiefeier und dem Pilgersegen, den Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Esztergom-Budapest und Präsident des CCEE, erteilen wird. Am zweiten Tag (2. September) wird der größte Fluss Europas, die Donau, die Delegierten bis nach Bratislava bringen. Dieser Reiseabschnitt wird Gelegenheit geben, über die Themen Wasser und Energie nachzudenken (es ist der Besuch eines Biodieselherstellers in Komarom vorgesehen). Bei ihrer Ankunft in Bratislava werden die Pilger vom Erzbischof der Stadt, S.E. Mgr. Stanislav Zvolensky, und dem Bürgermeister von Bratislava, Andrej Durkovsky, empfangen. Am Freitag, 3. September, wird das Thema Erziehung zum Umweltschutz im Rahmen eines Runden Tisches diskutiert, bei dem auch Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, sowie Ján Figel, slowakischer Minister für Verkehr, Post und Telekommunikation, mitwirken werden. Danach werden die Teilnehmer im Bus nach St. Pölten, Österreich, weiterreisen, wo eine Eucharistiefeier in der Kathedrale geplant ist. Während der Messe, an der auch Vertreter der christlichen Kirchen und von lokalen und internationalen ökumenischen Organisationen teilnehmen werden, wird das „Bridge Prayer“ („Gebetsbrücke“) gesprochen. Dieses Gebet wird zum gleichen Zeitpunkt auch von den Teilnehmern des 14. Internationalen Kongress Renovabis gesprochen, der vom 2. bis 4. September 2010 in München (Deutschland) stattfindet und dem Thema „In Verantwortung für die Schöpfung – Ökologische Herausforderungen in Mittel- und Osteuropa“ gewidmet ist. Am Samstag, 4. September, reisen die Pilger per Zug von St. Pölten nach Bürgeralpe weiter, wo S.E. Mgr. André-Joseph Léonard, Erzbischof von Mecheln-Brüssel und Vorsitzender der belgischen Bischofskonferenz, die Eucharistiefeier leiten wird. Die letzten Kilometer der Pilgerreise bis nach Mariazell werden die Teilnehmer zu Fuß zurücklegen. Dort wird im Rahmen der Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien und Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz, die Abschlusserklärung der Teilnehmer verlesen.
 
Auf Ersuchen des Generalsekretärs des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) organisiert das Militärordinariat den in Österreich stattfindenden Teil dieser Wallfahrt. Der Leiter des Instituts für Religion und Frieden, Bischofsvikar Msgr. Dr. Werner Freistetter, wird zum Thema „Unsere Beziehung zu den Geschöpfen – unsere Beziehung zum Schöpfer“ referieren.
 

 

Ist die Rede von einer militärischen Kultur heute überhaupt noch relevant? Wovon sind militärische Kulturen besonders geprägt? Welche Bedeutung haben religiöse, nationale und kulturelle Traditionen für das militärische Selbstverständnis, für bewaffnete Konflikte und internationale Einsätze? Wie verhalten sich Judentum, Buddhismus, Christentum und Islam zu militärischer Gewalt? Welche Bedeutung spielte Nationalität, Multinationalität und Supranationalität in der österreichisch(-ungarisch)en Armee? Wodurch waren und sind die militärischen Kulturen etwa in China, in den Niederlanden und in Afrika geprägt, wie sah das in den Armeen der beiden Blöcke während des Kalten Kriegs aus? Gibt es heute einen „miles europaeus“ mit eigenem, spezifisch europäischem Selbstverständnis? Und welche Auswirkungen hat die zunehmende Verwendung von Militärrobotern und autonomen Systemen für eine Kultur des Soldaten?

Ein Bericht von Christian Wagnsonner   
Freitag, 7. Mai 2010

Über 30 Teilnehmer waren vom 4.-6. Mai 2010 in der TOWAREK-Kaserne in ENNS zusammengekommen, um sich unter der Leitung von Militärkurat MMag. Stefan GUGEREL aus Anlass des Internationalen Jahrs für die Annäherung der Kulturen 2010 mit diesen Fragen aus militärethischer Sicht auseinander zu setzen. Veranstaltet wurde das Seminar von der Militärpfarre an der Heeresunteroffiziersakademie in Kooperation mit dem Institut für Religion und Frieden in Wien. Die Organisation lag in den Händen des Instituts 3 der Heeresunteroffiziersakademie.

Ausgehend von einem Begriff von Kultur, der alles umfasst, was der Mensch hervorbringt, und der die Kultur als räumlich und zeitlich bestimmt versteht, entwickelte ObstdG Dr. Andreas STUPKA, der Leiter des Instituts für Human- und Sozialwissenschaften an der Landesverteidigungsakademie in Wien, ein Konzept für das Verständnis militärischer Kultur und militärischer Kulturen: Eine zentrale Kulturleistung neben Orientierung, Recht und Wissenschaft ist der Staat, dessen Ziel die Zufriedenheit der Bürger ist. Dazu muss er Schutz und Sicherheit gewährleisten, sein einziger Zweck ist, pointiert gesagt, der Friede. Um seinen Zweck aber erfüllen zu können, muss er wehrhaft sein, bedarf er des Militärs als Instrument des Staates. Das Militär eines Staates ist einzigartig wie der Staat selbst. Verschiedene Armeen und militärische Kulturen haben zwar ein gemeinsames Wesen und einen gemeinsamen Zweck, unterscheiden sich aber voneinander notwendig in ihrer konkreten Ausprägung. Entscheidendes gemeinsames Kennzeichen des Soldaten ist die Disziplin, die sich in der Treue gegenüber Vaterland, Staat und Kameraden sowie im Gehorsam gegenüber den Sitten, dem Staat und den Vorgesetzten zeigt. Aufgrund der Besonderheit des Militärs kann und soll eine Armee nicht nach rein betriebswirtschaftlichen Gründen geführt werden. Eine zunehmende Vermischung der Bereiche Militär und Wirtschaft, wie sie heute vielfach zu beobachten ist, widerspricht dem Wesen des Militärs. Um Angehörige anderer Kulturen zu verstehen und vor allem zur Erfüllung der Aufgaben in internationalen Einsätzen ist eine spezifische militärinterkulturelle Kompetenz für Soldaten dringend erforderlich.

Der Archäologe Mag. Rainer FELDBACHER stellte den Zuhörern die Bedeutung kultureller Konflikte in der Antike anhand von drei Beispielen vor Augen: Ein erstes Beispiel waren die Kriege der Griechen gegen die Perser, in deren Folge die Griechen zur Weltmacht aufstiegen und ein gemeinsames „griechisches“ Selbstverständnis der griechischen Stadtstaaten (Poleis) entstand. Dieses gemeinsame Selbstverständnis war aber noch recht brüchig, wie die innergriechischen Auseinandersetzungen im Peloponnesischen Krieg nur 20 Jahre später sehr gut zeigten. Dabei wandten sich beide Seiten wiederholt an die Perser um Hilfe, die das auch sehr gut für ihre eigenen Interessen auszunutzen wussten. Die Griechen hatten bereits am Beginn ihrer Kolonisierungsbestrebungen Kontakte mit orientalischen Kulturen aufgenommen, eine ganz neue Qualität der Beziehungen zu verschiedenen orientalischen Kulturen sowie wechselseitiger Beeinflussung war dann später eine Folge der Eroberungen Alexanders des Großen.
Zunächst sehr unterschiedliche (militärische) Kulturen prallten im Gallischen Krieg der Römer (angeführt von Gaius Iulius Caesar) aufeinander. Dabei ist Caesars oft ziemlich tendenziöse Berichterstattung ein in dieser Hinsicht selbst sehr bemerkenswertes Phänomen. Nach dem Ende des Feldzugs gegen Helvetier und Germanen schlossen sich scheinbar bereits besiegte bzw. verbündete gallische Stämme um Vercingetorix zu einer Aufstandsbewegung zusammen, wobei sie auch taktische Vorgehensweisen Caesars zum Teil recht erfolgreich nachahmten. Sechs Jahre nach dem Sieg über Vercingetorix ließ Caesar den berühmten Führer der Gallier bei einem Triumphzug durch Rom führen und später erdrosseln.
Um gegenüber Caesar und Pompeius mit ihren militärischen Erfolgen nicht gänzlich ins Hintertreffen zu geraten, versuchte auch der dritte Triumvir, Crassus, durch einen erfolgreichen Feldzug seine Machtbasis zu vergrößern. Er zog gegen die Parther, deren Gebiet wegen seines Reichtums berühmt war. Die Römer scheiterten jedoch, Crassus fiel. Eine Kombination ihrer militärischen Stärken bzw. Kulturen (Schwert und Lanze vs. Reiterei und Bogenschützen) hätte wohl eine unbesiegbare Macht ergeben, aber dazu kam es nicht, es folgten Jahrhunderte ständiger Konflikte zwischen Römern und Parthern bzw. dann Byzantinern und Sassaniden. Zu einer gewissen Annäherung kam es seit dem 5. Jh., als die großen Widersacher der Römer im Osten selbst gegen wiederholte Einfälle im Norden ihres Herrschaftsgebiets zu kämpfen hatten. Im 7. Jh. eroberten die islamischen Araber das Sassanidenreich und lösten die Sassaniden als Erzfeinde des Oströmischen Reiches ab.

Em. Univ.Prof. DDr. Johann MAIER gab einen Überblick über Quellen, Geltungsbereich und Inhalte des traditionellen jüdischen Rechts, besonders im Blick auf Staat und Kriegsrecht. Das jüdische Recht kennt zwei Arten des Krieges, den Pflicht- und den Wahlkrieg. Ein Pflichtkrieg wird geführt, wenn ein Angriff auf Israel droht. Dabei soll die Bedrohung möglichst schon im Vorhinein, außerhalb der Grenzen des Landes abgewehrt werden, damit das Land (kultisch) rein bleibt. Ziemlich problematisch ist in diesem Zusammenhang eine besondere Form des Pflichtkriegs, der Amalekkrieg. Die Amalekiter sind ein Volk, das eigentlich schon bei der Landnahme ausgerottet hätte werden sollen, in der Folge wurden sie mit dem jeweiligen Erzfeind Israels identifiziert (z. B. den Nazis, jetzt den Arabern). Ein Wahlkrieg ist ein Krieg gegen Feinde Israels bzw. Gottes selbst, der von der Regierung beschlossen wird und von der rabbinischen Autorität gebilligt werden muss. Das jüdische Recht kennt allerdings keinen heiligen Krieg, wohl aber die Verpflichtung für die Soldaten, sich auch im militärischen Kontext zu heiligen. Besonders interessant ist die Frage, wie der moderne israelische Staat und sein Militär mit diesem jüdischen Recht umgeht. In der fast zwei Jahrtausende währenden Zeit der Nichtstaatlichkeit Israels („Exil“) – bzw. auch heute noch für Juden außerhalb Israels – galten und gelten die Bestimmungen des jüdischen Rechts ja nur eingeschränkt, grundsätzlich war das jeweilige staatliche Recht einzuhalten, ausgenommen bei Zwang zu Fremdkult, Mord oder Inzest. Der moderne Staat Israel wurde als grundsätzlich säkularer, demokratischer Staat konzipiert, allerdings musste der junge Staat schon zu Beginn auf religiöse politische Gruppierungen Rücksicht nehmen. Die oberste Religionsbehörde, das Oberrabbinat, war von Beginn an fest in orthodoxer Hand. Aufgrund der politischen Entwicklungen hat in der letzten Zeit der Einfluss religiöser, v.a. orthodoxer Kreise stark zugenommen. Zwar hält sich die Mehrheit der Juden nicht an die Bestimmungen des jüdischen Gesetzes, man schätzt es aber und stellt vor allem nach außen dessen Bedeutung heraus. Eine Minderheit, für die dieses Gesetz aber absolute Geltung hat, für manche auch über Menschenrechten und internationalem Recht steht, gewinnt zunehmend an Einfluss. Die religiöse Behörde in den israelischen Streitkräften, das Militärrabbinat, wurde seit 2000 massiv aufgestockt und tritt auch in Fragen der religiösen Legitimität militärischer Einsätze mit wachsendem Selbstbewusstsein auf. In Streitfragen muss die militärische Führung versuchen, mit dem Rabbinat zu einer Einigung zu gelangen, weil sonst eine Verweigerung orthodoxer Soldaten droht.

General i.R. Karl MAJCEN, dem Generaltruppeninspektor des Österreichischen Bundesheers von 1990 bis 1999, stellte seine Überlegungen zum „miles europaeus“ vor, zum Bild des europäischen Soldaten. Auch nach dem Lissabon-Vertrag ist noch nicht absehbar, ob es in der Europäischen Union tatsächlich zu einer Vergemeinschaftung der Verteidigungspolitik, zu einer gemeinsamen Armee kommen wird. Diese Ungewissheit hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die grundsätzliche politische Frage noch nicht entschieden ist, ob die Europäische Union ein Staatenbund oder ein Bundesstaat sein soll. Vielleicht könnten die Streitkräfte in der EU ähnlich den US-amerikanischen gestaltet werden, mit einer gemeinsamen EU-Armee und Nationalgarden in den Einzelstaaten als Mutter und Nährboden für die EU-Armee. Den „miles europaeus“ bestimmt Majcen als den im europäischen Bewusstsein agierenden und global denkenden Soldaten eines demokratischen Rechtsstaats. Er ist Kernstück jedes europäischen Streitkräfteverbunds und versteht sich als stabilitätsfördernder Friedensbewahrer. Er weiß um die humanistische Tradition Europas und der daraus erwachsenden Verpflichtung zur Achtung der Menschenrechte. Für andere Kulturen hat er Verständnis, steht auf den Wurzeln der guten Gebräuche seiner Heimat und orientiert sich von ihnen her an Einheit in Vielheit, kann so Schrittmacher für das europäische Einigungswerk sein. Europäische Armeen weisen viele Gemeinsamkeiten in ihrer militärischen Kultur auf, die zum Teil erst entdeckt werden müssen.

Der Leiter des Instituts für Religion und Frieden in Wien, Bischofsvikar Dr. Werner FREISTETTER, führte in die Grundzüge der Theorie des gerechten Kriegs ein, einer der bedeutendsten ethischen Traditionen zur Frage nach der Legitimität militärischer Konflikte in der europäischen Geschichte. Die Rede von einem „gerechten Krieg“ geht auf die antike Philosophie zurück, einen ersten systematischen Entwurf hat Cicero vorgelegt, später haben so bedeutende Theologen und Philosophen wie Augustinus, Thomas von Aquin, Wilhelm von Ockham und Francisco de Vitoria durch die Ausarbeitung ethischer Kriterien eines „gerechten Kriegs“ versucht, auf die ganz spezifischen sicherheitspolitischen und militärethischen Herausforderungen ihrer Zeit zu antworten. „Gerechter Krieg“ ist streng von einem wie immer verstandenen „heiligen Krieg“ zu unterscheiden, argumentiert wird nicht religiös, sondern naturrechtlich bzw. mit Rekurs auf die allgemeine, allen Menschen zugängliche Vernunft. Als sich im Verlauf der neuzeitlichen Geschichte das moderne Völkerrecht entwickelte, verlor die philosophische Theorie des Gerechten Kriegs an Bedeutung. Nach dem Ende des Kalten Kriegs in einer unübersichtlicher gewordenen Welt bezieht man sich heute wieder verstärkt auf die Kriterien dieser Tradition. Allerdings bedeutet das nicht, dass ein bestimmtes, kulturell geprägtes Verständnis von Gerechtigkeit (etwa im Sinn des Ideals einer christlichen Welt im europäischen Mittelalter) für allgemein gültig erklärt werden soll, sondern es geht darum, formale Kriterien im Sinn dieser Tradition zu entwickeln, die der Komplexität der Frage nach legitimen Einsätzen heute gerecht zu werden versuchen.

DI Gerald SCHINAGL, stellvertretender Vorsitzender der Buddhistischen Religionsgemeinde, ging dem Verhältnis von Buddhismus und militärischer Gewalt in fünf buddhistisch geprägten Staaten nach. In Sri Lanka, wo die ursprünglichere Form des Buddhismus (Theravada – „alter Weg“) anzutreffen ist, war der Bürgerkrieg kein religiös motivierter Krieg, der Einsatz der großteils buddhistischen Soldaten der Armee wurde aber u. a. mit dem Hinweis auf den Schutz des Buddhismus gegen Angriffe begründet. Mönche in der Armee gibt es nicht, wohl aber spirituelle Angebote für ganze Einheiten in Tempeln zum Gedenken an Gefallene, zur Reflexion des Erlebten und zur Segnung der Menschen (nicht der Militäraktion!). Als buddhistische Mönche in drei Provinzen von Separatisten bedrängt bzw. vertrieben wurden, versuchte man dem Problem mit sog. „Militärmönchen“ zu begegnen, ehemaligen Soldaten, die Mönche wurden, zur Selbstverteidigung bewaffnet waren und mit den eingesetzten Regierungstruppen kooperierten. Nach dem Ende der Operationen verblieben die meisten bei der Armee, so entstand eine Art Militärseelsorge. Die in China entwickelte Form des Buddhismus wird Mahayana („Großes Fahrzeug“) genannt. Die chinesischen Kaiser hielten die Buddhisten zunächst für Drückeberger, der Buddhismus galt gemeinhin eher als unzivilisiert. Um 600 kam der Buddhismus erstmals nach Japan, fand dort viele Anhänger, blieb aber fast 6 Jahrhunderte eine chinesische Angelegenheit. Im 12. Jahrhundert breiteten sich spezielle buddhistische Schulen wie Rinzai und Soto-Zen abermals von China auf Japan aus. Insbesondere verband sich der japanische Buddhismus mit dem Ethos der Samurai: Die Samurai stellten einen speziellen Kriegerstand dar, dessen Aufstieg im 12. Jh. begann. Ab dem 16. Jh. war es ihnen als einziger Gruppe erlaubt, Waffen zu tragen. Sie mussten zudem von ihrem Lehensherrn versorgt werden und fanden somit Zeit für Meditation und die Entwicklung spezieller spiritueller Zen-Praktiken (Teezeremonie, Flötenspiel, Bogenschießen). Als der Kaiser nach der Wiedereinführung des Kaisertums den Buddhismus als Ideologie der entmachteten Samurai-Elite bekämpfte, zeigten sich die Buddhisten als besonders kaisertreu. Viele Mönche und buddhistische Gelehrte versuchten die japanische Expansionspolitik bis zum Ende des 2. Weltkriegs buddhistisch zu legitimieren, der Kaiser rückte ins Zentrum, ein militärisches Zen entwickelte sich. Noch heute ist die Aufarbeitung dieser Ereignisse auf buddhistischer Seite nicht immer ganz einfach.
Die Einführung des Buddhismus in Tibet geschah im Zuge einer Zwangsmaßnahme, Anhänger der alten Religion wurden verfolgt. Später kämpften z. T. verschiedene buddhistische Gruppen um die Macht. Vor der Besetzung Tibets durch die Chinesen war das rückständige Tibet eine Theokratie, Religion und Staat untrennbar verbunden, mit hohem Anteil an Mönchen und Nonnen (20%). Der gewaltlose Weg des Dalai Lama, der heute als „einfacher Mönch“ lediglich der führende Repräsentant einer von vier tibetischen buddhistischen Richtungen ist, wird gegenwärtig von einer großen Mehrheit der Bevölkerung befürwortet.

Dipl.Päd. Moussa Al-Hassan DIAW M.A. von der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich stellte in seinem Referat einerseits die Position der islamischen Orthodoxie zum Verhältnis von Islam und Gewalt vor. Diese Position stellt gleichsam eine ideale Konzeption dar, wie sie der Koran und das frühe islamische Recht entworfen haben. Andererseits fragte er nach den Ursachen für die Ideologisierung der Religion und den Aufstieg eines militanten Islamismus seit den 1960er Jahren. Hinter den Aussagen zur Kriegsführung im Koran stehen in der Regel konkrete militärische Auseinandersetzungen zur Zeit Mohammeds, etwa mit den polytheistischen Mekkanern, die die junge islamische Gemeinschaft bekämpften. Der Islam geht davon aus, dass Gewalt nie ganz vermieden werden kann, er ist nie pazifistisch gewesen. Die Kriegsführung unterliegt nach islamischem Recht allerdings strengen Regeln und Einschränkungen: Krieg darf nur von der legitimen Autorität erklärt werden, das war ursprünglich der Kalif, der Nachfolger Mohammeds. Er darf weiters nur zur Verteidigung der islamischen Gemeinschaft und des Islam geführt werden, Unschuldige sollen nicht verletzt (keine Kollateralschäden vorgesehen) und die Lebensgrundlage der Zivilbevölkerung nicht mutwillig zerstört werden. Es soll auch keinen Zwang in der Religion geben, und an vielen Stellen betont der Koran den hohen Wert des Friedens und fordert den Einsatz für friedliche Streitbeilegung. Der militante islamische Extremismus geht auf den Widerstand ägyptischer Sondergruppen gegen die Politik Nassers zurück, der von der breiten Bevölkerung allerdings nicht unterstützt wurde. Leider erfuhren diese Tendenzen eine Internationalisierung durch den Afghanistankrieg, in dem die USA islamistische Kämpfer gegen die sowjetischen Invasoren unterstützte. Die aus Afghanistan nach Saudiarabien zurückgekehrten Kämpfer sahen sich durch die Politik des saudischen Königshauses angesichts der Invasion Kuweits maßlos enttäuscht, weil es große Kontingente von US-Truppen ins Land holte und nicht auf die eigenen Kämpfer vertraute. Verstärkt wurde der politische Extremismus dieser Gruppen durch die weitere Entwicklung der Konflikte v.a. im Nahen Osten. Ihr ideologisches Fundament bilden fundamentalistische Theorien im Gefolge vornehmlich von Al-Fardsch. Allerdings ist zu sagen, dass religiöser Fanatismus weltweit nicht die Hauptursache von politischer Gewalt und Terrorismus ist und dass auch die große Mehrzahl der konservativen islamischen Gelehrten der Ansicht ist, dass Selbstmordattentate, Dschihad-Ideologie und Terrorismus islamischem Recht widersprechen.

Welche Herausforderung stellen aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der militärischen Robotik für militärische Kultur und militärische Ethik dar? Mag. Gerhard DABRINGER vom Institut für Religion und Frieden zeigte, in welchem Ausmaß unbemannte Systeme in der Luft und auf dem Boden bereits im Einsatz sind, nachdem 2001 zum ersten Mal eine bewaffnete Drohne in Afghanistan eingesetzt wurde. Die Entwicklung ist nicht reversibel, die neue US-Armeestruktur käme ohne sie gar nicht mehr aus, mehr als 50 weitere Staaten sind in diesem Bereich massiv engagiert. Rechtliche und ethische Überlegungen konnten dabei mit der raschen technischen Entwicklung nicht ganz mithalten. Rechtliche Regelungen auf internationaler Ebene speziell zu unbemannten Systemen fehlen noch, erst jetzt beginnt man sich vermehrt den damit verbundenen Problemen zu stellen: Wer ist für ein rechtlich/moralisch relevantes Fehlverhalten der Systeme verantwortlich, wie autonom sollen solche Systeme sein dürfen, wie hoch ist die Bereitschaft der Öffentlichkeit, Fehler mit tödlichem Ausgang zu tolerieren, werden solche Systeme in ausreichendem Maße zwischen Zivilpersonen und Kombattanten unterscheiden können? In manchen Bereichen ist die ethische Diskussion dem technischen Stand allerdings auch weit voraus, wenn sie Fragen nach Persönlichkeit, autonomer Entscheidungsfähigkeit, Bewusstsein und möglicher Rechtspersönlichkeit der Roboter der Zukunft aufwirft. Eine besondere Herausforderung stellt im Zusammenhang mit unbemannten Systemen das Problem von gezielten Tötungen ("targeted killings") dar: Dabei handelt es sich um den Einsatz tödlicher Gewalt, der einem Subjekt des internationalen Rechts (Staat) zuzuordnen ist, der mit der Absicht durchgeführt wird, individuell ausgewählte Personen zu töten, die nicht in der Gewalt dessen sind, der die Tötungen durchführt. Als legitime Maßnahmen kämen sie eventuell nur dann in Frage, wenn sie sich im Rahmen eines bewaffneten Konflikts direkt gegen ein legitimes Ziel richten, ein direkter militärischer Vorteil dadurch erreicht wird, eine direkte Bekämpfung ziviler Ziele ausgeschlossen ist, die Verhältnismäßigkeit gewahrt wird sowie wenn keine Heimtücke und keine verbotenen Waffen im Spiel sind.

Seinen Vortrag über Militärische Kulturen in China begann Dr. Gerald BRETTNER-MESSLER vom Institut für Strategie und Sicherheitspolitik an der Landesverteidigungsakademie mit einem Überblick über Chinas wirtschaftliche Situation: So hat China etwa bereits Deutschland als Exportweltmeister überholt und tritt international als einer der wichtigsten Geldgeber auf. Chinas Sicherheitspolitik hängt nämlich eng mit seiner wirtschaftlichen Situation zusammen: Denn Sicherheitspolitik dient in China vor allem dazu, die florierende Wirtschaft und internationale Handelswege (v.a. auf See) abzusichern. An diesen Zielen orientiert sich auch die militärische Planung, und nicht zuletzt deshalb investiert China vor allem in Luftwaffe und Marinerüstung. Eine weitere Aufgabe ist – nach innen – die Absicherung der Alleinherrschaft der Kommunisten. Widerstand gegen staatliche Gewalt findet sich im Moment vor allem im Zusammenhang mit groß angelegten Zwangsabsiedlungsprojekten und Aufständen unzufriedener Minderheitengruppen (z. B. Uiguren). Strategisch plant man in China sehr langfristig, und die Ziele sind oft recht allgemein formuliert. Die Modernisierung der Streitkräfte erfolgt in drei Stufen, bis heuer sollen die Grundlagen erarbeitet sein, bis 2020 konkrete Fortschritte erzielt werden, und bis 2050 will man auf gleicher Höhe mit allen anderen Staaten (auch der USA) stehen. Ein besonderes Merkmal der Struktur chinesischer Streitkräfte ist die institutionelle Verwobenheit mit der kommunistischen Partei, als Entscheidungsträger fungieren neben den militärischen Kommandanten auch politische Kommissare der Kommunistischen Partei. Deng Xiaoping hat den direkten Einfluss der Armee auf die Politik reduziert, heute kann man von einem Primat der Politik in China ausgehen.

Aus Sicht von Mjr Dr. Ids SMEDEMA, evangelischer Militärseelsorger in der Königlich Niederländischen Luftwaffe, ist die holländische Kultur eher nichtmilitaristisch und individualistisch geprägt. Gehorsam, Zucht und Ordnung, Ehrgeiz, Leistung und Stolz spielen keine so wichtige Rolle. Holländer gelten als weltoffen und kontaktfreudig, haben manchmal wenig Gespür für andere Traditionen. Früher war das Ansehen des Militärs in der Bevölkerung nicht besonders groß, vor allem während des Kalten Kriegs hielt man die Armee vielfach für überflüssig, ihre Bedeutung für den Frieden wurde nicht erkannt. Das hat sich in letzter Zeit geändert, die Existenz der Berufsarmee wird grundsätzlich nicht hinterfragt, der Einsatz der Soldaten zunehmend geschätzt, besonders seit den Berichten über die Herausforderungen und großen Leistungen der Soldaten in Afghanistan. Die Veränderung des Aufgabenspektrums in Richtung verstärkte internationale Einsätze hat sowohl Verunsicherung wie zusätzliche Motivation der Soldaten bewirkt: Ende der 90er Jahre verließen viele Soldaten die Armee, zugleich gab es aber auch einen Anstieg an Freiwilligenmeldungen, viele Bewerber wollten sich bewusst am Einsatz der Armee für den Frieden beteiligen. Die Armee der Niederlande ist eine multikulturelle Armee, die Vielfalt wird von der Regierung gefördert. Mit den kulturellen Besonderheiten holländischer Soldaten sind auch wertvolle Kompetenzen verbunden: Sie kommen gut mit anderen Kulturen zurecht, sind sehr sprachbegabt und kreativ und genießen deshalb bei anderen Armeen einen guten Ruf. Eine Eigenheit der niederländischen (und belgischen) Militärseelsorge ist die Existenz einer ausdrücklich nichtreligiösen „humanistischen“ Seelsorge, neben einer katholischen, evangelischen, jüdischen, islamischen und hinduistischen.

Milsenior DDr. Karl-Reinhart TRAUNER von der Evangelischen Militärsuperintendentur, Leiter des Instituts für militärethische Studien, stellte ein Dokument der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus dem Jahr 2007 vor: „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland“. Darin versuchen die Autoren einen ganzheitlichen Ansatz zu entwickeln, bei dem militärische Maßnahmen nur eine Dimension unter anderen darstellen: Denn die Problemlagen sind heute ganzheitliche Problemlagen, und nur ganzheitliche Lösungsansätze, die u.a. politische, soziale, wirtschaftliche, religiöse und auch militärische Initiativen integrieren, haben eine Chance auf nachhaltigen Erfolg. Da das eigentliche Ziel auch militärischer Operationen immer nur dauerhafter Friede sein kann, spricht die Denkschrift von Friedens-, nicht von Kriegsethik. Deshalb wendet die Denkschrift sich auch von der klassischen Theorie des Gerechten Kriegs ab, hält aber fest, dass deren Kriterien als Prüfkriterien militärischer Einsätze nach wie vor sinnvoll sind und nicht aufgegeben werden dürfen. Die Kriterien für den Einsatz militärischer Gewalt in einem Konflikt und für Konfliktprävention im Vorfeld sind um Kriterien für Maßnahmen nach Beendigung des Einsatzes (Recht nach dem Krieg) zu erweitern, von denen die Effizienz und die Nachhaltigkeit der Konfliktlösung in hohem Maße abhängen. Programmatisch lässt in Abwandlung eines oft zitierten lateinischen Sprichworts zusammenfassen: „Si vis pacem, para pacem“: „Wenn du den Frieden willst, bereite den Frieden vor!“

Angesichts der Größe, seiner 53 Einzelstaaten sowie der kulturellen, ethnischen, sprachlichen, geographischen und politischen Vielfalt Afrikas ist es fast unmöglich, allgemeine Aussagen über „Militär in Afrika“ zu machen. Dr. Gerald HAINZL, Afrikaexperte am Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement der Landesverteidigungsakademie in Wien, behauptete deshalb pointiert: „Afrika gibt es nicht“. Auffällig ist, dass sich der Großteil jener Gebiete mit aktuellen militärischen Konflikten ums Horn von Afrika gruppiert oder in der südlichen Sahelzone liegt, in etwa entlang wichtiger sprachlichen und religiösen Grenzen. Das könnte vielleicht zum Teil damit zusammenhängen, dass sich derartige Unterschiede recht leicht als identitätsstiftendes Merkmal missbrauchen lassen. Man sollte aber sehr vorsichtig sein, darin die Ursache der Konflikte zu sehen. So wird der Sudan-Konflikt in den Medien gern als Auseinandersetzung zwischen islamischem Norden und christlichem Süden dargestellt, eine Kategorisierung, die der Komplexität der Situation und der Vielfalt der Konfliktursachen nicht gerecht wird. Große Bedeutung für die militärische Kultur hat nach wie vor das koloniale Erbe sowie gegenwärtige politische und wirtschaftliche Beziehungen zu anderen Staaten. Ethnische Zugehörigkeit über staatliche Grenzen hinweg spielt in vielen afrikanischen Ländern nach wie vor eine große Rolle, auch bei der Entstehung von bewaffneten Konflikten. Die Afrikanische Union konzentrierte sich von Anfang an sehr stark auf Sicherheit und hat schon im ersten Jahr ihres Bestehens militärische Einsätze durchgeführt (ganz anders als die EU). Die Perspektiven für den Kontinent sind nicht mehr so trist wie noch vor 20 Jahren, Hainzl sieht heute durchaus positive Entwicklungen, es gibt immerhin knapp 20 Staaten, die nicht sehr krisenhaft sind.

OR Dr. Mario Christian ORTNER, der Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, sprach über Multinationalität bzw. Supranationalität in der österreichisch(-ungarisch)en Armee zur Zeit der Monarchie. Im 17. Jahrhundert war das österreichische Heer wie damals üblich international zusammengesetzt, die Soldaten wurden angeworben, die Loyalität galt dem, der für die Dienste bezahlte. In der Folge wird das Militär zunehmend unter staatliche Loyalität gebracht, Anfang des 19. Jahrhunderts wird die Landwehr geschaffen in Reaktion auf Entwicklungen im revolutionären Frankreich (Volksheer). Mit der Heeresreform 1868 (allgemeine Wehrpflicht) wird die österreichische Armee in drei Teile geteilt: Das k.u.k. Heer bzw. Kriegsmarine (für das ganze Reich), die k.k. Landwehr als defensiver orientierte Truppe für den österreichischen Teil sowie die k.u. Honvéd als Landwehr für den ungarischen Teil. Die Kommandosprachen waren Deutsch (k.u.k, k.k.) sowie Ungarisch (k.u.), Regimentssprache war jede Sprache, der sich mindestens 20% der Truppen zurechneten. Insgesamt bezeichneten sich ein Viertel aller Soldaten deutsch-, fast ein Viertel ungarisch- und 13% tschechisch-sprachig. Militärische Heimat war das Regiment, das oft den Standort wechselte, auch um keine zu engen Beziehungen zur umliegenden Bevölkerung aufzubauen, gegen die im Fall eines Aufstands vorzugehen war. Aus ähnlichen Gründen wurden übrigens auch die meisten Bosniakenregimenter nicht in Bosnien-Herzegowina eingesetzt. Die Offiziere bezeichneten sich dagegen zu 75% als deutschsprachig, sie mussten die jeweiligen Regimentssprachen ihres Regiments beherrschen bzw. erlernen und erwarben sich dadurch nach mehreren Versetzungen im Verlauf ihrer Karriere beträchtliche multilinguale Fähigkeiten. Die Einstellung des Offizierskorps war wohl tatsächlich im Großen und Ganzen supranational, d.h. es gab eine gemeinsame Vision der Verteidigung des Reichs. Eine Sonderstellung hatte die k.u. Honvéd. Sie bestand v.a. aus Ungarn und Kroaten, war also relativ homogen und wurde von den Ungarn als eine Art nationale Armee gesehen. Um eine Abspaltung der Landwehren zu verhindern, verfügten sie zunächst über keine Artillerie. Nach Beginn des 1. Weltkriegs ersetzten Reserveoffiziere, die die zahlreichen Versetzungen nicht mitgemacht hatten, die in großer Zahl gefallenen Berufsoffiziere, so verlor die Armee zunehmend ihre supranationale Ausrichtung. Nach dem Ende des Krieges zerbrach daher die Armee sehr schnell, die Regimenter kehrten in ihre jeweilige Heimat zurück.

Im letzten Referat sprach Univ.Doz. Dr. Erwin A. SCHMIDL vom Institut für Strategie und Sicherheitspolitik der Landesverteidigungsakademie in Wien über kulturelle Grenzen und Vermischungen während des Kalten Kriegs. Diese Zeit war auch im Militär gekennzeichnet durch mangelnde Informationen über die Gegenseite, wechselseitiges Misstrauen, Angst und den Aufbau von Stereotypen, wobei oft lediglich alte Stereotypen wieder aufgewärmt wurden. Sowohl der Osten wie der Westen fürchtete eine bevorstehende Invasion der anderen Seite. Der Begriff „eiserner Vorhang“, ursprünglich aus der Theatersprache und erstmals 1917 für die Abschottung der Sowjetunion verwendet, erhielt 1948 eine neue (materielle) Dimension, als mit dem Bau von technischen Sperren an der Grenze begonnen wurde, in Österreich aber interessanterweise nicht an der Zonen-, sondern an der österreichisch Ostgrenze. Leider sind vor allem nur Planungsannahmen und Planspiele erhalten, nur sehr wenige Planungsdokumente im eigentlichen Sinn. Als sicher dürfte nach heutigem Wissensstand gelten, dass beide Seiten relativ schnell zur nuklearen Option gegriffen hätten (z. B. der Einsatz taktischer Atomwaffen zur Beseitigung von Sperren). Nicht selten war absehbar, dass man einen geplanten Einsatz wohl nicht überlebt hätte. Es zeigt sich in den Planungen auch eine gewisse Diskrepanz zwischen militärischen und politischen Zielen. Die politische Absicht zielte ja nicht auf die Zerstörung des Gegners und seiner Infrastruktur, sondern auf Machtübernahme. Die westliche Seite rechnete übrigens fest mit der Hilfe Österreichs, in vielen Planungsannahmen war Österreich mit derselben Farbe eingezeichnet wie die NATO. Besonders interessant ist der Rekurs auf die Vergangenheit in den militärischen Kulturen der beiden deutschen Armeen. Während die Bundeswehr auf völligen Neuanfang setzte, ließen sich im Selbstverständnis der Nationalen Volksarmee klare Bezüge zur preußischen Tradition aufweisen, nicht nur zu diversen Befreiungskämpfen, auch zum preußischen Militarismus, von dem sich die Bundeswehr bewusst abzusetzen suchte, auch um die Angst der westlichen Bündnispartner vor Deutschland abzubauen.

Militärbischof Werner lädt ein zur Feier des 43. Weltfriedenstages
 
Ein Bericht von Mag. Peter Papst, Militärdekan   

Aus Anlass des Weltfriedenstages 2010, mit dem Motto „Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung“, hatte der Militärbischof für Österreich, Mag. Christian Werner, am 6. Mai 2010 in die Wiener Augustinerkirche geladen. 
 
Die Initiative für den Frieden in der Welt, zwischen den Völkern und unter den Menschen zu beten, geht zurück auf das Pontifikat des Hl. Vaters Papst Paul VI. und seit 1968 lädt die Weltkirche zu Beginn eines jeden neuen Jahres die Gläubigen und alle Menschen guten Willens ein, das Anliegen einer friedlichen und gerechten Welt in den Mittelpunkt zu stellen.
 
Auch heuer waren zum alljährlichen Festgottesdienst, in gewohnter Weise im Mai, eine großen Schar von rund 300 Angehörigen des Österreichischen Bundesheeres, Soldaten und Zivilisten sowie zahlreichen Gläubigen aus Wien gekommen. Mit diesem Festgottesdienst hat die Katholische Militärseelsorge nicht nur zum Gebet für den Frieden eingeladen, sondern hat auch damit bekundet, dass der Dienst der Soldaten in einem engen inneren Zusammenhang mit dem steht, was die Förderung und Sicherung des Friedens ausmacht.
 
Der Einladung zum Festgottesdienst waren gefolgt der stellvertretende Chef des Generalstabes Generalleutnant Mag. Othmar Commenda, der Leiter der Sektion II Generalleutnant Mag. Dietmar Franzisci, der m.d.F.b. Kommandant EU Bgdr Mag. Franz Reiszner und der Kommandant der Landesverteidigungsakademie General Mag. Raimund Schittenhelm.
Weiters konnten die Verteidigungs- und Militärattachés aus dem Iran, von Italien, Kroatien, Russland, USA, Schweiz und Zypern begrüßt werden, eine Abordnung der Kameraden in Tradition der Reitenden Artilleriedivision No 2, eine Abordnung der Deutschmeister und der Religionsprofessor des Wiedner Gymnasiums und der Sir Karl Popper-Schule Mag. Andreas Cancura.
 
Aufgrund einer akuten Erkrankung des Militärbischofs für Österreich, Mag. Christian Werner, wurde nicht nur der bischöfliche Gruß allen Anwesenden übermittelt sondern auch die besondere Verbundenheit des Bischofs in dieser feierlichen Stunde zum Ausdruck gebracht.
 
In Vertretung für den erkrankten Militärbischof feierte der Militärgeneralvikar Msgr. Dr. Franz Fahrner in Konzelebration mit Militärgeneralvikar i.R. Prälat Rudolf Schütz, dem Dekanatspfarrer an der Landesverteidigungsakademie Militärdekan Mag. Peter Papst, dem Militärpfarrer von Wien Militäroberkurat Dr. Harald Tripp den Festgottesdienst. Weiters waren die Militärdiakone Obst Wilhelm Hold und Obst Karl Kastenhofer in ihrer Funktion als Diakone tätig.
 
Militärgeneralvikar Dr. Franz Fahrner nahm in seiner Predigt Bezug auf die Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 43. Weltfriedenstag. Der Achtung vor der Schöpfung kommt große Bedeutung zu, auch deshalb, weil die Schöpfung der Anfang und die Grundlage aller Werke Gottes ist und sich ihr Schutz für das friedliche Zusammenleben der Menschheit heute als wesentlich erweist.
 
Als Vertreter der Evangelischen Militärseelsorge war Militärsenior DDr. Karl Trauner zum Festgottesdienst gekommen. Der Friedensgottesdienst wurde kirchenmusikalisch durch die Gardemusik Wien, einem Bläserquintett und die Orgel der Augustinerkirche sehr feierlich ausgerichtet. Nach dem Festgottesdienst spielte die Gardemusik Wien ein kurzes Platzkonzert auf dem Josefplatz.
 
Die Feierlichkeiten zum Weltfriedenstag fanden mit dieser musikalischen Umrahmung ihren würdigen Abschluss und keiner der Gäste ließ es sich nehmen, den Weltfriedenstag bei Gulaschsuppe und Getränken – bei Kaiserwetter - gemeinsam ausklingen zu lassen.

Dienstag, 4. Mai 2010

Das Institut für Religion und Frieden veranstaltete am 3. Mai 2010 in der Landesverteidigungsakademie in Wien ein Forum Ethik zum Thema „Klimakriege als Gefahr für die Bewahrung der Schöpfung – Ein reales Schreckensszenario? Die Auswirkungen des Klimawandels und die Haltung der Katholischen Kirche“. Drei Referenten aus sehr unterschiedlichen Fachrichtungen erörterten die Klimaveränderungen, ihre Auswirkungen auf die Sicherheitslage in der Welt sowie die Sicht der Katholischen Kirche auf diese enormen Herausforderungen.

Monsignore Michael W. Banach, Ständiger Vertreter des Heiligen Stuhls bei der OSZE und der IAEA sowie Ständiger Beobachter bei den Vereinten Nationen in Wien, betonte die ethischen Aspekte der vom Menschen verursachten Klimaveränderungen. Der Klimawandel und die ökologische Krise seien auch Ergebnis der vorherrschenden sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen und Ungleichheiten in der Welt. Papst Benedikt XVI. habe in seiner Weltfriedensbotschaft 2010, die unter dem Titel „Willst Du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung“ stand, die Verantwortung aller für die Umwelt und für ein friedliches Zusammenleben unterstrichen. Um den Klimawandel aufzuhalten und seine gefährlichen Auswirkungen zu bewältigen, brauche es aus der Sicht Banachs den Beitrag jedes Staates und jedes Einzelnen, zudem mehr Solidarität, eine wirksame Bekämpfung der Armut sowie vermehrt Bildung zu ökologischer Verantwortung. Der heilige Franziskus könne uns hier als Beispiel dienen und unser Handeln leiten.

Dr. Ulrich Foelsche, Assistenzprofessor am Institut für Physik der Universität Graz und Mitarbeiter am Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel (ebenfalls in Graz), wies darauf hin, dass nur 1% der Erdgeschichte von einem Klima wie heute geprägt gewesen sei, das ideale Bedingungen für die Menschheit biete. Rasche natürliche Klimaveränderungen hätten sich aber bereits in der Vergangenheit drastisch ausgewirkt. So sei die Kultur der Maya im Zuge von Trockenperioden untergegangen. Der nunmehr vom Menschen verursachte globale Temperaturanstieg führe, wie Foelsche anschaulich darlegte, unter anderem zu einem Rückgang des Meereises in der Arktis und zum Rückgang der Alpengletscher. Für die Zukunft sei derzeit das schlimmste Szenario, also ein Anstieg der Durchschnittswerte um 4°C bis zum Jahr 2100 (gegenüber den Durchschnittswerten von 1980 bis 1999), zu befürchten. Was Europa betrifft, seien vor allem heißere und trockenere Sommer im Mittelmeerraum zu erwarten. Global gesehen müsse mit Schäden an den Korallenriffen, mit einem Anstieg des Meeresspiegels sowie mit negativen Folgen für die Landwirtschaft gerechnet werden.

Brigadier Dr. Walter Feichtinger, Leiter des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement an der Landesverteidigungsakademie in Wien, lehnte den Begriff „Klimakriege“ ab, da der Klimawandel Konflikte höchstens verstärken könne. Allerdings würden die Klimaveränderungen und der Anstieg der Weltbevölkerung für eine Zunahme des Nahrungs- und Süßwassermangels sowie der Migrationsströme sorgen. In der Folge seien eine weitere Destabilisierung von bereits fragilen Gesellschaften und vermehrte Unsicherheiten im internationalen System zu erwarten. Der globale Temperaturanstieg biete zwar auch Chancen, wie die Öffnung neuer Transportrouten oder die Erschließung bisher unerreichbarer Rohstoffe, doch lauerten auch hier neue Umweltgefahren. Um diesen Risiken zu begegnen, sei das Völkerrecht gefordert. Bereits bisher jedoch seien viele Umweltkonflikte vor allem in Afrika und Asien mit nicht-diplomatischen Mitteln ausgetragen worden. Der Klimawandel, so Feichtingers Resümee, werde als Bedrohungsmultiplikator fungieren.

Annäherung der Kulturen, Biologische Vielfalt, 50 Jahre Auslandseinsätze

Annäherung der Kulturen, biologische Vielfalt und 50 Jahre Auslandseinsätze: Das sind die Themen, denen sich die katholische Militärseelsorge 2010 in einer Reihe von Veranstaltungen widmen wird. Am 14. Jänner 2010 lud Militärbischof Mag. Christian Werner zu einer Präsentation dieser Schwerpunkte in die Landesverteidigungsakademie in Wien.
Nach einer feierlichen Vesper gab Bischofsvikar Dr. Werner Freistetter einen Rückblick auf die Seminare zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009. Freistetter ist Leiter des Instituts für Religion und Frieden, das wie im Vorjahr die Seminare gemeinsam mit der Militärpfarre an der Heeresunteroffiziersakademie veranstalten wird.

Oberstleutnantarzt Dr. Sylvia Sperandio stellte dann den ersten Themenschwerpunkt 2010 anlässlich des Internationalen Jahrs der biologischen Vielfalt vor: Seuchen und biologische Waffen. Von uns bewirtet lebt eine große Zahl von unsichtbaren Kleinstlebewesen in und auf unserem Körper, ohne uns zu schaden. Biologische Waffen, die das schädliche Potential mancher Mikroorganismen ausnützen, sind völkerrechtlich verboten (Biowaffenkonvention, 1971). Allerdings besteht die Gefahr, dass dieses Verbot unter dem Vorwand der (erlaubten) Entwicklung von Gegenmitteln unterlaufen wird. Sperandio schloss mit der Frage, warum es gerade das Leben selbst ist, das Leben zerstören kann.

Dr. Mona Mairitsch, die stellvertretende Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission, führte den Zuhörern die Ziele des Internationalen Jahrs der Annäherung der Kulturen vor Augen, zu denen unter anderem die Förderung einer Kultur des Friedens sowie der interkulturelle und der interreligiöse Dialog gehören. Die Verfolgung dieser Ziele beschränkt sich freilich nicht auf das Jahr 2010, sondern gehört zu den vordringlichen Anliegen der UNESCO: Ein eigenes ständiges Programm „Kultur des Friedens“ widmet sich der Verständigung zwischen den Kulturen und ihrer zentralen Bedeutung für den Frieden. Der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, gehören 193 Staaten als Mitglieder an, sie hat ihren Sitz in Paris. Österreich ist ihr 1948, noch vor seinem UN-Beitritt, beigetreten.

Im Anschluss sprach Militärkurat MMag. Stefan Gugerel von der Militärpfarre an der Heeresunteroffiziersakademie über die geplanten Veranstaltungen der Militärseelsorge: Vom 4. bis 6. Mai wird sich ein dreitägiges Seminar unter dem Titel „Das ist bei uns so Sitte“ mit dem Ethos verschiedener militärischer Kulturen beschäftigen. „Seuchen und biologische Waffen als militärische und terroristische Herausforderung“ ist das Thema des zweiten Seminars vom 7. bis 9. September. Im Oktober wird die Militärpfarre an der Heeresunteroffiziersakademie eine Begegnungsreise nach Istanbul organisieren, in deren Rahmen u.a. ein Besuch im Ökumenischen Patriarchat auf dem Programm steht.

Das Thema des diesjährigen Berufsethischen Seminars vom 3. bis 5. November auf der Heeresunteroffiziersakademie wird „Interkulturelle Kompetenz – im Aus- und Inland“ sein.
Die Enquete des Instituts für Religion und Frieden vom 20. bis 21. Oktober wird unter dem Zeichen des Jubiläums „50 Jahre Auslandseinsätze des Österreichischen Bundesheers“ stehen und im Beisein von Militärbischöfen und Militärseelsorgern aus ganz Europa aktuelle Herausforderungen internationaler Einsätze diskutieren.

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